Trickreiches Product Placement im Web
Gerade haben sich Vermarkter, Medien und Werbungtreibende daran gewöhnt: Pre-Rolls sind DIE Killerapplikation bei Online-Videos. Da verbaseln die USA nach der Immobilienkrise nun auch dieses Geschäft. Die Zahlen einer Studie von Burst-Media sehen nicht gut aus. Die Nutzer sind nicht begeistert. “Three quarters (78.4%) of respondents say in-stream advertisements in online video are intrusive — and one-half (50.4%) say advertisements in video content disrupts their web surfing experience.” Muss man also wohl mit dem Florett arbeiten und nicht mit dem Säbel. Das wäre in diesem Fall vielleicht Schleichwerbung Product Placement. Nachträglich in die Videos eingebaut. Auf der Adtech wurde sowas im Frühjahr schon mal im Ansatz vorgestellt. Mit einem deutlich ausgereifteren System zieht jetzt Burda Digital Systems um die Häuser. Burda ist dafür mit dem israelischen Start-up SeamBi eine exklusive Partnerschaft eingegangen. Auf dem DLD hatte mir SeamBi-CEO Roy Baharav das System vorgestellt. Das beeindruckende an der Product-Placement-Offerte: Die eingeblendeten Logos und Werbeflächen sehen verflixt echt aus und selbst nachträglich eingebaute 3D-Objekte wirken geradezu “erschreckend” real. Machbar ist alles: Ein Bild im Hintergrund einer Kochshow kann dabei zu einem Markenlogo umfunktioniert werden, der Frühstücktisch einer TV-Serie im Nachhinein mit einer gut sichtbaren Produktpackung ergänzt werden. Endlich könnte also die Pepsi bei “GZSZ” gut sichtbar auf den Tisch. Oder Coke. Oder Müller-Milch. Je nach Targeting und dem ganzen Data-Gedöns. Werbeeinnahmen sollen sich Websitebetreiber und Rechtinhaber teilen. Der Vorteil ist klar: geringerer Nervfaktor als Pre-Rolls und Co. Und akzeptiert wird die Integration von Produkten in Nichtwerbeumfeldern offenbar selbst im TV von einer Mehrheit. So eine TNS Emnid-Studie. Warum soll es im Web anders sein? Link: sevenload.com Lästig könnte nur der Rundfunkstaatsvertrag werden. Wenn er denn die Web-Welt mit einsackt und unter das Product- Placement-Verbot packt. Aber bis Mitte 2009, Zielvorgabe für die Endformulierung, ist noch Zeit. Außerdem ist da noch die geplante EU-Richtlinie, die Product Placement in Filmen und Unterhaltungssendungen erlauben will. Bis dahin sollte man jedenfalls demnächst mal genauer hingucken, was da alles so im Video zu sehen ist. Beispiele auch nach dem Link zur Website Addmagic von Burda und SeamBi.












