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Dacia und die geschmacklose Revolution

7. April 2008
von

Es gibt da derzeit einen Spot für Dacia Logan, bei dem ich mir immer wieder zwei Fragen stelle: 1. Wie geschmacklos darf Werbung sein? 2. Wer ist eigentlich die Zielgruppe? Auf beide Fragen finde ich keine befriedigende Antwort.

Mit Revolutionsmienen tauchen in dem Spot unter anderem ein Double von Wolfgang Thierse Karl Marx, Johnny Depp Che Guevara, Fidel Castro, Lenin, Mao, Chang Kay-Shek Ho Chi Min, Gandhi und anderen auf, als wäre der Werbeblock ein heiteres Prominentenraten.

Nur kann ich mir beim besten Willen keinen halbwegs vorgebildeten Kundenkreis für Dacia vorstellen, der diese historischen Gestalten erkennt und den vermeintlichen Humor der Werbebotschaft damit auch versteht. Dacia-Kunden stelle ich mir eher als Lidl-orientierte und entpolitisierte Klientel vor, die “Wetten das” zuweilen zu intellektuell und Kerkeling manchmal etwas zu akademisch findet. Mögliche Kunden also, die mit lookalikes von Dieter Bohlen und Mario Barth besser bedient wäre.

Ein einigermaßen aufgeklärtes und gebildetes Zielpublikum, dass die Geschichtsgestalten erkennt, aus rein rationalen Erwägungen Dacia daraufhin ins Relevant Set hebt und den Witz goutiert, möchte ich mir allerdings ebensowenig vorstellen. Denn diese Zielgruppe dürfte und sollte es als werblichen Kolbenfresser empfinden, dass in dem Spot für den Umsatz Figuren hoffähig gemacht werden, die für den Tod von Millionen von Menschen verantwortlich sind.

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Kommentare zu “ Dacia und die geschmacklose Revolution ”

  1. Sachar am 7. April 2008 um 15:55 Uhr

    Was den Bildungsgrad der Dacia-Zielgruppe angeht, widerspreche ich Dir massiv. Nicht jeder, der billig kauft, denkt in engen Schubladen.

    Was den Spot angeht, komme ich aber zum gleichen Ergebnissen. Ein Auto, das keine Revolution darstellt, als solche zu verkaufen, ist schlicht dumm. Und sich nur über den Preis zu definieren, ist noch viel dümmer.

    Soll so eine erfolgreiche Marteinführung aussehen? Ich kann es nicht glauben.

  2. solneman am 7. April 2008 um 15:55 Uhr

    schade, dass herr ceausescu nicht mit von der partie ist. so als völlig unpassende historische konnotation zur marke dacia.

  3. Curi0us am 7. April 2008 um 16:00 Uhr

    Was den Bildungsgrad angeht stimme ich @Sachar zu. Auch gebildete können interesse an billigen oder preiswerten Autos haben. (Im Zweifelsfall z.B. Studierende).

    Fand den Spot unter dem “Prominente raten” Aspekt übrigens durchaus unterhaltsam. Sollte Image-Transfer aber klappen (sonst wären die drölfmillionen Testis in anderen Spots auch wieder blöde) natürlich ein Fataler Spot.

    Motiviert mich auch absolut nicht Dacia zu kaufen.

  4. Warren am 7. April 2008 um 16:22 Uhr

    Absolut schlechter Spot. Konnte bis heute nicht verstehen, warum er als kreativ und überaus Produkt-relevant in anderen Blogs bzw. Onlinediensten beurteilt wurde. Bei Hitler regen sich alle auf, aber Mao ist voll OK. Der hat ja woanders gemordet. Und ist irgendwie weiter weg und so. Gandhi hätte ich mir persönlich ja noch gefallen lassen. Doch der kommt nunmal auch schon in dem einzig waren “Neudenker”-Spot vor. Nämlich bei Apple’s legendärem “Think different”.

  5. Zeitnehmer am 7. April 2008 um 16:52 Uhr

    Das mit der ungebildeten Zielgruppe sehe ich auch anders. Für mich war der Logan tatsächlich eine Zeit im relevant mindset. Als No-Frills Alternative zu den klassischen Marken-Kombis. Mich hat eher die Hecktüren-Lösung wieder abgebracht…
    Der Spot allerdings funktioniert für mich als Zielgruppe rein garnicht. Ist der Logan jetzt ein Produkt aus dem Altersheim der Revolution? Ist der Preis die Revolution? Intelligenter fände ich es, zu zeigen, was man mit dem gesparten Geld alles machen kann. Wenn ich 5.000 Euro weniger für mein Auto ausgebe, kann ich mit meiner Familie schön in den Urlaub fahren und die Karre bis unters Dach mit schönen Dingen vollpacken auf die die Familie nebenan, die sich für teuer Geld einen Ford, Opel oder VW gekauft hat, verzichten muss.
    Mein Bedürfnis in dessen Zeichen eine Revolution geführt werden soll ist nämlich nicht Sparsamkeit, sondern Freiheit durch Konsumverzicht bzw. cleveren Konsum.

  6. Merzmensch am 7. April 2008 um 17:27 Uhr

    Die Zielgruppe des Spots habe ich auch nicht erkennen können. Ich meine, ich bin bei weitem kein Fan von Mao, Marx und Co. Doch nach diesen melancholisch anmutenden Mokumentary-Szenen (Lenin ist übrigens kaum wiederzuerkennen) kommt das Bild des Autos wirklich wie ein Kulturschock.

    Die Autoren des Spots haben hiermit ein Gegenteil von dessen erreicht, was sie erzielen wollten: wenn nach den depressiven Revolutionären eine Konsum-Welt gezeigt wird (und zwar wirklich platt und primitiv konsumierende), dann erspüre ich unfreiwillig die Sehnsucht der Revolutionäre nach einer Revolution (gegen diese Konsum-Welt).

  7. Pingu666 am 7. April 2008 um 20:01 Uhr

    In einem Land, in dem “Kaiser Karl der Sachsenschlächter” für einen Preis her hält und eine Musikgruppe sich nach Dschingis Khan benannte, wundert mich dieser Unfug nun wirklich nicht mehr.
    http://www.karlspreis.de/
    http://de.wikipedia.org/wiki/Dschinghis_Khan

  8. OlafKolbrueck am 7. April 2008 um 20:35 Uhr

    Hm, ich mag mir immer noch nicht vorstellen, dass eine gebildete Zielgruppe, wobei ich zu gebildet auch mal besserverdienend hinzufügen würde, Interesse am Dacia haben kann. Mag auch daran liegen, dass mir die Marke nicht sympathisch ist und auf mich nur billig wirkt – nicht aber preiswert.
    Aber vielleicht geht es dabei letztlich mit Blick auf den gebildeten Kunden auch nur auch um clevere Konsumenten. Dann müsste der Spot aber anders aussehen.
    Schön aber, dass hier einige den Spot eher geschmacksverirrt und produktirrelevant finden.

  9. Frank Meier am 8. April 2008 um 00:34 Uhr

    Es ist sehr traurig mit anzusehen, wie nur ganze 19 Jahre nach den Mauerfall so offen mit Lügnern, Massenmördern und Despoten (Gandhi ausgenommen) geworben wird. Eine wahrhaftige Schande. Was dem Ganzen allerdings die Krone aufsetzt, ist die Tatsache das eben diese Autobauer, die diesen Dacia zusammensetzen momentan vor Gericht streiten/streiken um ein bisschen mehr an Gehalt für ihre Arbeit zu erhalten. Wir reden hier, um es noch mal deutlich zu unterstreichen, von einem Billiglohnland.

    Dabei hätte es für Dacia durchaus Alternativen gegeben. Skoda ist da hier der leuchtende Stern am östlichen Himmel. Für jeden Ostbauer muss spätestens nach der Wende eines klar gewesen sein, ich kann meine Kunden nur mit bedingungsloser Qualität zurückgewinnen. Nun gut, die Chance hat Renault Dacia von Anfang an verwehrt.

  10. sOjahund am 8. April 2008 um 08:35 Uhr

    Abgesehen davon, dass ich den Spot nicht im Geringsten verkaufsfördernd oder gelungen finde, ist er saumutig…
    Wer ist denn dafür verantwortlich?

    Hier übrigens ein Beispiel wie man einige dieser Revolutionäre lustiger einsetzen kann… (hoffe das klappt mit dem link)

  11. Pingu666 am 8. April 2008 um 08:43 Uhr

    Man mag zu Marx, Gandhi und King stehen wie man will, sie waren sicher keine Despoten und haben es daher nicht verdient, mit Castro in einer Reihe zu stehen.

  12. OlafKolbrück am 8. April 2008 um 09:18 Uhr

    @sojahund
    hier die credits:
    Kreation: Nordpol+, Hamburg
    Regie: Markus Walter
    Produktion: Markenfilm, Wedel

  13. Christian Onnasch am 8. April 2008 um 09:29 Uhr

    Was den Bildungsgrad der Dacia-Zielgruppe angeht, so muss ich Dir auch widersprechen. Natürlich korreliert statistisch gesehen die Höhe des Einkommens mit dem Bildungsgrad. Aber das ist eben nur Statistik, die Realität ist dann doch um einiges komplizierter und vor allem immer für eine Überraschung gut.

    Was den Geschmack des Filmchens angeht, da kann man natürlich geteilter Meinung sein. Allerdings gilt auch hier: Hauptsache es wird drüber geredet. Und nun ist Dacia, eine Marke die bis vor kurzem kaum einer kannte, in aller Munde. Das nenn ich doch mal eine gelungene Kampamgne.

  14. Frank Meier am 8. April 2008 um 09:40 Uhr

    Mich würde brennend interessieren, wie der Spot in Rumänien ankommt.

  15. sOjahund am 8. April 2008 um 11:44 Uhr

    vielen dank.
    vielleicht waren die letzten bagguettes, die bei Nordpol gegessen wurden, schon etwas schlecht…

  16. ramses101 am 8. April 2008 um 13:08 Uhr

    Zur Zielgruppe: Kommunisten und Weltverbesserer mögen ja gebildet sein, nur Geld haben sie eben keins (es sei denn sie heißen Lafontaine oder Gysi, aber das wars dann auch schon). Ich persönlich finde es auch grenzwertig, Gandhi und Castro gemeinsam in einer WG (?) unterzubringen. Aber es gibt Menschen, die sehen das anders. Und die können (oder wollen) sich keinen Benz leisten. Aber lassen die sich von so einem Spot zum Dacia bringen?

    “Excuse me? your strategy is showing …”

  17. werberocker am 8. April 2008 um 15:03 Uhr

    Hallo? Wir reden hier über Auto, das sich ausschließlich über den Preis verkauft. Allein deswegen kann nicht die Argumentation weiter oben nicht ganz nachvollziehen. Meiner Ansicht nach liegt der Hase aber ganz woanders begraben: „Es sollte um die Bedürfnisse der Menschen gehen“. Und wenn es den Bedürfnissen der Menschen entspricht, ein Auto zu fahren, das bei den meisten Crash-Tests schlechter abschneidet als die Eiswaffel, die ich gestern Abend auf dem Weg zur Kneipe aus Versehen zertreten habe – bitte. Dann gibt es allerdings eine wirklich revolutionäre Geschmacklosigkeit: Den Anblick von ein paar zermatschen Ex-Insassen, die zwar einen schweinebilligen Kombi gekauft haben, sich aber letztendlich zu Tode gespart haben. Ich glaube nicht, dass das ein Bedürfnis der Menschen ist.

    Der Spot an sich ist eine nette Idee, ich schließe mich aber der Meinung an, dass die meisten Leute diese Transferleistung nicht auf die Reihe kriegen. Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass KISS dieses Jahr wieder einmal auf Deutschland Tournee geht.

  18. Sachar am 8. April 2008 um 15:17 Uhr

    werberocker, gerade bei Autos ist der Preis nicht das wichtigste Merkmal. Und mit Sicherheit auch nicht die Pannenstatistik. Sonst würden keine VWs mehr sondern ausschließlich Toyotas verkauft werden. Ich denke, auch gerade in der Automobilbranche ist der Aufbau und die Pflege einer Marke ungemein wichtig. Dass Dacia das mit diesem Spot, der eben doch nur auf den Preis geht, gelingt, halte ich für unmöglich.

  19. Curi0us am 8. April 2008 um 15:25 Uhr

    Ich glaube durchaus das es für Autos auch eine primär preissensible Zielgruppe gibt.
    Ob man die dann unbedingt mit dem Spot erreicht ist allerdings mehr als fraglich. Entweder die “gebildeten nicht-so-gut-Verdiener” (oder denen Autos einfach grundsätzlich egal sind, solange sie fahren) die mit den gezeigten “Promis” was anfangen können und das entsprechend einordnen (wie hier). Die anderen, die nicht nur keine Kohle sondern auch keine Ahnung haben, die evtl. zwar Dacia kaufen würden, aber überhaupt nicht blicken was der Spot von ihnen will…

  20. werberocker am 8. April 2008 um 15:35 Uhr

    @ Sachar: lies das, was ich geschrieben habe bitte noch mal genau durch. Da steht nicht, dass ich der Meinung bin, Autos müssen über den Preis verkauft werden. Und eine Pannenstatistik habe ich auch mit keinem Wort erwähnt. Also danke für das Desinteresse.

    Aber mit Deiner Vermutung, dass in der Automobilbranche der Aufbau und die Pflege einer Marke ungemein wichtig sind, liegst Du bestimmt nicht falsch. Ich habe das ja auch schon immer wieder vermutet und werde mir das auf jeden Fall mal notieren. Vielleicht habe ich ja mal die Gelegenheit für eine Automarke zu arbeiten.

  21. Surfer am 8. April 2008 um 17:01 Uhr

    Grad auf Horizont.de gesehen, dass euer Mutterschiff diesen Spot zur Kreation des Tages gekürt hat. Naja, gut habt Ihr von OTR umgehend das Korrigendum ergriffen.

  22. Gunnar M. am 8. April 2008 um 21:11 Uhr

    Hallo Herr Kollbrück. Schön, dass Sie so unglaublich gebildet und besserverdienend sind. Stinkend arrogant finde ich Ihre Einstellung allemal. Vielleicht diskutieren Sie mal intern mit Ihrem Kollegen Spießer über Ihre Meinung: “Die Zielgruppe ist ja eh total dumm.” Wer bei Aldi und Lidl kauft ist ja auch voll belämmert – fragen Sie mal Ihren Spießer, der hat da letztens auch einen Beitrag zu verfasst. Ihre Einstellung zur Zielgruppe (wie auch immer die ZG aussehen mag) ist m.E. grob fahrlässig.
    Außerdem noch zu Ihrer Information: zu den Figuren in dem Spot kann man sicherlich geteilter Meinung sein, sie aber durch die Bank als “Massenmörder die für den Tot von Millionen von Menschen verantwortlich sind” zu bezeichnen zeugt nicht grade von einer differenzierten, ausgeprägten geschichtlichen Bildung. Aber als Besserverdiener, der Sie sind, wissen Sie das bestimmt besser und schließlich haben Sie ja auch die Lizenz vom Horizont zum Beschmieren der Klowand…

  23. OlafKolbrück am 9. April 2008 um 09:48 Uhr

    @Gunnar M
    Auf das Einkaufsverhalten von Spießer Alfons habe ich natürlich keinen Einfluß. Es wäre aber in der Tat einmal eine Debatte wert, ob man als “Besserverdienender” Aldi oder Lidl unterstützen sollte. Im übrigen gebe ich Ihnen Recht. Schlicht von “Figuren” zu schreiben ist etwas undifferenziert formuliert und ich hätte beispielsweise Mao deutlicher herausstreichen können.

  24. sebastian am 10. April 2008 um 02:01 Uhr

    @Olaf warum rechtfertigst du dich für das geschwätz des (anonymen) Herrn M.? musst du nicht. dein blog hier, nicht seiner. was nordpol gefällt muss nicht hier gefallen und ganz im gegenteil ist es schön zu lesen, dass man auch anderer meinung sein darf.

    ich schliesse mich den vorpostern an, es ist ein schrechlich banaler und so ganz und gar NICHT mutiger spot (@sojahund) – was ist daran mutig? die “fraglichen” ikonen/revolutionäre? der bescheuerte cut auf das produkt? vielleicht… oder die dreistigkeit mit der dieser spot hochgejubelt wird? mag sein, dass nordpol/markenfilm ein paar preise gewinen wird (thema alt-linke ikonen auftauchen lassen hat immer etwas leicht verruchtes und so) aber verkaufsfördernd oder auch nur informierend ist dieser spot in keinster weise.

    schade.

  25. sOjahund am 10. April 2008 um 03:21 Uhr

    @sebastian
    Ja, dieser Spot ist nicht gerade ein Beispiel von intelligenter Werbung.

    Aber trotzdem ich finde es schon mutig, politische Figuren wie Ghandi, Mao, Che in einem Topf zu schmeissen. Ich finde es auch mutig für ein billiges rumänisches Auto, tote Testimonials zu verwenden, die von einigen Menschen verehrt werden von anderen verachtet. Und ich finde es mutig mit Menschen zu werben, die für den Tod von Millionen Menschen verantwortlich sind.

    Aus den gleichen Gründen finde ich diesen Spot auch nicht gerade geschmackvoll.

  26. Olaf Husten am 11. April 2008 um 14:47 Uhr

    Warum taucht in diesem Spot kein STALIN, keine EVITA PERON, kein MUSSOLINI und kein JÖRG HAIDER auf? Solange die Auswahl der Revolutioäre so eklektizistisch ist, ist das ein geschmackloser Käse. Jeder, der mal mit den Opfern von Che Guevara oder Castro gesprochen hat, würde sich im Grab rum drehen!

  27. werbewocker am 11. April 2008 um 16:30 Uhr

    @ Olaf Husten: Stimmt! Und dann packen wir noch Hitler dazu und setzen ihm eine Melone auf. Dadurch wird der Spot zwar nicht zwangsläufig besser, erzeugt aber jede Menge Presse-Echo.

    Ausserdem wird noch mehr in Blogs diskutiert ob das jetzt unser Addi oder unser Charlie ist und was dann daran eine Revolution ist oder sein soll und dann vergessen alle, dass der Wagen im letzten Crashtest fast genau so gut gehalten hat, wie das Keuschheitsgelübde von Theresa Orlowski nach ihrem Abschluss auf dem Claudia-Schiffergymnasium zu Wuppertal.

    Das gute an der Sache wäre: Die Anzahl der verkehrstoten Vollglatzen würde exorbitant nach oben gehen. Aber vielleicht ist das ja ein Teil des subtilen Plans der Macher des Commercials.

    Musste eben feststellen, dass KISS-Karten nicht unter 65 Euro zu kriegen sind….

  28. loki am 11. April 2008 um 22:52 Uhr

    Hallo,

    wer ist bei den Spot fehl am Platz ?

    Castro, der lebt noch, oder greift der Spot vor, und das ist der Himmel für Revoluzer und solche, die es mal werden wollten?

  29. Jochen Hoff am 17. April 2008 um 16:57 Uhr

    Es tut mir ja leid, aber ich finde diese Werbung toll. Der Preis stellte eine kleine Revolution dar und entspricht eben dem eines heutigen Volkswagens. Natürlich ist es kein Golf. Dafür bekomme ich für den Preis eines Golf auch drei oder vier von den Dingern. In einer Welt mit vernünftigen Endgeschwindigkeiten, ein vernünftiges Auto für vernünftige Leute.

    Nichts für den Schwanzvergleich, Beim neuen gibt es auch ein paar Airbags mehr. Eben nur ein Auto.

    Dazu dieser Film. Ich kenne sie alle. Auch die, die hier so laut von Schlächtern reden. Im Prinzip geht es um eine Kommunistische Hölle. Weil da eh dauernd die Kohlen alle wären, gibt es Hitze von oben. Nicht komfortabel. Eher abgerissen. Man kann da wohnen, muss es aber nicht wirklich haben. Die Blicke des Erkennens so ganz ohne Begeisterung. Da jubelt nämlich keiner den Massenmördern zu. Zumindest tut Fidel das nicht. Ja ich weiß, auch er ist ein Schwein. Hat den Bacardies widerstanden und der amerikanischen Mafia. Hatte zeitweilig das beste Gesundheitssytem der Welt und hat Ärzte für die Welt ausgebildet. War falsch. Ist ja schon gut.

    Aber die Schluß und Hauptszene ist doch einfach toll. Das man mal Revolution für die Menschen machen müsste. Dieses Eingeständnis, das die bei allen Revolutionen nur die Opfer geliefert haben und selten etwas dafür bekamen.

    Eine gute Werbung. Eine sehr gute Werbung. Kommt wie das Auto nur leider 20 Jahre zu spät. Dem Auto fehlt bald der bezahlbare Sprit, dann ist es nur noch Hühnerstall. Die Revolution ein sozialistischer Gedanke, alles so tot wie die gezeigten Herren. Den sein wir mal ehrlich. Fidel ist ein Toter auf Heimaturlaub, der wird nichts mehr reißen können. Er braucht euren Hass auch nicht mehr. Raoul ist kein Ersatz. Es wird ein Geschäft geben Kuba wird den Amerikanern und den Bacardies gehören und die werden das Volk bluten und büßen lassen.

    Aber das ist es wahrscheinlich was ihr Komiker hier braucht. Ein neues Haiti. Da sterben sie schon wieder. Nach dem immer wieder demokratische Regierungen durch die USA abgesetzt wurden.

    Kauft euch eure 3-BMW, habt euren Spaß. Denkt ja nicht an andere. Der Familie mit den drei Kindern die sich maximal einen Logan leisten kann, der gönnt ihr das Fahren nicht, die können zu Hause bleiben.

    Ihr seid sehr armselig in euren Gedanken. Aber für euch scheint es ja zu reichen.

  30. Sachar am 17. April 2008 um 17:46 Uhr

    Jochen, klar, immer die Gegenseite vertreten.
    Du bist schon der sozialistische Don Alphonso. Oder der Sozen-Mufti in Anspielung an den Schlumpf, der immer gegen Alles war. :-)

  31. Jochen Hoff am 17. April 2008 um 21:09 Uhr

    Es tut mir leid. Ich kann nicht gegen nichts sein. Ich bin für billige Autos und auch für Revolution. Autos kenne ich gut, bei Revolutionen fehlt mir leider der Plan.

    Ich versteh ja das du sauer bist auf die blöde Werbeagentur die dich anspammt. Aber denk mal 10 Minuten über die tollen Autotests im Fernsehen nach. Da wo immer ein BMW mit irgendwas verglichen wird und oh Wunder auch immer gewinnt. Ist das besser? Regt sich da wer auf. Nein.

    Hier geht es um ein Auto für die Armen. Nicht konkurrenzfähig. Nicht vorzeigbar. Nicht toll. Werbetechnisch nicht mit den Millionen versehen mit denen wir täglich zugemüllt werden. Ohne ständige Kaltaquise am Telefon.

    Mich ruft diese BMW-Pfeife andauernd an. Will mir einen Geländewagen verkaufen, mit dem ich bei ein paar Regentropfen auf keine Weide komme, mit dem ich selbst bei trockener Straße fast einen Satz Reifen verbrauche wenn ich zwei Kalte auf dem Hänger habe. Mecker über diese Pfeifen. Aber nein die sind ja schick.

    Ach ja. Ich bin nicht der Don. Der kann besser schreiben. Aber auch der muss damit leben das ich ihm widerspreche.

  32. pingu666 am 17. April 2008 um 22:21 Uhr

    Ich bin ja gespannt, wann Petra Kelly für Revolver der Marke “Peacemaker” wirbt. Manchen Werbern ist ja nichts zu peinlich.
    @ Jochen: Glaubst du wirklich, die Verantwortlichen des Spots interessieren sich für Revolution und Menschen mit wenig Geld? Ich würde darauf wetten, dass die mit der eingesackten Kohle einen dicken BMW gekauft haben und damit zur nächsten Champus-Bar gefahren sind. Und die Auftraggeber erst recht.

  33. Jochen Hoff am 17. April 2008 um 22:40 Uhr

    Die Auftraggeber sind für mich die Arbeiter in Rumänien die das große Los gezogen haben. Sie verdienen Geld und bauen ein Auto das auch ihre Straßen aushält. Die sind sehr stolz auf die Kiste. Sie haben auch viel Grund dazu.

    Ich habe auch nicht gesagt das ich die Agentur toll finde oder die französische Automobilbude dahinter. Mich interessieren die Käufer hier, denen ich so sein Auto unbedingt gönne und die Arbeiter die es bauen. Für beide ist der Spot richtig toll.

    In meinem dummen Umfeld haben alle den Witz mit der Revolution verstanden. Ali und Herbert. Sabine und Maria. Die wünschen sich nämlich dringend das etwas für die Menschen getan wird.

  34. OlafKolbrueck am 18. April 2008 um 00:29 Uhr

    Wer das Auto kaufen mag solls doch kaufen. Wenn er damit zufrieden ist – gut. Es sei ihm gegönnt. Mir gibt die Marke und das Auto nichts – so what. Who cares. Aber mit einem Auto “sozialrevoluzzertum” – jetzt nicht abwertend gemeint – zu verbinden, da komme ich nicht ganz mit. Dem Unternehmen gehts um Profit in einem kar definierten Markt. Die bauen die billigen Autos für eben diesen Markt nicht um Menschen glücklich zu machen, sondern weil sie in diesem Segment die besten Renditechancen sehen. Wenn das Menschen glücklich macht, die sich sonst ein solches Autos nicht leisten können, ist das doch nur ein schöner Nebeneffekt. Da fehlt mir nur noch das Bionade-Mobil – 90 Prozent Marketing und Marktzwänge und ein bisschen Überzeugung. Unternehmer mit dem Leitprinzip Menschfreundlickeit kenne ich leider nur sehr wenige. Götz M. Werner ist vielleicht so einer. Vielleicht.

  35. Jochen Hoff am 18. April 2008 um 06:40 Uhr

    @OlafKolbrueck

    Genau da liegt dein Irrtum. Bionade ist etwas was niemand braucht. Gaumenkitzel obendrauf. Lifestyle. Vielleicht nett aber unnütz. Ich gebe zu ich hab sie noch nie probiert. Wozu auch.

    Das Auto ist purer Nutzen. Vielleicht sogar zuwenig wenn man an Sicherheit denkt. Notwendigkeit. Für das Geld kriegst du sonst nur alten Schrott, bei dem die Reparaturkosten höher sind, als der Kaufpreis. Es wendet eine Not.

    Ohne ein solches Modell oder seinen Nachfolger hätte die Firma aber zu machen müssen. Sie hat also einen Markt, den ein paar spannendere englische Autos nicht mehr haben.

    Tatsächlich werden wir in Zukunft wieder begreifen müssen, das es Märkte und Marktchancen jenseits der Vollkommenheit gibt. Ich sage nur mal Asus EEePC. Das Teil widerspricht allem was wir noch vor wenigen Monaten von einem Notebook erwartet haben und ich hab gestandene Leute gesehen, wie sie nach der re:publica das Teil von Robert ehrfürchtig bestaunt haben.

    Die Leute die sich hier aufpubsten haben das Problem nicht, ihren Bedarf an ihre Möglichkeiten anpassen zu müssen. Bei den meisten ist genau das, das Problem.

    Tatsächlich wollen und sollen alle Gewinn machen. Wenn Unternehmensgewinn mit einem breiten Nutzen für den Kunden daherkommt dann ist das heute schon revolutionär. Normalerweise hätten die auch versuchen können, das Auto 4.000 Euro teurer in den Markt zu drücken. Kangoo oder wie das Viech heißt. Der ertrag wäre für das Unternehmen vermutlich gleich geblieben, weniger Arbeitsplätze und weniger Kunden.

    Ich nenne die alte Methode immer den Überheblichkeitskapitalismus. Bionade eben. Das andere Extrem ist Himbersirup.

  36. OlafKolbrueck am 18. April 2008 um 07:37 Uhr

    “Überheblichkeitskapitalismus” – schönes Wort. Muss ich mir merken. Und auch bei deiner Beobachtung “Tatsächlich werden wir in Zukunft wieder begreifen müssen, das es Märkte und Marktchancen jenseits der Vollkommenheit gibt.” würde ich Dir recht geben.

  37. Matt am 25. April 2008 um 17:19 Uhr

    Was die Herren Protagonisten nun gutes oder böses getan haben halte ich im Rahmen der kreativen Freiheit für irrelevant.
    Schliesslich wird die Geschichte von den Siegern geschrieben
    und der “american dream” der immer wieder bemüht wird steht ja auch für Millionen von Toten im Namen der Freiheitsverteidigung.

    Das aber in der Tat die Zielgruppe wahrscheinlich schon mit den Theorie-Bögen für den Führerschein Probleme hat – hingegen schon.
    Und Geschichte war sicherlich nicht ihr Fach.

    Fazit: Von Werbern – für Werber – an der Zielgruppe vorbei.

  38. Klaus am 25. April 2008 um 19:24 Uhr

    @ Matt

    Eine wirklich unsympathische Mischung aus mangelhafter Rechtschreibung, Borniertheit und Bildungssnobismus, die du da an den Tag legst.
    Warum genau gehst du davon aus, dass die Zielgruppe für ein Billigauto “schon mit den Theorie-Bögen für den Führerschein Probleme hat”? Weil Intellligenz sich natürlich immer proportional zum Einkommen verhält, oder?

    Ich schätze, dein Papi hat dir zum Abi ein neues Golf Cabrio gekauft. Und vorher jede Menge Nachhilfestunden bezahlt.

  39. Jochen Hoff am 25. April 2008 um 21:10 Uhr

    @Klaus und @Matt

    Also ich bin Zielgruppe für das Auto, sobald ich mich in der Familie nicht mehr gegen ein Auto für alle wehren kann. Meinen Mercedes Kombi habe ich vor einem Jahr, mit knapp 1,5 Jahren Laufzeit verkauft, weil er sich die Reifen platt stand. Seitdem haben wir 5 mal ein Auto gemietet. Das hat so viel gekostet wie die Versicherung des Benz im Quartal. Aber wir wohnen in Berlin, wo die S-Bahn und die U-bahn schneller als jedes Auto sind.

    Natürlich bin ich dumm. Ich bin ja auch kein Werber. Denn wenn Matt uns erzählen will, das diese Werbung an der Zielgruppe vorbeiging, dann hat er, wie viele Werber, entweder keine Kenntnis von Zielgruppe, oder eine Sicht auf die Welt, die nicht sehr realistisch ist und kann sich sein Lehrgeld wieder geben lassen.

    Nimm einen durchschnittlichen Angestellten mit drei Kindern, einen Professor oder einen Versicherungsvertreter. Alle sind heute am Knabbern. Die sind Zielgruppe. Understatement macht eben auch Image. Denk mal an die vielen sehr gut gebildeten Frauen, die als Zweitwagen trotzdem keinen Golf sondern bestenfalls einen Lupo bekämen. Fahr damit mal einkaufen und mit den Kindern zum Fußball.

    Nein Matt. Die Welt von der du träumst gibt es nicht. Übrigens steht vor einer gut bekannten und nicht armen Villa ein Logan. Der Herr des Hauses war es leid sich den Tag beim Tanken zu versauen. Der M Geländewagen steht beim Händler und wartet auf den nächsten Irren. Der Logan zieht den Pferdehänger auf glatter Strecke auch.

    Ach ja. Der ist ja auch nicht Zielgruppe. Entschuldige bitte. Und Gruß an den Herrn Papa. Es ist nicht allein seine schuld. Auch andere Eltern haben nicht so kluge Kinder.

  40. Bernhard am 23. Mai 2008 um 12:53 Uhr

    1) Schade, dass es hier so wenig kultiviert zugeht. Ich denke das persönliche Abwerten andrerer diskreditiert auch die eigene Meinung.

    2) Zur Frage der Moral ……..
    man kann es als Verlust des Geschichtsbewusstseins der Bevölkerung bedauern, dass die meisten Menschen mit Mao oder Che Guevarra u.a. seltenst noch die Zahl der verursachten Toten verbinden, aber wer tut das bei Cäsar oder dem schon erwähnten Karl. Ich denke es ist mit der kollektiven Erinnerung wie mit der persönlichen: Vergangenheit wird verklärt. Insoweit hält sich meine “Moralkritik” am SPot in Grenzen, da die Toten weder geweckt noch instrumentalisiert werden. Sie werden (wie so viele Tote) einfach ignoriert.

    3) Zur Effektivität ………
    Meine Beobachtung ist dass die meisten Menschen EINIGE aber nicht alle der gezeigten Personen erkennen. Es wird kaum jemanden geben, der alle Personen sicher erkennt. Und das macht den Spot so smart. Die Zeit, die der Spot (und mithin Dacia) im Gedächnis bleibt wird verlängert indem der Zuschauer grübelt welche Personen gezeigt wurden. Die Erinnerung wird durchsucht und (im für Dacia besten Fall) Erinnerungen mit dem Spot verknüpft. Zudem wird der Zuschauer als Werber für den Spot (und Dacia) rekrutiert, indem Mitmenschen gefragt werden wer XY in dem Spot war. Das motiviert zum Ansehen und mehr noch zum KONZENTRIERTEN WIEDERANSEHEN (die effektivste Basis des Memorierens), ganz das Gegenteil von dem Abschalten, dem typischen Verhalten wenn bekannte Werbespots laufen.

    4)
    Zu Zielgruppe ……..
    es gibt Werbemassnahmen, die sind Zielgruppenzentriert und laufen dann auch vielfach in den entsprechenden Medien ….. als Bsp.: Managermagazin, Klassik-Radio, Bravo ……. Viele der dort beworbenen Produkte werden nie in den wirklichen Massenmedien zu finden sein.
    Auf der anderen Seite die Imagewerbung. Hier geht es um die Bekanntheit des Namens bzw. Werte, die hiermit verbunden werden sollen. Beispiele zuletzt evonik oder früher Bayer. Werbung an alle obwohl Entscheider/Käufer nur eine sehr begrenzte Gruppe. Für Dacia geht es m.E. zunächst darum überhaupt in Betracht gezogen zu werden. Es gibt doch einfach viel zu viele Modelle, als dass ein potentielle Kunde noch alle Firmen in Betracht ziehen könnte. Hier soll das low-Preis Segment besetzt werden auch in Konkurrenz zum Gebrauchtwagenkäufer. Und im Hinblick auf den Nichtzielgruppennachbarn – Image nach Logankauf ist besser als nach Kauf eines gebrauchten Kangoo.

    Also: m.E. ausgesprochen schlauer Spot.

  41. Robert Kahn am 2. Februar 2009 um 22:07 Uhr

    Oh, ich glaube es nicht, was hier geschrieben wird ?!?!
    Übrigens, wir fahren als Zweitwagen einen Dacia Logan MCV.
    Ich bin Diplompolitikwissenschaftler und arbeite in einer sehr gut dotierten Position in der deutsche Wirtschaft.
    Meine Frau ist verbeamtete Lehrerin.
    Den Werbespot finden wir sehr originell.
    Allerdings gebe ich einigen Beiträgen recht. Viele zunehmend lebensuntüchtige und an Bildung uninteressierte Menschen der jüngeren Generationen (Party, Party, Party) können mit der Werbebotschaft nichts anfangen.

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  • [...] Spot, den ich so richtig beschissen finde, ist der neue Clip für den Dacia Logan. Sehr heftig über diese „revolutionäre“ Werbung habe ich mich bereits bei off the record ausgel.... Noch trauriger aber als die Kreation machte mich der Kommentar von Patrick, dem Werbeblogger: [...]

    Massenpublikum » Blog Archive » Dacia und die richtige Ansprache von Bloggern — 17. April 2008 @ 15:43 Uhr
  • [...] Versprechen gehalten. Congstar hingegen begibt sich auf einen etwas gewagten Pfad, auf den zuletzt Dacia auch einbog: Das Schwärmen von einer Revolution. Aber können Preise wirklich revolutionär sein? [...]

    Die Lösung des Rätsels ist enttäuschend — 25. April 2008 @ 14:23 Uhr
ivw