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Spießer Alfons: Post an Wagner (2)

25. Januar 2008
von

wagner.jpgLieber Gossen-Goethe,

als aufmerksamer Leser Ihrer berühmten Kolumne entnimmt der Spießer dem Wortlaut von heute, dass ein Bankräuber Ihr Herz berührt hat. Ein Trickbetrüger, der seinen Arbeitgeber um 4,9 Milliarden Euro erleichtert haben soll, imponiert Ihnen. Weil der Mann nicht mit Maschinengewehr gearbeitet hat, sondern mit Computer. Darum ist er in Ihren Augen „ein verrücktes Genie“.
Aus Ihren Anmerkungen folgert der Spießer, dass Sie auf Banken nicht gut zu sprechen sind. Vermutlich haben Sie den Rahmen für Ihren Überziehungskredit ausgeschöpft und machen nun die Bank dafür verantwortlich.

Kann Alfons gut verstehen, denn auch er ärgert sich darüber, als sein Kreditinstitut ihm soeben mitgeteilt hat, dass man den Zinssatz für den spießigen Kredit wieder einmal „der Entwicklung auf dem Kapitalmarkt anpasst“, wonach Alfons nun 12,700 % p. a. löhnen soll. Wohingegen die Bank dem Spießer auf der Habenseite seines Geldmarktkontos 3,5% p. a. zahlt.Trotzdem käme der Spießer nicht auf die Idee, für einen Bankräuber öffentlich Sympathie zu bekunden. Falls Sie es sich in Ihrer Stammkneipe noch nicht herumgesprochen hat: Millionen Verbrecher in aller Welt haben heute kein Maschinengewehr in Händen, sondern Mäuse. Computer-Mäuse. Solche Gangster bezeichnet man als Wirtschaftskriminelle.
Sie schreiben über den besagten Bankräuber, dass Sie nicht glauben, dass der Mann einen Anzug trägt und sich Gel ins Haar schmiert. Spießige Frage: Was sagt denn eigentlich Ihr Herr Chefredakteur dazu…?

Schmerzlichst
Ihr
Spießer Alfons

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: Post an Wagner (2) ”

  1. Morn am 25. Januar 2008 um 14:46 Uhr

    Der Herr Chefredakteur, der mit dem schmierigen Haar und den boshaften Kampagnen, kann mit diesem Betrug bestimmt nichts anfangen. Es war ja schließlich kein Selbst-Betrug, den Jérôme Kerviel veranstaltet hat.

  2. Pingu666 am 27. Januar 2008 um 12:45 Uhr

    [edited by admin - Es gilt die Unschuldsvermutung] Ich vermute jedenfalls, daß die Kolumnen am PC entstehen, auch wenn sie eher nach Buntstiften und Klopapier klingen mögen. Nur daß unser Gossen-Goethe nicht so viel Geld für Lug und Trug bekommt. Und weniger befürchten muß, daß er eines Tages im Knast sitzt.
    Weshalb aber Brecht widerlegt wurde, verstehe ich nicht. Denn der Gründer der Bank muß nicht in den Knast.

  3. peter am 5. Februar 2008 um 11:46 Uhr

    @pinguin666
    Ich sehe es auc so, dass unser Gossen-Goethe für seinen lUg und Trug nicht so viel geld bekommt.

    Insofern ist es also irgendetwas zwischen bewunderung und Neid, was er da schreibt. ..und drüfte damit wohl einem Teil der Leser dessen Gefühle verstärken.

  4. Liv am 23. Juli 2008 um 19:35 Uhr

    Ich finds interessant, dass dem Bankräuber seine Hose bis zum Arsch hängt. Wie meintn der Wagner das? Von oben oder von unten? Man kann wirklich nicht zuviel Post von Wagner lesen, da kriegt man Gehirnkrämpfe von…

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