Sei Berlin: Ich kapier`s nicht
Endlich kann ich wieder froh sein in Hessen zu wohnen. Hauptsache nicht in Berlin. Denn die mit viel Brain und viel Geld entwickelte Kampagne “Sei Berlin” verströmt den Charme einer Heizdecke. Fremdschämen möchte ich mich. Wohlmeinend kann man den Auftritt immerhin noch für die kleine Zahnspangen-Schwester von “Du bist Deutschland” halten.
Keine Ahnung wie Bürgermeister Wowereit da ein “ungeschminktes, aber faszinierendes Bild” der Stadt erkennt. Ich erkenne hier noch nicht mal einen Zusammenhang zwischen ungeschminkt und faszinierend.

Ich verstehe höchstens, dass ein Haufen Agenturen und 12 Geschworene ein Board mit großen Namen am Ende nicht mehr zustande brachte als eine Kampagne, die wie eine Mischung aus Mittelstandsförderungsprospekt und IHK-Flyer wirkt, einen Klingelton produziert und auf User Generated Advertising hofft. Vor allem aber, kann die Kampagne den Berlinern so Selbstvertrauen einhauchen? Wofür? Ich dachte immer, die Berliner können vor Metropolen-Stolz ohnehin kaum über einen Bürgersteig gehen.
Nachtrag: Der Berliner Johnny fühlt sich an der Spree behandelt wie ein Kleinkind und tut sich obendrein die Website an.
Da mache ich doch gleich mal eine digitale Straßenumfrage:
Wie faszinierend ist "Sei Berlin"?
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Olaf, ich verstehe Dich nicht! Das ist doch eine unerhört kreatiefe Kampagne! Wahnsinnig die Idee, Substantive genauso klein zu schreiben wie Berlin! Wenn Berliner Schüler das im Deutschunterricht auch so machen, ist es Essig mit Abitur. Aber dann können sie später ja immer noch überraschend auf dem
Strichlaufsteg der berliner straßen arbeiten. Oder in der zuständigen Reklamefirma!Wenn ich diese Kampagne sehe, dann schäme ich mich, ein Berliner zu sein.
Richtig analysiert: Diese Kampagne wurde mit viel Hirn und Geld entwickelt – aber ohne Herz. Wenn das Berlin ist, dann möchte ich kein Berliner sein.
Berlin ist so viel mehr als das. Selbst dieser Satz wäre ein besserer Slogan als “Be Berlin”. Blödsinn. Dafür werden meine Steuern verschleudert. *Kopfschüttel*
Ich bin Hamburg. Oder Schleswig-Holstein. Oder vielleicht doch nicht?
Ist doch klasse. Und “überraschend erfolgreich berlin” passt doch schon gut in einen Satz, oder? Wenn Berlin mal erfolgreich ist, dann ist das doch überraschend, oder?
Zu viele “oder”, aber sei berlin. jetzt. in ganz klein. oder?
Ich frage mich, ob die zu doof waren für “Ich bin ein Berliner”. Alt, abgedroschen und trotzdem besser.
Das ist unfassbar schelcht…ich bin Berliner seit genertationen und ich finde “arm aber sexy” am besten…
Für den kennedy-spruch hätte man ja kaum geld für die kreative leistung verlangen können? oder gerade doch?
Mensch, hier scheint sich ja ‘ne richtige Expertenrunde versammelt zu haben. Alle Mann aus der Branche, nehm’ ich an? Wo seid Ihr Profis immer nur, wenn’s gilt sich was einfallen zu lassen? Wie wär’s denn mit ‘nem brauchbaren Gegenvorschlag?
Kritik ist schön und gut. Aber dümmliches Rumgemopper und Klugscheißerei braucht ja nun wirklich kein Mensch.
Olaf, ach Berlin ist Meister darin, Geld aus dem Fenster zu schmeißen. Das hätten wir auch noch geschafft.
Nora, gerne hätte ich geholfen. Leider wurde ich zum Pitch nicht geladen.
Sachar, der Pitch war bundesweit ausgeschrieben. Teilnehmen konnte im Prinzip jeder. Es wurde ja schon im Vorfeld — wenn ich mich recht entsinne sogar in diesem Blog — diese sehr demokratische aber leider honorarlose Ausschreibungspraxis bemängelt.
Und Kritik äußern dürfen nur Menschen, die sich nicht zu schade waren, in ihrer Freizeit für ohne Geld die Arbeit von “Experten” zu erledigen?
Nur zur Info, Nora: Die GWA-Statuten verbieten zum Beispiel den Mitgliedern die entgeltfreie Teilnahme an Wettbewerbspräsentationen (siehe http://gwa.de/index.php?id=77 -> Punkt 5.4).
Auch abgesehen davon gab es reichlich Kritik am Ausschreibungsverfahren, siehe etwa hier: http://www.horizont.net/aktuel.....71795.html
… also nicht eben viele Gründe, sich für eine Stadt ins Zeug zu werfen, die vor allem durch Arroganz und Inkompetenz glänzt. Kritikern kann man diese beiden Attribute natürlich ganz grundsätzlich wunderbar anheften. Aber selbst, so sie im Einzelfall zuträfen, wäre hier dann ja nur Gleiches mit Gleichem vergolten, oder?
Außerdem: dieses ist ein Fachblog, in dem man sich eben über Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen äußert, sie diskutiert. Gegebenenfalls kritisch. Warum sollten wir ausgerechnet im Fall dieser Kampagne davon absehen? Müssen wir Angst haben um die sensible Seele der Reichs- ähhhh Überhauptstadtbewohner?
M.: Bitte nicht die Kritik an der Kampagne mit Kritik an Berlin verwechseln und vermischen.
Wer sich so etwas ausdenkt, wer so etwas freigibt und wer so etwas finanziert, gehört aus mindestens 3 Gründen bestraft:
1. Weltweite Verunglimpfung einer ganzen Stadt
2. Beschädigung der “sexy” Marke Berlin
3. Veruntreuung von Geldern
@olafkolbrueck: Was spricht denn gegen “Ich bin ein Berliner”?
Der berühmte Satz “Dahinter steckt immer ein kluger Kopf” der FAZ stammt ja auch nicht von Scholz&Friends, aber die haben eine schöne Kampagne aus einem uralten Slogan gemacht.
@Claus Thaler: Ich sag ja nicht, das etwas dagegen spricht. Hätte man sich aus Werbersicht halt dazu bekennen müssen, das es schon einen alten, guten Slogan gibt und man sich die Arbeit sparen kann. Fällt manch einem vielleicht schwer.
Was aber vielleicht dagegen spricht: Hat der Satz international noch Gewicht? Klingt er nicht hierzulande vielleicht zu sehr nach Kennedy, Brandt und Schwarzweiß-Fernsehen?
Vielleicht sollte der eine oder andere mal darüber nachdenken, was “Kritik” von Stammtischgefasel unterscheidet.
Unglaublich schlecht! Wahnsinn! Allein schon die Tatsache, dass Claimfindung, Kampagnenentwicklung und Corporate Design getrennt ausgeschrieben wurden, zeigt die Inkompentenz des Pitch-Organisators.
Was dann bei so was rauskommt? Wie werden es wohl die nächsten Wochen und Monate ertragen müssen. Wann wird Wowereit noch mal abgewählt?
Schade, dabei hat es defintiv bessere Ideen (und vor allem: Claims!) gegeben. Man müsste sie eigentlich mal veröffentlichen.
Das Berlin Board hat mit dieser Entscheidung man mal wieder echten “Berlin-Geschmack” bewiesen.
Etwas merkwürdig finde ich ja, dass der Markenexperte Jochen Pläcking, dessen Agentur im Vorfeld der Ausschreibung eine Präsentation zur Entwicklung einer Markenstrategie für Berlin vorgestellt hat, der im Auftrag des Regierenden Bürgermeisters den Wettbewerb fachlich begleitet hat und nun das Kreativteam leitet, nun mit seiner Agentur Kleinundpläcking Markenberatung selbst zu den Gewinnern des Wettbewerbs gehören soll. Das finde ich zumindest ungewöhnlich…
Ich denke, die Tendenz des Kommentars von venus könnte in die richtige Richtung gehen. Allein die Masse der Agenturen zu prügeln – noch dazu alle in einem Sack – dürfte zu kurz gesprungen sein. Die vielen Köche im Board und die langen Schützengräben im Rathaus werden den Brei erst recht und mutmaßlich allen voran ungenießbar gemacht haben. Darüber könnte ein Insider wie Nora Michalski sicher einiges erzählen.
Nora erwecke auch auf mich den Eindruck, “betroffen” zu sein.
Insofern würde es mich freuen, wenn sie selbst die Kampagne nicht nur stammtischmäßig verteidigt, sondern auch mal das aus ihrer Sicht Positive hervorhebt.
Tatsache ist: Claim und Kampagnentwicklung wurden getrennt ausgeschrieben.
Bedeutet: Der Claim sollte (und musste!), wenn er den Ausschreibungskriterien genügen sollte, alleinstehend funktionieren und die Kernbotschaft des Briefings transportieren, die lautete: “Berlin – Stadt des Wandels”.
Was sagt “Be Berlin” ????? Nicht nur gar nichts, sondern vor allem nicht “Stadt des Wandels”.
Jetzt kann man sagen: Scheiss auf die Ausschreibungskriterien, ein Claim braucht immer einen Kontext, um mit Inhalten und Emotionen gefüllt zu werden. Und das ist sogar richtig.
Richtig ist aber auch, dass dann der Ausschreibungstext von vornherein eine Farce war.
An Sachar: Mir geht es gar nicht darum, die Kampagne zu verteidigen (und ich bin was die Entwicklung von Kampagne und Claim angeht auch weder “betroffen” noch “Insider”). Was die kann oder nicht kann wird die Praxis zeigen.
Aber: ich habe mir selbst Gedanken über einen Claim oder Slogan für Berlin gemacht und bin zu keinem besseren Ergebnis gekommen. “Ich bin ein Berliner.” wäre vielleicht wirklich optimal gewesen. Vor 20 oder 30 Jahren zumindest noch. Außerdem spricht hier niemand darüber, dass “be Berlin” eigentlich nur eine Art Wortmarke ist, die sich aus dem Claim-Ansatz ergibt und den finde ich mit “Sei… Sei… Sei Berlin” in verschiedenen Variationen (siehe Motive oben) eigentlich ganz gut. “Sei Straße, sei Laufsteg, sei Berlin” in Verbindung mit der Rütli-Klamotten-Geschichte ist “arm aber sexy” in einem anderen Gewand.
An Nora:
Du bist auf keinen besseren Claim als “be Berlin” gekommen?
Ja, und?
Ich will ja hier nicht polemisch werden, aber ist das etwa ein Gütekriterium für diesen sogenannten Claim?
Venus: Bitte wirf mal einen Blick auf die beiden Motive (ganz oben auf dieser Seite) und sage mir, wo Du einen Claim siehst und wo Du so etwas wie eine “Kampagnen-Wortmarke” siehst. Ich glaube, wir reden hier aneinander vorbei.
Und nein, das mir nichts Besseres eingefallen ist, soll kein Gütekriterium sein. Ich habe aber auch noch kein “Kriterium” gelesen, das den Claim, der keiner ist, tatsächlich als schlecht qualifiziert. Doofe Ausschreibung, doofe Hauptstadt sind keine Kriterien zur Beurteilung einer als Claim missverstandenen Wortmarke, oder?
Nora, dann werde ich Dir kurz und knapp erklären, warum ich “Be Berlin” mau finde. Die Parallele zu “Du bist Deutschland” wurde ja bereits gezogen. Auch ich sehe sie und finde es nicht besonders originell, das Ganze mehr oder weniger ins Englische als Imperativ zu übersetzen.
Aber davon abgesehen: Berlin ist doch nun wirklich die derzeit wichtigste Stadt Deutschlands. Wir in Deutschland nehmen das eventuell gar nicht so wahr, aber im Ausland wird man zum Teil mit großen Augen und Neid angeschaut, wenn man erzählt, dass man aus Berlin kommt.
Aber was genau ist Berlin? Berlin ist nicht so edel wie Paris, Berlin ist nicht so punkig wie London, Berlin ist roh, unverbraucht, jung, frisch – aber auch traditionell, wenn man an die vielen kulturellen Angebote (die ja rückwärtsgerichtet sind) denkt. Berlin ist etwas Neues. Etwas, das in zehn Jahren Berlin nicht mehr sein wird. Etwas sehr Ungeregeltes. Berlin ist in gewisser Weise und trotz all der Bürokratie noch sehr anarchistisch. Und wird es schon bald nicht mehr sein.
Berlin ist ein Erlebnis. Das ist für mich das Fazit meiner Überlegungen. Berlin ist ein Abenteuer. Und genau das sollte auch der Claim sein. Nun, bin ich zwar in der Medienbranche tätig, aber kein Werbetexter. Insofern möge bitte jemand, der mir zustimmt, das in Werbisch übersetzen.
“Be Berlin” hingegen ist einfach nur aufgesetzt. Sei das, was wir sind. Vielschichtig und multikulturell. Das ist doch wirklich platt. Und wird dieser großartigen Stadt nicht gerecht.
Ich bin nicht vom Fach, aber Berlinerin seit meiner Geburt und mit ganzem Herzen.
Mit diesem Slogan kann ich mich genauso wenig identifizieren wie mit “arm aber sexy”, was bei letzterem unter Umständen an meiner extremen Abneigung gegen unseren regierenden Bürgermeister (die Wahl in Berlin war leider erst 2006) liegen könnte.
Auch kann ich aus Laiensicht nicht nachvollziehen, warum man mit der Rütlischule werben muss. Mit einer Schule, die dadurch bekannt wurde, dass an ihr Bedingungen herrschten (nunmehr ja glücklicherweise nicht mehr), die jeden Lehrer zum heulen bringen. Mag mir das wer vom Fach erklären?
Übrigens erinnert mich dieses Plakat (blenden wir Rütli mal aus) an ein Plakat, das mal an meiner Berufsschule hing und Schulabgänger ohne Mittlere Reife davon überzeugen sollte, ein berufsbildendes Jahr an eben jener Schule zu absolvieren um die eigenen Zukunftschancen anzuheben.
Ich persönlich lebe Berlin anders.
Da fällt mir ein: Lebe Berlin?
Naja is wahrscheinlich alles besser als be berlin.
An Sachar: Danke! Endlich mal vernünftige Argumente.
“Be Berlin” ist für sich alleine gestellt sicherlich nicht sehr überzeugend. Wie gesagt verstehe ich nur nicht, warum alle (Wowereit inklusive) an dieser Wortmarke hängen. Ich bin auch keine Werbetexterin, finde aber zum Beispiel “Sei Straße, sei Laufsteg, sei Berlin” sympathisch und stimmig — und weit entfernt von “Du bist Deutschland”. Vor allem ist das variabel und ausbaufähig. Alles, was Du an Attributen und Gegensätzen anführst, ließe sich darin transportieren.
Ich warte noch immer auf einen überzeugenden Gegenvorschlag.
Ich bin durchaus der Meinung, dass “Ich bin ein Berliner” als Testimonial-Kampagne (hätte man auch wunderbar interaktiv machen können) ein weitaus besserer und überzeugenderer Vorschlag ist.
Olaf, vielleicht können wir hier ja eine Ideenbörse mit Vorschlägen und anschließendem Voting durchführen. Und dann verlägert Ihr das Ganze in den Print. Als User Generated Campaign oder Kampagne 2.0 oder als Berlin 2.0. Hm?
An Tess: “lebe Berlin” scheitert schon mal daran, denke ich, dass es auf Englisch (live Berlin) kaum funktionieren würde, weil es nicht eindeutig ist, ob es sich um den Imperative handelt. Und wie bereits erwähnt: wenn man “be Berlin” nicht isoliert betrachtet, sieht alles schon etwas anders aus.
Was die Rütli-Schule angeht, wird ja eher kommuniziert, dass sich da etwas verändert. Und Wandel ist ja wohl sehr bezeichnend für Berlin, oder?
@ Sachar: Bitte nicht ein gesundes Maß an Polemik mit “Kritik an Berlin” verwechseln und vermischen
@ Nora: Warum dieser Claim nicht der Weisheit letzter Schluss ist, wurde hier ja kürzlich schon ausführlicher erörtert: http://www.off-the-record.de/2.....fuer-alle/
Übrigens, “be berlin” NICHT als Claim, sondern nur als “Wortmarke, die sich aus dem Claim-Ansatz ergibt” aufzufassen… meinst du wirklich, das macht einen großartigen Unterschied? Zumal für den Betrachter dort draußen, der sich mit solchen feinen Nuancen unserer Profession wohl kaum beschäftigen dürfte? “be berlin” ist auf den Motiven als Abbinder/Absender der Aussage platziert, das sorgt für eine entsprechende Wahrnehmung.
Ich finde “Ich bin ein Berliner” leider schon etwas überstrapaziert. Ideenbörse klingt aber nach einer guten Idee.
Wo ist eigentlich die Stammtisch-Fraktion abgeblieben? Des gegenseitigen Klugscheißer-Schulterklopfens müde geworden? Oder nach dem fünften Herrengedeck die Mitteilungsfähigkeit verloren?
@ Nora: Ah ja, das mit dem Englisch hatte ich nun wieder vergessen.
Naja, ich weiß nicht. Von “grauenvolle Bedingungen” zu “normal” ist zwar schon ein Wandel, aber keiner, den ich persönlich unbedingt hervorheben wollen würde. Ich denke es gibt andere Beispiele.
Ja ich weiß, ich bin stur, was diesen Teil der Kampagne angeht… Aber ich führe das auf meine oben angedeutete Antipathie gegen “arm aber sexy” zurück.
Für mich ist Berlin reich. Reich an Kultur, reich an Geschichte, reich an Leben etc., das lässt sich für mich nicht mit diesem Wowispruch vereinbaren.
An M: Habe mir den Beitrag von Spießer Alfons eben mal durchgelesen. Was wird da bitte “erörtert”? Das ist genau die Art von Stammtischgewäsch, das mir hier so auf den Keks geht.
Und ich finde schon, dass es einen Unterschied macht, ob “be Berlin” isoliert betrachtet wird, oder im Rahmen der gesamten Kampagne. Für sich betrachtet sagt es gar nichts — im Kontext mit dem Dreizeiler macht es Sinn. Und es wird ja wahrscheinlich immer im Kontext zu sehen sein. Ich denke, der unbedarfte Betrachter wird der Wortmarke gar nicht so viel Aufmerksamkeit schenken. Er wird wohl vorrangig auf die drei Zeilen achten. Und mit denen lässt sich aus meiner Sicht sehr viel machen.
“Wo ist eigentlich die Stammtisch-Fraktion abgeblieben? Des gegenseitigen Klugscheißer-Schulterklopfens müde geworden? Oder nach dem fünften Herrengedeck die Mitteilungsfähigkeit verloren?”
Nora, das war nun aber leider gerade der Stammtisch-mäßigste Beitrag des gesamten Threads
Noch kurz was zur fachlichen Untermauerung, warum “be berlin” als Markenclaim negativ bewertet werden muss: Ein Claim hat die Aufgabe, ein für die Zielgruppe relevantes Versprechen einer Marke prägnant auf den Punkt zu bringen; die Markenpositionierung erlebbar zu machen; und dabei unverwechselbar sowie stark erinnerungsfähig zu sein.
“be berlin” erfüllt KEINE dieser Aufgaben. Einen besseren Vorschlag entwickle ich nur gegen entsprechende Entlohnung – sorry, aber “Milder Geber” steht eben nicht auf meiner Visitenkarte.
Liebe Leute, beruhigt Euch. Wenn die berliner Politik sich mit bescheuerten briefings und beschränkten Behauptungen bezüglich der Zielsetzungen ihrer Kampagne den A aufreißt, dann muß sie irgendwann eben auch ‘be’ sagen. Befremdend ist in der Tat, wie Johannes bemerkt, die Rolle von Pläcking. Er hat offenbar eine immer währende Affinität zu ‘be’ – als Ex-Werbeleiter von Benz.
M., den Stammtisch mal beiseite. Was, wenn der Claim ein Slogan wäre? Oder wie gesagt gar eine Wortmarke? Und stattdessen dem Dreizeiler “Sei…, sei …, sei Berlin”, der sich zielgruppengerecht mit Inhalt füllen lässt und gleichzeitig noch vermag, eine Geschichte zu erzählen, die Aufgabe zukäme, ein Claim zu sein?
Und wenn Du hier von “der” Zielgruppe sprichst, wen meinst Du da?
@ Nora:
Meine Ausführungen bezogen sich jetzt nicht auf die Funktion des Claims (oder Slogans – diese Begriffe werden synonym verwendet) in DIESER Kampagne, sondern allgemein auf die Aufgaben, die ein Claim zu leisten hat.
Wer die jeweilige Zielgruppe ist, muss natürlich von Fall zu Fall definiert werden. Wer sie in diesem Fall ist oder sein soll, das weiß ich nicht – mir lag das Briefing nicht vor. Aber ich denke, “be berlin” ist für KEINE Zielgruppe ein relevantes Versprechen. Ganz sicher aber nicht für diejenigen Menschen, die (wenn ich das richtig verstanden habe) mit den aktuellen Motiven konfrontiert werden – die Einwohner der Stadt. Denn die SIND doch schon längst Berlin.
Wenn man nun deiner Argumentation folgt und davon ausgeht, dass sich die Betrachter viel mehr in den Headlines wiederfinden bzw. von diesen angesprochen werden sollen – dann finde ich das sogar noch viel schlimmer. Denn ich als Berliner (der ich übrigens tatsächlich bin) will mir nicht sagen lassen, wie ich zu sein habe, um “Berlin zu sein”. Davon abgesehen: “Sei überraschend. Sei erfolgreich.” – ????? Ob ich erfolgreich bin, kann ich mir nur sehr bedingt selbst aussuchen.
“Unverwechselbar” ist, zuletzt, definitiv was ganz anderes – egal, ob man nun über die Headlines oder den Claim spricht. “be berlin”, sei so-und-so: das ist vollkommen austauschbar, das könnte sich nun wirklich jede zweite Marke irgendwie zu eigen machen. Und genau das wurde auch in den Kommentaren zum Spießer-Alfons-Artikel erörtert, auf den ich verwiesen hatte. Amsterdam benutzt etwa einen ganz ähnlichen Claim schon viel länger – und viel hübscher: I AMsterdam…
HORIZONT schreibt heute: “Der Auftritt tut zunächst vor allem eins: Dem Bewohner von Berlin Selbstbewusstsein einhauchen:”
Etwa mit Sprüchen wie “sei unikat, sei delikat, sei straße, sei laufsteg …” ?? Da hat jemand von “den Berlinern” nicht die geringste Ahnung.
Jemand? Zählen Sie doch mal die ganzen Mitwirkenden, die an diesem konstruierten Stück Werbung herumbasteln: die Agenturen Mapvertise, We do Communikation, Embassy, Namestorm, Code Couture, A&B Face2Net, Jovoto; das Board mit Döpfner, Mühlemann, Schirrmacher u.a. (wer sind eigentlich dei Anderen?), sowie als Berater das IEB und Herr Pläcking. Ich habe unter den ganzen Köchen keinen einzigen entdeckt, der sich mit seinem Wissen um “Wie und warum Werbung funktioniert” einen Namen gemacht hat.
Schon erschreckend, wenn man jetzt liest, wie viel Geld da mal wieder für eine dilettantisch gemachte Kampagne aus dem Fenster geworfen wird.
In Berlin wird nicht nur Currywurst gegessen. Berlin ist nicht nur pleite, sondern auch der Standort erfolgreicher Unternehmen. In Berlin gibt es Menschen aus vielen verschiedenen Kulturen, aber wenn sie integriert sind, dann sind die echt herzig und gehören voll dazu zu diesem Berlin. Und die Problembezirksschüler sind gar nicht so chancenlose Schläger, sondern machen Superprojekte an ihren Schulen. Das sind die Geschichten, die mir diese Kampagne erzählt. Wow.
Klar verdienen die präsentierten Schicksale irgendwo Respekt für ihre Leistungen. Haben sie toll gemacht. Die Kampagne allerdings verdient den nicht. Denn für die beschriebenen Insights braucht man allenfalls die Beobachtungsgabe einer Seegurke. Und dafür, diese dann auch noch so dermaßen banal, so kalkuliert, so platt, so vorhersehbar unüberraschend zu inszenieren, kann keiner der Macher Applaus erwarten. Die Kampagne ist schnarchlangweilig und weiß in keinem einzigen Moment zu berühren. Doch, in einem schon: In dem PR-Textlein von — oder über — die Autorin Petra A. Bauer auf der Kampagnenseite findet sich zum Schluss der Satz: “Danke, Berlin.” Das fand ich nett. Den Text kann man sogar bewerten; bei den vorgekauten Inhalten, die heute früh schon online standen, fehlt diese Option lustigerweise. Sind wohl über alle Zweifel erhaben, aber sei’s drum.
Über den Claim “be berlin” ist schon genug geschrieben worden. Und was dieses Gekreische nach Alternativvorschlägen soll, mag sich mir nicht erschließen. Eine Menge Menschen haben die Kampagne entwickelt, verantwortet und wurden dafür bezahlt. Für “Mach’s halt besser” ist es da ein wenig spät. Es gab hier ja vereinzelt die Ansicht, dass es den perfekten Claim für Berlin schon gäbe, den von Kennedy nämlich. Ich meine, es gibt auch schon den perfekten Kommentar zu dieser Kampagne — und der stammt von RIngelnatz: “Ach schweigen wir lieber. — Pfui Spinne, Berlin!”
ohne Worte….
Arm, aber nicht sexy.
manueller Trackback: http://blog.kmto.de/article/arm-aber-nicht-sexy-2
Mit Verlaub, diese Kampagne ist schlecht, einfallslos, langweilig, uninteressant und überhaupt nicht Berlin. Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen.
Hier wurde wahrscheinlich im großen Stil versucht, Hirnschmalz in der Schaffensphase zu vernetzen und final mit großer Anstrengung noch einmal ordentlich durch die Mangel zu pressen.
Berlin ist sexy. Die Kampagne ist es nicht.
die aufregendste stadt deutschlands?
ich habe 3 jahre dort gelebt und war sehr enttäuscht, ich glaube aufregend war es in den 90ern.
heute gibt es die besseren elektroclubs in münchen und touristen und freunde, die mich hier, oder ganz allgemein deutschland besucht haben, bevorzugen oft münchen. ist halt immer noch die heimliche hauptstadt und einfach schöner und besser
und zur werbung, claim und kampagne sind einfach mies.
“ich bin ein berliner” wäre aber auch nicht besser gewesen.
meiner meinung nach ist es aber auch gar nicht notwendig, berliner selbstvertrauen einzuimpfen. davon haben sie genug.
wie wäre es denn damit, ein bisschen wirtschaft anzulocken?
oder sich um andere themen zu kümmern, toleranz z.b.:
habe in drei jahren berlin 4 rechtsradikale übergriffe (in berlin mitte und prenzlberg!) erlebt, einmal war ich selbst betroffen.
berlin ist nämlich leider kein stück weltoffen und auch nicht multikulti.
ausläneranteil in berlin 13% , frankfurt 24%, münchen 23%,
aber in münchen und frankfurt funktioniert das zusammenleben, wogegen der berliner ein verschlossener, knorriger kautz ist (natürlich gibt es ausnahmen)
und die meisten toleranten, sympathischen leute sind zugezogen
cedrical, diese Kritik kann ich einmal mehr nicht nachvollziehen. Ich wohne hier mittlerweile seit über 20 Jahren und habe als Deutscher mit Migrationshintergrund noch nie Probleme mit Rechtsradikalen gehabt. Ich sage nicht, dass es sie nicht gibt, aber ich widersetze mich der Kritik, dass Rechtsradikalismus ein Berliner Problem ist.
Zumal: Ich würde wirklich darum bitten, dass wir beim Thema Kampgane bleiben und nicht dazu übergehen, Berlin zu bashen. Schon weil die Kampagne so viel Kritik hergibt.
Olaf, wie schaut es denn aus mit einem Wettbewerb “off the record sucht Berlins Super-Kampagne”?
ICH BIN EIN BERLINER – neu aufgeladen, wäre eine wirklich gelungene Sache gewesen. Be Berlin -kann man ja schon gar nicht aussprechen.
Noch schlimmer ist aber gerade das Rurhgebiert hoch N – unfassbar schlecht! Siehe hier:
http://www.derwesten.de/nachri.....etail.html
Hm. lasst uns bitte hier keinen städtisches Schaulaufen beginnen.
Zur Wettbewerbs-Idee. Ja, im Grunde ist es eine sehr hübsche Idee. Aber, aber: Ich mag keine kostenlose Pitches. Und bis zu einem gewissen grad wäre solch ein wettbewerb hier, für den es nicht einmal einen blumentopf geben würde, nichts anderes als für lau kreatives Potenzial anzuzapfen.
@ cedrical:
Was juckt es die Eiche, wenn sich die Sau an ihr kratzt! Und damit Schluss mit dem eh müssigen Thema, welche Stadt die dicksten Eier hat! Was soll das?
Ich als Ur-Berliner kann nur sagen, dass es ein gigantischer Segen für die Stadt ist, dass ihr Hessen, Hamburger, Türken, Moslems, Amerikaner, Iraner, Palestinenser, Juden – ja und sogar ihr Münchner – uns nicht mit dem gemeinen Berliner allein gelassen habt. Ich kenne Straßen in Berlin, das wird in jeder Sprache gesprochen, nur kein Berlinerisch. Das sind die Momente, in denen ich merke, dass hier was ganz und gar Aufregendes passiert ist. Vielfalt. Vielfalt. Vielfalt. Im Ansatz versucht die Kampagne das einzufangen. Sie kommt aber eben zu brav, zu glatt, zu schnöde daher. Eben alles, was Berlin nicht ist. Schade! Chance verpasst!
Olaf, ach, das kann man doch auch ganz anders sehen. Es wäre vielleicht eine Gratis-Geschichte – aber nicht umsonst. Ich als Berliner bitte um Rettung.
Ruhr hoch n ist vielleicht ne Ente:
http://www.pottblog.de/2008/03.....eine-ente/
Hallo Leute,
ich glaube tatsächlich, ich hab’s. Herr Wowereit selbst bezeichnete doch kürzlich die einstige Teilung der Stadt als ihr wichtigstes Merkmal/Markenzeichen.
Also denn:
Berlin. Stadt ohne Grenzen. ((bzw.))
Berlin. City without limits.
Botschaft/Message: In Berlin ist alles denkbar, möglich und machbar.
Dieser Gedanke kam mir bereits 1991 in Hamburg mit etwas Abstand zu meiner Geburtsstadt Berlin, als damals ein alter Kumpel viel früher als andere die Idee hatte, Berlin professionell zu vermarkten. Der verließ dann aber Deutschland lieber gleich ganz und so ist leider nie etwas daraus geworden.
Schönen Gruß an die muntere Runde.
und was wäre, wenn die kampagne just genau so ist wie berlin? eine üble großsstadtsuppe voller plattenbauten, eskapisten, zonis, scheissgraffiti, u-bahnschlägern, durch das netz gefallenen, haushaltslöchern, probleme ohne ende, ach was solls.
die kampagne ist nicht groß, nicht gut, nicht mal der rede wert, aber sie wird der stadt ohne weiteres gerecht.
Bernd, klasse Idee und definitiv besser als “Be Berlin”.
Es geht auch anders:
http://www.roemerwildberger.com/html/3_12.html
Einfach durch die Motive durchklicken.
@bernd: nicht schlecht herr specht
@ olaf kohlbrück
“Ich verstehe höchstens, dass ein Haufen Agenturen und 12 Geschworene ein Board mit großen Namen am Ende nicht mehr zustande brachte als eine Kampagne, die wie eine Mischung aus Mittelstandsförderungsprospekt und IHK-Flyer wirkt, einen Klingelton produziert und auf User Generated Advertising hofft.”
Gerade das war es eben, der große Haufen.
Viele Köche verderben den Prei. Deifi, deifi.
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Werberhölle
Wenn ein Werber in die Hölle kommt, dann kommt er in die Gremium-Hölle, deren Mitgliedern er unendlich lange präsentieren und wo er unendlich lange ändern muss. Anschließend wird er in den Blogs der anderen Höllenwerber verrissen.#
city without limits???
fände ich jetzt ehrlich gesagt auch nicht besser.
aber ein ordentlicher briefingsatz wäre es erst einmal.
aber jungs, da ist nichts mehr zu retten. das ding fahren die jetzt, da
können wir alle noch so sehr weinen.
aber mal konstruktiv.
so hätte das ganze in etwa funktioniert:
http://www.roemerwildberger.com/html/3_12.html
die schönste werbung, die sich mit berlin befasst, wie ich finde.
Was war das ZIEL dieser Werbemaßnahme nochmal?
Sollen
- Berliner ihre Stadt lieben oder sollen
- externe (wie ich als Minganese) oder
- extraterrestrische (NY)
ein wamet Jefühl für sie entwickeln.
Oder ist das ZIEL nochmal ein ganz anderes.
Weiß IRGEND JEMAND hier, was das ZIEL gewesen sein soll. Was wollte man damit erreichen (Das frage ich übrigens bei vielen Werbemaßnahmen. Langsam glaube ich wirklich, nicht nur der von mir hochgeschätzte technische Mittelstand schreibt in das Briefing: Ziel: Kampagne. *Aua*)
Ja cedrical, das Gedicht auf den Kacheln (Fotoanmutung reale Poesie oder poetischer Realismus) ist wunderschön und berührt.
(Wobei wir nicht wissen, ob die Berlinliebe der real exiistierenden Berliner gefördert werden soll oder was anderes, s. o. ZIEL)
Und genau das Gegenteil davon stößt mir bei den be Berlin Plakaten(?) auf: Die Peopleaufnahmen sind herzzerreißend gestellt und schlimm: PPP (Perfekt Plastik Photoshop).
Biedere 80er-Jahre-Plastikoptik spricht überhaupt niemanden an, egal welches (Un-)ZIEL da mal gewesen sein soll.
Schade…schade..schade….wir haben auch am Pitch teilgenommen obwohl wir die Ausschreibungskriterien mehr als fragwürdig fanden..dennoch als Berliner Agentur wollten wir unsere Idee einer integrierten Kampagne präsentieren….hatten eine Super Idee, die ….und das war ne harte Nuss….das Briefing “Stadt des Wandels” eindeutig übersetzte…..sollten das Ergebnis vielleicht demnächst auf unserem Blog veröffenlichen…vielleicht aber auch nicht da die Idee so gut ist…egal jedenfalls finde ich den Claim gar nicht mal so schlecht…auch wenn er wie bereits von einem Kommentar zitiert nichts und gar nichts mit dem Briefing zu tun hat….die Schüler Jugend forscht Sparkassen möchte gern Trendy sein Kampagne” dagegen umso gruseliger…..schade…schade…schade! Gruß Martin
Zum Briefing:
Man muss sich nur mal vorstellen, eine Marke etablieren zu wollen ausgerechnet mit dem Core Asset “Wandel”. In sich fast ein Widerspruch. Das ist bis jetzt nur Chamäleons und der Pop-Marke Madonna gelungen.
Mit dem gänzlich anders gearteten Nebenziel “Der Berliner soll sich mit Berlin identifizieren” (was ich der Morgenpost entnommen habe:
http://www.morgenpost.de/conte.....01138.html ) kommt man dann auch wunderbar ins Schleudern.
Ich weiß, Lehrbuchbesserwisserkram. Aber es wird immer wieder vergessen:
Ein Briefing muss sauber EIN Ziel formulieren, nicht noch weitere Unterziele. Ohne diese “singlemindedness” gibt es keine überzeugenden kreativen Ergebnisse. Oder anders gesagt: Wer ein eierlegendes Wollmilchschafschwein wünscht, bekommt immer: langweilige Soße, Allerlei.
Shit in – shit out. So einfach das.
Eine gut arbeitende Agentur muss bei Kundenbriefings – und erst recht bei solchen – erst einmal ein Re-Brief abliefern, das die Gedanken auf einen klaren Punkt bringt.
Schade, dass nicht mehr über die Thematik mit kleinundpläcking diskutiert wird…da würde ich gerne mehr erfahren…insgesamt sind wur uns wohl alle einig, dass weder die Kampagne, noch der Claim, noch die tolle neue Typo so richtig überzeugen…und das in Berlin, wo es so viele tolle Leute gibt, die bestimmt etwas besseres hätten machen können…Verdient hat Berlin diese Kampagne auf jeden Fall nicht…oder doch? Schließlich haben wir in unserem Land ja auch die tolle Du bist Deutschland Kampagne…
@Bernd Boegershausen: Limits wäre guter Ansatz
@Martin Bruss: Bitte nicht in der Schublade verschwinden lassen.
@Vroni: re-Briefing braucht bei all den Köchen ein breites Kreuz. Aber so? Allen wohl und keinem Wehe. Man will sich ja auch mit den Etatfdern schmücken können. Und bitte mein Name immer noch ohne “H”, Bringst Google noch ganz durcheinander.
@cedrical: Hübsch, aber ein büschen viel Text für plakative Plakatwerbung
bytheway: http://999blogs.de/clap-club/?p=709
@ Olaf Kolbrück
Entschuldigung für das zuvielerne “h”.
Stimmt: Für Gremien braucht man wirklich ein breites Kreuz. Der Agenturgründer Ogilvy sen. “rang the bell” (frei übersetzt: er trat gar nicht erst an), als er einem Seideneinkaufs-Konzern mit seinen vielen Gesellschaftern hätte präsentieren sollen.
Was ich aber überhaupt nicht verstehe, ist die Rolle der Agentur Kleinundpäcking. Listige Frage: Wenn sie so viel Einfluss hatte, wie gemunkelt wird, hätte sie locker dieses “breite Kreuz” sein können. Sie tat es aber nicht. Was sagt mir das.
Sag jetzt nichts. Ich sag auch nichts.
Ich hör sowieso grad schlecht.
http://tinyurl.com/2ubwtf
Warum die Headlines schlecht sind
Ich kann grundsätzlich nichts mit Aufforderungen, die mit “Sei…” beginnen, anfangen. Man sollte doch meinen, Berlin und Berliner SIND schon etwas. (Da gehe ich mit Spreeblick konform.)
Jemanden zwecks Identifikation stolz zu machen: geht doch nur, wenn man ihm erzählt, was er und seine Stadt alles Tolles ist , was er geschafft hat.
Ihm aber statt dessen bräsig zu erzählen, was er alles SEIN soll, das ist keine Identifikation, sondern… Erziehung komma schlechte.
Es ist also keine “Identifikations”-Kampagne. Aber was ist es dann.
Tarkan?
@ olaf
man könnte ja auch auf plakat verzichten. außerdem war das auf plakaten und hat gut funktioniert. wenn etwas lesenswert ist, wird es auch gelesen. nur halt nicht von autofahrern…
Gott ist das schlecht.
Die Kampagne der Morgenpost ist doch wirklich sehr viel emotionaler, filigraner und einfach professioneller. Die coolste Werbung für Berlin war m.E. von S&F wo sie in einer Art Zeitleiste Berlin den anderen Metropolen gegenübergestellt haben, hab leider keinen Link… Die Kampagne für NY, eine Stadt die mindestens ebensoviel Vielfalt bietet war auch überzeugend, es gibt mehr Beispiele dafür, dass es besser geht.
Claim ist schlecht: Berliner sind schon Berliner, andere wollen das vielleicht gar nicht sein. Grafisch gesehen: das Logo zu nehmen und davor “be” zu setzen, ist einfach Schwachsinn, geht gar nicht zusammen.
Die Sprechblase ist selten hässlich. Mir ist schon klar, dass man für so eine professionell aufbereitete Aktion keine “normal” Sprechblase nehmen darf, aber diese gebrochene Form (soll wohl ein Dialog sein, wobei es ja nur vorgeschrieben wird, was man sein muss) ist Kacke. Und weder Farbe noch Platzierung geht auch mit Fotos zusammen.
Die Fotos wiederum sind total steif, unnatürlich und wirken billig, durch die flache Belichtung (links-rechts Blitze geben noch keine Dimension). Und beim Casting waren nur Blinde dabei.
Text ist eine Katastrophe, weil ich nicht Straße sein will, weil ich eine eindeutige Sprache haben will, weil ich die Wiederholung des Claims (sei) nicht hören will, weil ich als Abbinder nicht ständig “sei Berlin” hören will, das steht ja sowieso immer unten dran.
Diese Kampagne zielt ja gerade darauf hinaus, dass man diese komische Sprechblase an die Wand klebt und mit eigenen Sprüchen füllt, im Namen Berlins. Aber könnt ihr euch vorstellen, dass es jemand tatsächlichmacht? Ich nicht.
Ich finde ja, es ist egal wer es verkackt hat, Kunde oder Agentur, das Ergebnis zählt und es ist mies. Der Kunde hat nicht erkannt, dass die Agentur Mist liefert, die Agentur konnte den Kunden nicht in die richtige Richtung lenken, ist doch total irrelevant, Hauptsache dieser Blödsinn wird jetzt überall plakatiert, und Leute die auf keinen besseren Claim kommen, verteidigen den Quatsch.
Langweilig.
Regt zu Satire an, ich warte schon auf die ersten Eingebungen auf flickr. “Sei Berlin!” in der TAZ:
http://www.taz.de/fileadmin/seite1/kari.gif
Dankeschön für eine so angeregt geführte, gepflegte Userdiskussion! War mir erstmals ein Vergnügen, so einer zu folgen.
Die Umfrage find ich Quatsch. Soll das witzig sein, ein wenig auf Hauptstadthasser zu formulieren? Eine so traurige Kampagne reicht mir eigentlich erstmal. Mein Herz!
Der klassische Dreizeiler der Kampagne funktioniert. Wie auch für Bier (Ohne Lemon. Ohne Cranberry. Ohne Bullshit.) oder Bier (Kein Stress. Keine Hektik. Kein anderes Bier.) oder Bier (Gut. Besser. Gösser.)
Gut, das hinkt. Aber noch lange nicht so wie die Laufsteg-Straße-Berlin-Kombination mit Rütlis. Sei Berlin und Be Berlin klappt wahrscheinlich auch noch eher als “Ich bin ein Berliner” (ich kann’s nicht mehr hören. und überhaupt: die Berlinerinnen?). Und die Aussage, dass der touristische Fremdling und der hier-hin-verlegte Industriebetrieb bis zur Stufe Hauptstadtbaustein assimiliert wird, ist auch keine schlechte. Ob’s den echten Berliner freut? Wenn’s Kohle bringt, bestimmt.
Vielleicht ist also der Ansatz nicht übel. Die Ausführung ist… inakzeptabel. Ja, es ist schon soweit, dass man sich über solides Handwerk freuen würde. Hier ist vom Casting über’s Shooting über das Website-Layout bis hin zur Programmierung alles ein großes LaLa.
Und dazu muss man auch gar nicht groß Gegenvorschläge bringen. Man SIEHT doch, dass die Motive nicht authentisch sind. Dass die Site holpert. Und die Photos Studiocharme haben. Mensch.
Sei Straße. Sei Laufsteg. Sei Berlin. Da stell’ ich doch Herrn Michalsky hin (Hip, Style, Schnauze UND Arbeitsplätze).
Und für Sei überraschend. Sei erfolgreich. Sei Berlin. nehm ich doch gleich nochmal den.
Oder einen von denen, die eine kreative Idee im lockeren Umfeld mit billigen Mieten in Berlin und aus Berlin zum Erfolg gemacht haben.
Jede zweite deutsche Band hat mindestens ein Mitglied in Berlin hocken. Wetten? Und die kennt man wenigstens. Wohingegen Rütli weiter Schweiz bleibt und die Schwester von Verliebt-in-Berlin noch nichtmal für Fielmann ankommen würde.
Ach Herrschaftszeiten, was reg’ ich mich auf.
Pönalezahlungen für schlechtes Handwerk, und gut is’. Da könnte ja jeder kommen.
Mir tun nur jetzt schon die Augen weh. Kann man froh sein, dass man streikbedingt ohnehin an keinen Plakaten vorbeifährt.
tag.
An Goldbauch: Dass bei der Ausführung einiges miserabel ist, sehe ich ganz genauso. Was aber das “Casting” angeht, ist die Idee ja, wenn ich’s richtig verstanden habe, ganz “gewöhnliche” Berlinerinnen und Berliner vorzustellen, die irgendeine besondere Geschichte mit der Stadt verbindet. Ich glaube, die bisherige Auswahl soll das lediglich veranschaulichen. Stünde an dieser Stelle jetzt ein Michalsky, hätte Hinz und Kunz ja eher Muffe, sich mit seiner kleinen Erfolgsstory danebenzustellen, oder?
Nö. Man wird ja wohl verschieden Abstufungen und Ausprägungen von Erfolg nebeneinander präsentieren können. Bloss muss für den Betrachter sofort ersichtlich sein, was die Story überhaupt ist.
Kleingedruckte Erfolgsstories liest kein Mensch.
Rütli als Erfolg oder typisch Berlin ist ungefähr so werbeträchtig wie wenn sich New York statt dem Herz eine Waffe in’s I-Love setzt.
Und die andere Madame? Kenn’ ich nicht. Und wenn die typisch Berlin ist, bin ich als Aussenstehender eher abgeschreckt. Und als Berliner fühl’ ich mich schlecht vertreten. (NICHTS gegen die Dame, und könnt’ ich das Kleingedruckte lesen, wär ich bestimmt beeindruckt, aber. Und genau das mein’ ich.)
TYPISCH heisst ja gerade NICHT, hinz und kunz da hinzustellen.
So empfinde ich das. Subjektiv, yeah. Und jetzt geh ich raus, auf leeren Tramgeleisen balancieren, durch die City. Wohl bekomm’s.
Ich finde es sehr sympathisch, dass eine Weltmetropole in ihrer Außendarstellung so bescheiden daherkommt.
Ich hingegen halte Bescheidenheit für keine typisch Berlinerische Tugend. Schon gar keine, die es zu bewerben oder nach außen hin zu kommunizieren gälte.
Und wenn doch, dann fallen mir sofort einige im öffentlichen Nahverkeher Beschäftigte als Plakatmotiv ein.
…möchte sich herzlichst für den ungewollten Smilie entschuldigen. Sowas aber auch.
Jetzt setz ich aber gleich einen Smiley, hier. War nämlich ironisch gemeint mit der “Bescheidenheit”.
Im Sinne von: “Mann, geht’s mir besch … eiden”.
Besch…eiden ist nämlich diese ganze miese, miefige Kampagne.
Pitch, Claim, Markenclaim, Board??? Die Kampagne soll den Berliner ein Selbstbewusstsein verschaffen? Die Kampagne soll ein “ungeschminktes, aber faszinierendes Bild” von Berlin vermitteln? Da schäm ick mir doch als Bärliner! Das ist doch “Du bist Deutschland” nur in Provinz, und noch viel schlechter.
Tut mir leid Leute, da war wohl noch Geld im Haushalt, das aber auf keinen Fall sinnvoll ausgegeben werden durfte (Straßenausbesserung, Schulsanierung, Pflege von Grünanlagen, Nachpflanzung von Bäumen, Einstellung von Lehrkräften), um ja keine Begehrlichkeiten bei irgendeiner Gruppe zu wecken. Auch durfte man das Geld aus hauslahtsrechtlichen Zwecken nicht einfach auf der Straße verteilen. Und was kommt dabei raus? Ein Spendentopf für Telefonhörerdesinfizierer!
@ Sachar – 11. März 2008 (20:02 Uhr):
Danke für Deine Zusammenfassung, was Berlin alles ist. Diese Vielschichtigkeit, die Menschen in aller Welt bewundernd auf die innerdeutsch oft als suspekt betrachtete Stadt blicken lassen. Die Mischung ist einzigartig, “very berlin” – oder “berliny”?! Genau deshalb ist “Be Berlin” / “be berlin” der perfekte Claim. Mehr muss man nicht dazu sagen – jeder soll herkommen, es spüren – es sein – und sich ein Stück mitnehmen. Ins Schwäbische, nach Übersee oder Down Under. Dieser Claim hat die Simplicity und somit das Zeug, so erfolgreich wie “I love NY” oder “I AMsterdam” (wird zweifarbig geschrieben) zu werden.
Die aktuelle Gestaltung ist sicherlich eine politische Kompromisslösung, zu der viel zu viele Amts- und Agenturschimmel ihren Senf betrugen – deutscher Nonstop Konsens eben. Der Grundstein ist gelegt – und darf sich in den nächsten Jahren weiterentwickeln – wie Berlin.
Eine kleine Anmerkung an die Freunde von “Ich bin ein Berliner”: der Spruch ist über vierzig Jahre alt. Gehen wir weitere vierzig Jahre zurück, wäre Berlin “die schnellste Stadt der Welt” – bezogen auf den heutigen Takt der Stadt echte Realsatire. Modernisierung und Erneuerung auf allen Ebenen tut Berlin gut (man erinnere sich an den West-Claim der 80er) – Ausruhen auf vergangenen Erfolgen bringt auf Dauer nicht weiter. Und waren es nicht Zukunftsglauben und der Wille zu Veränderung und Weiterentwicklung, die Berlin einst zur Boomtown machten? Die Motoren waren seinerzeit oft auch keine geborenen Berliner, nur Menschen, die hier die Möglichkeit zur Entfaltung sahen. “Jeder nach sein Façon” – in diesem Zitat Friedrichs des Großen (1712- 1786) liegt der “Spirit” Berlins: sei’ friedrich, sei’ groß, sei’ berlin!
Lieber Lars Schneider,
diese gequirlte Scheiße will doch kein Mensch hören, und vor allem nicht in Berlin! Das ist einfach eine Beleidigung für den gesunden Menschenverstand und für die Leute, die in Berlin leben. Ganz abgesehen davon brauchen nur Städte eine solche Kampagne, deren politische Führung ein Minderwertigkeitskomplex haben.
@ Sachar, Du schreibst: Berlin sei roh, unverbraucht, jung, frisch – aber auch traditionell, wenn man an die vielen kulturellen Angebote (die ja rückwärtsgerichtet seien) denkt. Berlin sei etwas Neues. Etwas, das in zehn Jahren Berlin nicht mehr sein würde. Etwas sehr Ungeregeltes. Berlin sei in gewisser Weise und trotz all der Bürokratie noch sehr anarchistisch.
Entschuldige bitte, Du bist 15 Jahre zu spät. Berlin ist genauso neu wie die Piercings von Lars oder der Tresor. Und anarchistisch nur im Kleinen. Wo, wird den Kampaignern aber ganz sicher nicht verraten. Denn auch diese kleinen Stilblüten werden von der Berliner Verwaltung gnadenlos gejagt.
Berlin ist eher ein Freiluftlaboratorium der New Economy mit all seinen prekären Lebenssituationen, dem Abbau öffentlicher Leistungen, dem Verschwinden von Industriearbeitsplätzen und der Schaffung miserabel bezahlter Ersatzjobs in der Dienstleistungsbranche für einen Bruchteil der Bevölkerung. Ein Schicksal, das auch Stuttgart, München, Hamburg usw. bevorsteht.
@ Tagedieb
“Ein Schicksal, das auch Stuttgart, München, Hamburg usw. bevorsteht.”
Dieses Szenario ist in München schon längst da.
Der Unterschied zu Berlin: Die PR für “das tolle” München so eisern (oder verkokst, wie man will) an “Laptop und Lederhose” festhaltend, dass sie das kaum durchlässt.
In Berlin wird das nur offener besprochen.
Lieber Tagedieb,
schade, dass ich damals nach der After Hour vom Tresor vergessen hab’ mich piercen zu lassen als ich noch roh, unverbraucht, jung und frisch war. Nun kann ich im Freiluftlaboratorium der New Economy gar keine Klischees erfüllen.
München und Berlin zu vergleichen ist müßig … da liegen die Probleme – alleine was die Arbeitslosenquote betrifft – doch weit auseinander.
Auch wenn die Kampagne von RömerWildberger etwas textlastig ist, so ist sie immer noch um Potenzen besser als das schale, abgestandene Be-Berlin-Bier.
Ist hier eigentlich Eigenwerbung erlaubt?
Ich bin schließlich gebürtiger Berliner – und habe mir schon vor Jahren mal einen Kopf gemacht, wie man die Stadt wieder auf alle Titelseiten weltweit heben kann (s. Mauerfall, s. verhüllter Reichstag usw.).
Das Ergebnis wurde (natürlich?) ganz schnell kurz- und kleingedacht. Doch als Urberliner hält man ja seine Klappe nicht – und läßt sich auch nicht von ein paar Schlipsträgern mit oder ohne Mandat ausbremsen. Daher in neuer Frische:
http://www.khammas.de/schoenst.....erkehr.htm
schlimme homepage. absolut uninteressant. das ist an die soap-gucker zielgruppe gerichtet…
Sorry Achmed,
aber das soll eine bahn-brechende Idee sein?
Mach’s dir doch nicht so kompliziert:
Die Umsetzung des Konzeptes ist nämlich sprichwörtlich “über Nacht” machbar:
Einfach mal die Züge und Bahnen außerhalb des Depots parken.
Am nächsten Morgen sind die Dinger komplett Grafitti-Kunst.
Ehrlich, berlinerisch und authentisch gestaltet.
Und das ganz ohne 100 TDM (inkl. 15 % Agentur-Provision).
PS: @Achmed: An deiner Homepage solltest du dringend arbeiten!
Kopiert? Adaptiert?
die neue Berlin Kampagne ist unserer, die wir ebenfalls als Vorschlag im Oktober 2007 eingereicht haben verblüffend ähnlich…
Dafür haben 6 Agenturen 5 Monate gebraucht….
Alles über unsere Kampagne und den Wettbewerb gibt’s in unserem Blog:
http://justberlin.co.nr/
@andrea
Klingt schon vom Aufbau wie Eure Idee.
Aber ich ahne und wage mal zu behaupten, dass Ihr nicht die einzigen und letzten seid, die eine solche oder ähnliche Idee eingereicht haben.
Ich will euch nichts unterstellen, aber liegt es nicht sehr nahe?
So oder ähnlich stelle ich mir inzwischen das Brainstorming bei vielen Wettbewerbs-Teilnehmern vor:
“Lass uns doch mal schauen mal was andere Städte so machen.”
“Ok. Was haben wir hier: I am sterdam.”
“Toll”
“Uii. Ich glaub’s nicht! Schaut mal. Bei Berlin steckt das englische Be am Anfang drin.”
“Wow! Das ist cool. Da setzen wir an.”
“Hey – erinnert Ihr Euch noch: Du bist Beethoven, du bist Goethe, du bist Deutschland?”
“Ja, geiler Dreischritt. Das powert. Das machen wir!”
“Wie wärs mit: Be Currywurst. Be Döner. Be Berlin!”
“Genial. Und funzt sogar auf Deutsch: Sei Rütli. Sei Kanzleramt. Sei Berlin.”
(Alle zusammen) “Hurraaaaa”
@ PIXEL
ja, vielleicht liegt es nahe. und vielleicht ist es deshalb gut oder funktioniert. fakt ist, dass wir diesen kampagnenansatz im oktober eingereicht haben, nicht gewonnen o.ä. haben und 5 monate erscheint die “neue” kampagne an der 6 agenturen gearbeitet haben.
@ andrea
Stimmt.
Würde mich auch im wahrsten Sinne des Wortes be-schis*** fühlen.
Bin gespannt, wie das die Verantwortlichen Euch und der Welt erklären.
Vielleich einfach so: “Be Berlin” ist nicht “Just Berlin”. Ich hab da zwar längst den Überblick verloren, aber wie es scheint, haben 4 Agenturen den gleichen Claim (“Be Berlin”) eingereicht und dafür alle ihr Stück vom Claim-Gewinn abbekommen. Wären es 5 gewesen, wären es 5 gewesen. Waren es aber nicht. Close but no cigar. So ist das eben manchmal, auch wenns ärgerlich ist.
@ramses101
ja, vielleicht ist das eben manchmal so. aber was sollen wir machen? ich glaube manchmal ist aktion notwendig. vielleicht kämpfen wir umsonst aber wir haben’s versucht. und ich denke zu recht.
Da gebe ich dir grundsätzlich recht. Nur lohnt es sich eben auch, sich vorher genau anzuschauen, was man da eigentlich gerade macht. Ich kenn jezuz euren Einwand nicht im Wortlaut, hab mich auch mittlerweile viel zu sehr in der reinen Claim-Geschichte festgefahren. Und da sieht es eben so aus: 4 x unabhängig voneinander “Be Berlin”, 1 x “Just Berlin”. Das erste hat gewonnen, das zweite nicht.
Natürlich kann man jetzt argumentieren, dass das dazugehörige Konzept mit sei X, sei Y, das gleiche ist – aber genau darum geht es ja gar nicht, ich seh da wirklich nur Windmühlen.
Mal ganz abgesehen davon, dass, wenn das so weiter geht, ALLE anderen Agenturen (die 4 mit “Be Berlin”) als Plagiatoren dastehen. Was ja nun wirklich ausgeschlossen werden kann, zumal, ich sags nochmal: Der Claim ein anderer ist. Und was für Konzepte die 4 Agenturen abgeliefert haben, wissen wir alle nicht.
Also: Wer ist der Dieb? Und was hat er geklaut?
@ Lars,
nein Lars, momentan kann man Berlin und München tatsächlich nicht vergleichen, denn der Prozess der massiven Deindustralisierung auch bezogen auf produktionsnahe Dienstleistungen steht München noch bevor. Oder, um es klarer auszudrücken, rund 350000 Arbeitsplätze in der Industrie sind in Berlin zwischen 1989 und 1996 innerhalb kürzester Zeit abgebaut worden. Bis heute wurde dafür kein adäquater Ersatz geschaffen bzw. sind keine neuen Arbeitsplätze entstanden. Sprich, die so freigesetzten Leute sind einfach überflüssig, sie haben keine Chance auf einen neuen Arbeitsplatz, weil es diesen einfach nicht gibt, selbst wenn sie sich noch so gut weiterbilden, eine neue Qualifikation zu legen oder was auch immer machen. Und dieser Prozess steht den von mir aufgeführten Städten noch bevor. Deshalb mein Verweis auf das Freiluftlabor.
Tja, ich bin Berliner. Schade das für so einen Dreck Steuergeld verschwendet wird. Ich nehme an der Auftrag wurde eh per Beziehung / Seilschaft vergeben. Zum Kotzen.
ihr seit`s echt cool, kommt`s nach osttirol, wenig einkommen, viele kinder früher, jetzt alle auswärts, ruhig und wenig ärger, wenn man`s kappiert, geht`s auch zum skihappening
orer