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Spießer Alfons: märchenhafte Werbung! (Update)

26. Februar 2008
von

Wir sehen im Werbebild eine große Frau vor einem kleinen Lift und bekommen die Frage gestellt: „Bereit für größere Aufgaben?“

S__ddeutsche_1.jpg

Das wirft natürlich zusätzliche Fragen auf. Zum Beispiel: Handelt es sich bei der Dame um Frau Gulliver, die einen Job sucht im Hause der Liliputaner? Dann würde es sich allerdings um keine größeren Aufgaben handeln, sondern um kleinere, bei der die Frau sich ziemlich bücken muss, um durch die Tür zu kommen.

Es könnte sich bei der jungen Dame aber auch um Schneewittchen handeln, die nach der Scheidung von ihrem Prinzen wieder einen Job bei den 7 Zwergen haben möchte, die inzwischen bei ebay einen Online-Shop für Halbedelsteine betreiben und in einem Wolkenkratzer im Bayrischen Wald residieren – siehe Inserat der “Süddeutschen Zeitung”!

Immer diese Ungewissheit! Dabei sollte Werbung doch eigentlich Fragen beantworten und nicht aufwerfen! Weiß vielleicht ein Mitglied der Blog-Gemeinde, was das Bild mit der großen Frau vor dem kleinen Fahrstuhl bedeuten soll…?

Spießiger Nachtrag auf Grund nachfolgender Kommentare:

Im aktuellen kress-report findet Ihr auf Seite 4 eine alte Anzeige von
„Playboy“ aus dem Jahre 1988 mit der Headline: “Größe hat nichts mit
Format zu tun.” Spießer Alfons meint, dass diese Anzeige eine Antwort
ist auf die Anzeige der „Süddeutschen“ — wenn Ihr diese beiden
Inserate bitte mal vergleichen wollt!

Playboy_1988.jpg

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: märchenhafte Werbung! (Update) ”

  1. Mark Schmidt am 26. Februar 2008 um 20:11 Uhr

    Wie wäre es mit “Die Frau ist ihrem jetzigen Arbeitsplatz entwachsen”? Ich finde das Motiv zwar nicht genial, aber zumindest verständlich. Am ehesten könnte ich noch einen vergleich mit Alice im Wunderland ziehen, die sich dem Hasen folgend durch die kleine Tür zwängen muss.

  2. ccbb am 26. Februar 2008 um 22:09 Uhr

    ein sehr verständliches und bestimmt ganz gut arbeitendes motiv.
    große und kleine menschen hat man aber schon sehr sehr oft gesehen…

  3. Pingu666 am 26. Februar 2008 um 23:08 Uhr

    Es erinnert mich an den Film “Being John Malkovich”. Und damit sind wir dann mehr oder weniger wieder bei Be Berlin…

  4. Jörg Rentrop am 26. Februar 2008 um 23:23 Uhr

    N’Abend, Spießer,

    nee, da bin ich mal nicht bei Dir. Die Headline löst es doch klar auf: Nicht Liliput, sondern der Kandidat ist dem Job entwachsen. Ist doch eine prima Kampagnenidee. Na, komm’ schon ;-)

  5. Dierk am 27. Februar 2008 um 09:24 Uhr

    Also, HL und Bild ergänzen sich hier nicht, sondern konterkarieren? Die Menschen wachsen nicht mehr an ihren Aufgaben, sondern die Aufgaben an ihren Menschen? Oder wie?

    Und, ist die Aufgabe in diesem Fall Liftboy*?

    *Oops, ‘tschuldigung: Liftgirl.

  6. Lutz Thümmel am 27. Februar 2008 um 09:59 Uhr

    @Jörg

    Nun, mag ja sein, daß ich die Überschrift anders lese, aber für mich steht dort nicht, daß die Dame ihrem Job entwachsen ist sondern es wird gefragt, ob sie sich für höhere Aufgaben berufen fühlt.

    Nur, daß die Aufgabe – ich interpretiere dies jetzt so – in Form des Aufzugs nicht größer sondern kleiner ist. Zumindest auf meinem Bildschirm. Eine größere Aufzugstür zu öfnen wäre auch eine größere Aufgabe.

    Das Motiv wie abgebildet suggieriert mir, daß sich die Frau verbiegen/bücken/verkleinern/anpassen o.ä. muß, um in die neue Aufgabe zu passen.

    Aber vielleicht sehen wir die Dinge als Dialogagentur immer gleich zu spießig…

    Immerhin fand es die Süddeutsche das Motiv toll. Der Verlag ist jetzt verkauft worden. Vielleicht werden bald viele zu groß geratene Damen vor zu kleinen Aufzugtüren stehen und froh sein, wenn sie noch eine Aufgabe haben…

    Gruß, Lutz

  7. Fred am 27. Februar 2008 um 16:19 Uhr

    man weiß einfach nicht was in dem Köpfen der Werbenden so vor sich geht

  8. Pixel am 27. Februar 2008 um 17:44 Uhr
  9. Miethirn am 28. Februar 2008 um 08:56 Uhr

    eine 20 jahre alte anzeige ist eine antwort auf eine aktuelle? versteh’ ich nicht.

    das vermutlich nicht neue thema “mir wird das alles zu eng hier” finde ich in der süddeutschen anzeige sauber umgesetzt.

    @ lutz: du bist sicher dass du in einer agentur arbeitest, und nicht auf kundenseite?

  10. ludwig bauhgast am 28. Februar 2008 um 17:15 Uhr

    “Das Motiv wie abgebildet suggieriert mir, daß sich die Frau verbiegen/bücken/verkleinern/anpassen o.ä. muß, um in die neue Aufgabe zu passen.”

    Das ist ihre ALTE Aufgabe. Sie ist mittlerweile “zu groß” dafür. Also soll sie sich was neues suchen. Wo? Na in der SZ.

    Ist das so schwer?

  11. Spießer Alfons am 28. Februar 2008 um 17:36 Uhr

    @ ludwig bauhgast

    Ja, das ist so schwer. Denn wie die alte Playboy-Anzeige schon aussagt: “Größe hat nichts mit Format zu tun.”

    Außerdem: Die Frau will doch “nach oben”, oder? Und oben ist die Fahrstuhltür dann größer…? :)

    Die Bildersprache ist eine schöne Sprache, speziell für Werbezwecke. Nur sollten die Bilder dieser Sprache die Antwort bringen und keine Rätsel!

  12. Lutz Thümmel am 28. Februar 2008 um 20:44 Uhr

    @miethirn

    Ja, da bin ich sicher. In meiner. Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun?

    @ ludwig bauhgast

    Wahrscheinlich ist es so schwer. Aber vielleicht ist das Sich-mit-der-Anzeige-beschäftigen auch Kalkül. Am Ende bleibt ein Rätsel. Und man blättert weiter.

    @Spießer Alfons

    Vielleicht steigt die Dame in der oberen Etage als Zwerg aus um dann mit den neuen Aufgaben wieder wachsen zu können..?
    Wir verstehen das halt nicht! Nimm´s hin!

    Gruß, Lutz

  13. ludwig bauhgast am 29. Februar 2008 um 11:08 Uhr

    leute leute leute,
    ich versteh euch nicht. Die gute Frau ist sicher genervt, wenn sie sich tagtäglich in den zu kleinen Aufzug zwängen muss. Das spricht vermutl. genau diejenigen an, die sich tagtäglich ebenfalls “klein” machen und unter Wert verkaufen müssen.
    Beide wollen was neues, was größeres.

    Ich habs auf anhieb so verstanden und es macht auch IMO Sinn. Aber Werbung erklären zu müssen ist fast so schlimm wie bei nem Witz :)

  14. Spießer Alfons am 29. Februar 2008 um 11:18 Uhr

    @ ludwig

    Was gemeint ist, hat vermutlich jeder von uns verstanden; was ausgesagt wird, ist allerdings kontrovers. Und deshalb darf man bei dieser Kreation ja wohl mal in die Keatiefe steigen, oder…? ;)

  15. Spießer Alfons am 29. Februar 2008 um 11:22 Uhr

    By the way: News-Flash von HORIZONT-NET: “Süddeutscher Verlag: Geschäftsführer Hanswilli Jenke und Klaus Josef Lutz müssen gehen.”

    Spießige Vermutung: Beide Geschäftsführer waren vermutlich zu groß für den kleinen Lift im Süddeutschen Verlag ;) !

  16. Lutz Thümmel am 29. Februar 2008 um 12:53 Uhr

    @Spießer Alfons

    Na, dann sag´ ich ´mal lieber nichts mehr, sonst schicken sie die großen Frauen auch noch hinterher. Und ich werde hier geteert und gefedert. Als V-Mann der Kundenseite…

    Andererseits können die beiden ex-GF nun die Stellenanzeigen der Süddeutschen studieren. Vielleicht läßt sie auch jemand den ”aufwärts” Knopf drücken.

    Gruß, Lutz

  17. Miethirn am 2. März 2008 um 12:06 Uhr

    @ lutz: deine interpretation liest sich wie die eines angst-essen-seele-auf produktmanagers, der nichts zu melden hat. deswegen.

    stünde in der headline “dem job entwachsen” dann wäre das … ja, genau … neger vor hütte.

  18. Peter am 2. März 2008 um 12:19 Uhr

    Miethirn, ich kann diese ewige Ausrede vom “Neger vor der Hütte” nicht mehr hören! Lass Dir mal was Sinnvolleres einfallen! Zum Beispiel: Show, what you say, and say, what you show!

  19. Lutz Thümmel am 3. März 2008 um 10:24 Uhr

    @miethirn

    Aha, das sehe ich zwar nicht gerade als Antwort auf meine Frage, freue mich aber immer, wenn mir jemand sagt, wo es langzugehen hat.

    Was den zweiten Teil Deiner Mail betrifft: Was wäre an direkter Ansprache auszusetzen?

    Hat sich nicht in grauer Vorzeit jemand hingesetzt und der Reklame die hehre Aufgabe zugeteilt, zu helfen, Produkte zu verkaufen? – Weiter nichts?

    Ich weiß, ich werde mit den Jahren zum Dinosaurier, der die moderne Welt nicht mehr versteht und nicht mehr weiß, welche „Philosophy” ein 24jähriger Senior-Creative-Wasauchimmer in das Branding hineinschwafelt.

    Als wir vor nicht allzu langer Zeit einer Frankfurter klassischen Agentur – natürlich aus purer Angst und Verzweiflung – mit Dialogmarketing erst unter die Arme griffen und dann mit lediglich ca. 8% des klassischen Projektbudgets auch den Hintern vom Grill gezogen haben, mußten wir uns am Ende genausolche Sprüche wie die Deinen anhören. Einer meinte sogar, dieses Dialogmarketing, was wir machen, wäre ja bloß „Couponschnipselei”. Ohne sexy zu sein.

    Der Endkunde hat sich nach einem Pitch mittlerweile für uns Angsthasen entschieden. Wahrscheinlich weil die Produktmanager ums nackte Überleben kämpfen und ihre Seele längst der Angst geopfert haben.

    Schöne Woche, ich frage dich dann, wenn ich nicht mehr weiter weiß.

    Gruß, Lutz

ivw