Spießer Alfons: Fragen zum Karneval in Kalau
Hallo, liebe Närrinnen und Narren! Wenn Ihr eingefleischte Karnevalisten seid, dann könnt Ihr dem Spießer vielleicht folgende Frage beantworten: Wenn dort auf den Bühnen bei Fernsehübertragungen so komische Typen auftreten und Sachen von sich geben, über die Alfonsens Großvater schon nicht einmal mehr grinsen konnte — wieso lachen die Leute über solch abgestandene Witze? Alkohol? Oder Alzheimer…?
Hinzu kommt, dass die neueren und besten Gags von den Quatschköpfen zusammengeklaut worden sind. Kaum ein guter Witz stammt von den Rednern selbst. Und wie Spießer Alfons gehört hat, bekommen die Doofmützen auch noch Geld dafür. Geld fürs Klauen!
Ja, merkt das denn keiner…?!?
Gut, zu Karneval herrscht Narrenfreiheit. Aber bedeutet das, dass jeder Depp vors Mikrofon treten und den Mund aufmachen darf? Dann doch lieber eine Bundestagsdebatte, die ist lustiger!
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Fasching ist “lustig sein auf Kommando”. Als norddeutscher Fischkopp wollte mir die Befehlskasperei nie so richtig “rin in Kopp”.
Die Kalauer sind grauenvoll und häufig übelstes Comedy-Recycling. Stammtisch-Klopfer par excellance. Nur zu ertragen, wenn der Pegel stimmt.
Ich lebe zwar mittlerweile im Ruhrpott, habe jedoch in meiner Kindheit und danach einen gewissen Einblick erhalten. Meiner Meinung nach ist das ganze nur geschickte Werbung für die “Stunksitzung”, die den offenen Weltgeist des Rheinländers repräsentiert, während der Kappes drum herum eigentlich nur eine Verallberung des Kapitalismus darstellt. In den Sitzungen der roten und blauen Funken sind daher auch viel häufiger “Immis”, also Zugereiste, vertreten, die das ganze ernst nehmen.
Dies basiert auf der kölschen Tradition, Touristen zu neppen. Siehe “Halve Haan” (Käsebrötchen) und der im Mittelalter beliebte Verkauf von Heiligenknochen, die schon damals direkt aus Taiwan importiert wurden. So wie die heute beliebten Souvenirs, die daraus entstanden, daß die katholische Kirche den Verkauf von Knochen verbot.
Eigentlich war die Kappensitzung im Karneval eine Verallberung der preußischen Besatzer (daher die Uniformen und das Zappeln). Die gerne verwendete Zahl Elf war das abgewandelte Kürzel für “liberte-egalite-fraternite”.
@ Roland
Lieber Roland, ist es nicht schön, dass wir Norddeutschen auch ohne Alkohol lustig sein können
@ Pingu666
Danke schön für die Aufklärung – habe ich alles nicht gewusst!
@ Spießer: Da nich für, gerne ;o) Wie meine Omma immer sagte: “Man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu!” ;o)
Und mal an dieser Stelle das übliche Lobhuddeln: Danke für Deine Artikel, lese sie immer wieder gerne!
Böse Zungen behaupten, Fasching sei die temporäre Legitimierung öffentlichen Fehlverhaltens alkoholabhängiger Dorftrottel.
@ EssWeh Das mag stimmen, Fasching kenne ich nicht. Stammt davon diese italienesche, sehr dunkle, Hemdenmode ab? Ich habe mal gelesen, daß der Designer 1945 in Italien erschossen wurde und in Mailand zur Schau gestellt wurde, um andere Designer von einer weiteren Verwendung des Designs abzuhalten. Der hieß Musselin oder so ähnlich…
@Pingu666
Aber nein doch, nichts modisches. Zumindest nichts aus dem Textilbereich. Es handelt sich dabei um die Extremsportart “Faschisten bashing” – kurz Fasching. Weit verbreitet vor allem im geografisch linken Teil Deutschlands, wie heißt der noch mal … ah, ich habs: Westen! Mussolini ist also im Prinzip eines der ersten und vor allem prominentesten Opfer des Faschings.
@EssWeh: Ach so… Aber da kann man doch nicht wirklich gegen sein, schließlich ist Sport doch eigentlich etwas gutes. Von wegen gesunder Geist im gesunden Körper. Oder?
*leichtverwirrtbin*
Ja, Sport ist grundsätzlich toll, Fasching moralisch vertretbar, aber Karneval – ne, da hört bei mir der Spaß auf!
@ EssWeh: Wie lehrt uns doch der rheinische Buddhismus: Jede Jeck is anders. ;o)
Das hast du herrlich geschrieben