Spießer Alfons: Gedankenstau über den Tod hinaus
brand eins, das Wirtschaftsmagazin, informiert uns per Anzeige: „Durchschnittliche Zeit, die ein Deutscher mindestens während seines Lebens im Stau steht, in Monaten: 6“ — siehe die Abbildung (GWA AdZyklopädie)!![]()
Dieser Rechnung ist der Spießer einmal nachgegangen. brand eins schreibt: „mindestens“. Wenn man aber einen Durchschnittswert ermittelt, dann ist das kein Mindestwert, sondern eben ein Durchschnittswert. Wie folgende Rechnung verdeutlichen soll: Wenn Peter 3 Bonbons hat, Olaf 7 Bonbons und Alfons 5 Bonbons, dann ergibt das im Durchschnitt 5 Bonbons, aber nicht „mindestens“ weil Peter nur 3 hat. Einverstanden?
Und dann ist dort noch der Hinweis: „während seines Lebens“. Ja, wann denn sonst soll der Mensch im Stau stehen, wenn nicht während seines Lebens…?!
Okay, auch der Leichenwagen kann im Stau stecken bleiben; das aber hat dann weniger Einfluss auf den volkswirtschaftlichen Mindestschaden, um den es bei brand eins geht.



















So sehr ich solche Watch-Beiträge sonst schätze, das ist kleinlich.
Während der Fahrt zur Arbeit.
Während einer Urlaubsreise.
Während andere 100 Kilometer im Zug zurücklegen.
Während seines Lebens.
Versteh gerade das Problem nicht, für mich ist das eine ganz normale Verdeutlichung eines Zeitraums, keines Zustandes. Da steht ja schließlich nicht “… die ein Deutscher lebendig im Stau steht.”
Ja, deutsche Sprache … Es ist doch ein Unterschied, ob ich “mindestens während meines Lebens” oder “während meines Lebens mindestens im Stau” stehe. Im ersten Fall könnte ich auch nach meinem Tode im Stau stehen, im zweiten geht es um den Zeitraum, also wenigstens sechs Stunden (wenn nicht sogar mehr). Hat Alfons vielleicht mit seinen Rechenkunststücken etwas verkompliziert
Schon. Aber die Kritik bezieht sich ja explizit auf “während seines Lebens” und das “mindestens” wurde ja auch den 6 Stunden zugeordnet. Und beides kann ja nicht gemeint sein, darauf bezieht sich mein Unverständnis.
@ ramses101 – ich denke, es ist richtig, was pittepatt kommentiert. Vermutlich hat der Spießer in seinem vorletzten Absatz vor “während seines Lebens” das Wort “mindestens” vergessen. Insofern macht das “mindestens” sowohl vorher als auch hinterher nur einen Sinn: Unsinn
Klar ist das richtig (pittepatts Kommentar). Aber dann kann man doch nur eins von beiden anprangern: “im Durchschnitt mindestens” oder “mindestens während seines Lebens”.
@ ramses101 – der eine sagt so, der andere so.
Ich denke, man kann den Werbetext auch von zwei Seiten betrachten und entsprechend kommentieren, so dass man mindestens beiderseits zu mindestens einer berechtigten Kritik kommt.
Hallo und guten Tag, während ich diese Texte gelesen habe, musste ich mindestens dreimal grinsen, mindestens einmal die Stirn in Falten ziehen und mindestens ein Snickers essen (weil ich keine Bonbons habe). Ich finde die Diskussion hier viel zu oberflächlich. Hat eigentlich schon mal jemand drüber nachgedacht, was für einen Stau die Wirtschaftsredakteure von der brand eins da meinen? Einen einfachen Verkehrsstau? Oder was? Den Innovationsstau? Den Reformstau? Kann man in denen stehen? Stehen die Deutschen mehr im Stau also die Franzosen oder die Engländer? Und was ist mit den Ausländern, die in Deutschland leben und ebenfalls im Stau stehen? Egal in welchem – fließen die mit in die Ergebnisse ein? Oder staut sich da was bei uns auf und wird dann ins Ausland geschafft? Was sagt der Zoll dazu? Und: wenn einer keine Beine hat (egal ob In- oder Ausländer), wird der auch mit in der Statistik aufgeführt?
Habe Angst.
Ich finde das mit den Zahlen sollte das zahlende Publikum klären. Ist mir mindestens eine Nummer zu hoch.
Herr Ober, Zahlen!