Spießer Alfons: Post an Wagner (7)
Lieber Gossen-Goethe,
heute haben Sie wieder mal so richtig zugeschlagen mit Ihrem offenen Brief an den lieben Hape Kerkeling. Sie gratulieren dem großartigen Künstler zu seiner schriftstellerischen Leistung, vergleichen die Auflage von Kerkelings Buch mit der Auflage von BILD, obwohl dieser Vergleich hinkt, weil die Auflage von BILD schon mal wesentlich höher gewesen ist.
Und dann kommen Sie ins Faseln: Kerkeling wurde zuerst von Loriot abgelehnt und dann als schwul geoutet. Dadurch ist es ihm „richtig dreckig“ gegangen, schreiben Sie, und deshalb ist er so erfolgreich geworden. Und weil er keine Gallenblase mehr hat und einen Hörsturz erleiden musste, lehnen Sie sich wieder mal kokettierend in Ihrem Schreibtischsessel zurück und ziehen für die Deutsche Nation Ihr höchst persönliches Resümee: „Ich bin froh, dass ich nur Rückenschmerzen habe. Ich bin froh, dass ich Franz Josef Wagner bin. Ihre Karriere ist großartig, aber sehr, sehr schmerzhaft. Ich bin da lieber ein Normalo.“
Wenn Spießer Alfons das mal interpretieren darf: Wer keine Gallenblase hat, darf keinen Alkohol mehr trinken. Deshalb ist die Karriere schmerzhaft. Wer Rückenschmerzen hat, darf hingegen saufen wie ein Loch. Deshalb ist die Karriere von Franz Josef Wagner nicht schmerzhaft sondern umnebelt beschwingt. Und darum ist der bedauernswerte Hape Kerkeling — im Gegenteil zu Franz Josef Wagner — kein „Normalo“.
Was ist das, ein „Normalo“…? Spießer Alfons hat nachgeblättert im Großen Wörterbuch der Deutschen Sprache (Duden) und gelesen:
„Normalo, der; -s, -s (bes. Jugendspr.): jmd., der in seiner äußeren Erscheinung, seinem Verhalten, seinen Einstellungen o. Ä. den allgemeinen Vorstellungen, Erwartungen entspricht, nicht auffällt.“
Lieber Gossen-Goethe, in den Augen des Spießers sind Sie kein Normalo, sondern Sie könnten der Sohn sein, den Charles Bukowski damals mit einer Primadonna gezeugt hat. Sie kommen nämlich sowohl nach Ihrem potentiellen Vater als auch nach der möglichen Mutter. Normal(o) ist das nicht.
Alfons ist sicher: Wenn Hape Kerkeling heute Ihre Kolumne gelesen hat, greift er zu einem Glas Wasser und spricht: „Wagner…? Ist das nicht dieser bedauernswerte Tristan, der keine Isolde findet, weil er noch eine Gallenblase hat…?“
Mit schmerzlichen Grüßen,
Ihr Spießer Alfons












Also Bitte! Bukowski hatte sicher seine Fehler… aber solch ein Fehltritt?
Dem kann ich mich nur anschließen. Wenn das Buk gelesen hätte, der würde sich im Grabe umdrehen… Oder auf seinem Sofa, umgeben von vielen Flaschen Bier.
Lieber Spießer, demnächst vergleichst Du noch Gotthilfblos Fischer mit Karajan… Das ist nicht nett! ;o)
Lieber F.J. Wagner,
Ihre Karriere ist vorbildlich. Sie helfen täglich dabei mit, die Bild-Zeitung in den Ruin zu treiben. Dazu brauchen Sie sicherlich viel Alkohol, denn umsonst sind Ihre schriftlichen Ergüsse sicherlich nicht zu erreichen. Da muss die Gallenblase schon viele Sünden ablassen.
Ich beneide Sie nicht, auch wenn Sie Ihren Sprit sicherlich auf Kosten von Spießer Alfons und Bildblog.de beziehen. Denn ohne Sie wären wir alle doch auf die Peinlichkeiten der Politiker angewiesen. Und die sind mittlerweile nicht wirklich lustig…
Mit leberwertigen Grüßen, Ihr
Pingu666
Lieber F.J. Wagner.
Das Sie keine Ahnung und davon viel haben weiß ich ja bereits. Aber zu Ihrer gepflegten Kenntnisnahme:
Auch ohne Gallenblase darf man Alkohol konsumieren. Die Galle wird in der Leber produziert. Die Gallenblase ist das Gallendepot und gibt Gallenflüssigkeit ab.
Mit freundlichem Gruße
Obermotzbruder
Hört doch mal auf mit dem Wagnerbashing!
Der Mann ist Romantiker und meint es ernst.
Er erledigt einfach seine Arbeit! Wobei zur Arbeit gehen in Wagners Falle heißt, glaubt man den Schlechtmeinern, dass er mittags um zwei Uhr aufsteht, die BILD-Zeitung liest und fern sieht, seine Meinung entwickelt und das Tagwerk zu Papier bringt um sich anschließend in der Paris-Bar langsam in die Dämmerung zu trinken….
Der Mann ist schwarze Romantik und Männerleid. Hemingway und Joseph Roth, “Männer ohne Frauen” und “Die Legende vom heiligen Trinker”.
“Saufen ist weinen.”
Sie als Kritiker verstehen sein Å’uvre einfach nicht! Er meint es immer ERNST, er ist buchstabengewordene Romatik
.
So bald Sie einen Roman wie “Das Ding” oder “Im September, wenn ich noch lebe”, abliefern und dann noch in der Lage sind, die Anpassungsleistung hinzukriegen und als Ghostwriter für Beckenbauer UND Becker (oder war es Udo Jürgens??) zu agieren und dabei über 20 Jahre nie ein gewisses, hüstel, “Grundrauschen” (vulgo: Pegel) verlieren, dann, ja dann will ich nichts gesagt haben.
Unser Wagner liebt die Freiheit.
Beste Grüsse, Schomberg.