Kognitive Dissonanzen beim Web-Shopping
Die Navigatorin und Beifahrerin beleidigt, die kognitiven Dissonanzen untherapierbar — die Suche nach einem Navigationsgerät endete im Debakel. Schuld dran ist das Web. Aber mit dem Web könnte auch Besserung kommen.
Natürlich fühlt sich die Navigatorin in ihrer Kompetenz (unbestritten) und Autorität (zweifelsfrei) als Kartenleserin untergraben als ich online nach einem Navigationsgerät suche. Karten sind doch wohl etwas zu barock. Nur die Suche stürzt mich von dumpfen Zweifeln schließlich in dissonante Depressionen. Die Geräte taugen alle nichts. Alle.
Die offiziellen Testergebisse von TomTom, Garmin und Co sind widersprüchlich und begleitet vom stets nagenden Zweifel, ob da nicht doch das Anzeigengeschäft die zweite Stelle hinter dem Komma metaphysisch beeinflusste. Noch schlimmer aber die Bewertungen der Navis bei Amazon und Co. Zu jedem himmelhochjauchzend ein zutodebetrübt. Selbst bei jenen hochpreisigen Geräten die gute Testergebnisse vorweisen, saust so manches Mal das Fallbeil der Kritik durch die elektronische Wunderwelt.
Das heißt: Gerade in der gehobenen Preiskategorie sind Bewertungen bei zahlreichen divergierenden Meinungen keine Hilfe mehr. Lobt da ein Helferlein der Firma die Marke in höchsten Tönen? Tippt da ein Mitbewerber verbale Blutgrätschen? Liefert da ein völlig kritikloser Massenkonsument sein Urteil ab? Miesepetert da ein technisch mit Blindheit geschlagener an der Bedienung?
Ich weiß es nicht. Und eben das macht diese Bewertungen letztlich völlig nutzlos und überflüssig. Da könnte ich auch eine Münze werfen oder die schmollende Navigatorin fragen.
Aber die streikt gerade bei der Sprachausgabe.
Die Mängel der gegenwärtigen Online-Bewertungen sind aber auch die Chance des Webs. Befreundete Blogs nach ihrer Meinung fragen ist das eine, das eigentlich conveniente sind aber die privaten Netzwerke in den Communities. Wenn ich hier Leute treffe, deren Meinung ich auch auf anderen — ähnlichen – Ebenen schätze, können sie auch bei solchen Entscheidungen eine Hilfe sein. Solche Vorlieben transparent zu machen kann daher durchaus Sinn machen — für die eigene Selbstdarstellung, für den Nutzwert für das Netzwerk und für das Marketing sowieso. Das Social Shopping findet denn auch über kurz oder lang nicht mehr auf den Portalen und Webshops statt, sondern, (weil die allmähliche Nutzung des Social Graphs bei Amazon und Co nicht genügend Klebstoff , Vielseitigkeit und unmittelbaren, dauerhaften Kontakt bieten wird), direkt innerhalb der vernetzten Welt der Communities.
Bis dahin gibt es erstmal kein Navigationsgerät. Die Navigatorin zuckt mit der Schulter. Gut, dass sie ihre Bewertung gerade nicht veröffentlichen kann.
Nachtrag: Interessantes Dossier zum Verkaufen im Community-Zeitalter (PDF) vom E-Commerce-Kenner Jochen Krisch und Co-Autor Andreas Haderlein.
Beiträge im Blog verpasst? Einfach alle Beiträge per RSS-Feed abonnieren. Link rechts in der Sidebar.



















Nicht soviel darüber lesen, Olaf. Das verunsichert nur. Ich bin Besitzer eines Garmin – sehr zufrieden und der Kaufimpuls und entschluss kam aus einer Quelle
http://www.connectedmarketing......ganda.html
Moin Olaf, ich habe seit vier Jahren ein Navi am Mopped, mit ein wenig Aufwand mehr oder weniger passend gemacht. Davor erklärte man mir, daß sowas nicht ginge. Weil dies und das. Hätte ich damals auf das Netz gehört, hätte ich ebenfalls nie ein Navi gekauft. Mit anderen Sachen geht es mir mittlerweile genau so wie Dir und auch mich nervt es. Entweder auf gute Bekannte hören, oder einfach mal ein Risiko eingehen ist wohl die einzige Alternative.
@roland: Genau , Martin ist so eine Quelle der ich trauen würde. Martin, noch zufrieden mit dem Nüvi?
@pingu666: Genau das wollte ich sagen, verlässliche Mundpropaganda wird immer wichtiger. Und bei einem Preis ab 200 Euro ist mir a) das Risiko to much und b) der Aufwand (Umtausch, weiterverkauf, etc) zu lästig. Drum prüfe wer sich ewig bindet…