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Blinde Arroganz gegenüber Blogs

30. Januar 2008
von

Wieder einmal hat sich ein Unternehmen in die Nesseln gesetzt, weil sich das Management im Umgang mit Bloggern als target.jpgHort Ewiggestriger erweist. Und das ausgerechnet in den USA, wo man den Blogs gemeinhin so etwas wie Relevanz zubilligt. Die Handelskette Target hat da geschlampt, weil sie mit Blogs nicht redet. Die Arroganz schlägt ihr nun nicht nur im Web zurück, sondern auch bei der ehrwürdigen “New York Times”.

Was war passiert? Ein Bloggerin, die sich mit dem Einfluss von Marketing auf Kinder beschäftigt, mokierte sich über ein Anzeigenmotiv (Foto Adrants), dass eine Frau mit gespreizten Beinen auf einer Zielscheibe zeigt. Target, um Stellungnahme gebeten, lehnte ein Gespräch ab. Man rede nicht mit “nontraditional Media-Outlets”. Obendrein fokussiere man sich auf Medien der Zielgruppe. Dabei sieht sich die Bloggerin Shaping Youth selbst als “Target Market”.

Mit ihrem Schweigen zeigen die Krämerseelen allerdings nicht nur ein eklatantes Unverständnis darüber, wo ihre Zielgruppe überall sitzt. Dahinter zeigt sich aber auch einmal mehr die Arroganz gegenüber dem Kunden. Der hat die Botschaften nach dieser Sichtweise zu akzeptieren und soll lediglich konsumieren. Ansonsten stört er nur. Dass sich hinter dem Versuch eines kritischen Dialogs ein durchaus auch interessierter Kunde verbergen kann – dafür sind Unternehmen wie Target blind.

Blind sind sie auch für den Einfluss von Blogs auf eben ihre Zielgruppe, die sich vielfach eben nur noch vermeintlich über traditionelle Medien ansprechen lässt. Weitaus intensiver aber könnten sie diese Kunden im Kontakt mit Blogs erreichen (Vor allem wenn sie diesde nicht nur als Link- und PR-Abladestation begreifen). Dann darf die Kommunikation keine Einbahnstraße sein. Gegenverkehr macht aber Mühe. Kunden machen Mühe. Das nicht zu kapieren, scheint im Handel aber ein weltweites Phänomen zu sein.

via Textdepot

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Kommentare zu “ Blinde Arroganz gegenüber Blogs ”

  1. StoiBär am 30. Januar 2008 um 11:17 Uhr

    Der Link bei der NYTimes führt nur auf eine Registrierungsseite und ist scheinbar nicht frei verfügbar. Was steht denn ungefähr drin?

  2. Sachar am 30. Januar 2008 um 12:08 Uhr

    Zu diesem Thema passt auch folgendes, aktuelle Posting: http://www.ahlers-blog.de/2008.....st-gallen/

  3. OlafKolbrueck am 30. Januar 2008 um 12:51 Uhr

    @stoibär.
    hier (ist die registrierung dort nicht kostenlos?) mal quick and dirty:
    NYTschildert das Echo: Word of the exchange quickly spread and the blogosphere did not appreciate the slight. “Target doesn’t participate in new media channels?” asked the Web site for the Word of Mouth Marketing Association. Target “dismisses bloggers” commented the blog for Parents for Ethical Marketing.”
    und fragt sich:
    “Could Target, the ever-hip, contemporary retailer, really have such a low opinion of blogs, the ever-hip, contemporary media channel? Yes, at least for now. ”
    Daneben erwähnt NYT, dass die Anzeige wohl weiter geschlatet wird.

  4. smoggy am 30. Januar 2008 um 17:59 Uhr

    Solche Fälle sollten mal öfter eintreten, bis Blogs endlich mal der notwendige Respekt entgegengebracht wird. Ich finde es immer wieder schade, dass man Blogs nicht ernst nimmt, bzw. ist das meistens nicht gerade der Fall. Mal schaun wie das in Zukunft wird.

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