Spießer Alfons: Und alle Tage wieder die alten Klagelieder
Hatte der Spießer seine Lieblingszeitung gerade darauf hingewiesen, dass bei so genannten „redaktionell gestalteten Anzeigen“ in Zeitungen und Zeitschriften das Wörtchen „Anzeige“ oben drüber stehen muss, so kümmert das die BILD-Zeitung nicht die Bohne.
Heute stehen in der Hamburg-Ausgabe von BILD zwei Anzeigen übereinander: oben eine Stellenanzeige von McDonald’s, darunter eine Autoanzeige der Firmen Dello + Raffay — siehe die Abbildungen! Und während die untere Anzeige, der man die Anzeige ansieht, gleich zweimal mit dem Wörtchen „Anzeige“ gekennzeichnet ist, fehlt der Hinweis bei der Anzeige für McDonald’s völlig, obwohl diese Werbung für die Bulettenfirma genauso aussieht wie ein redaktioneller Beitrag in BILD.
Oder aber … ist die Größte auf dem Boulevard inzwischen tatsächlich zu einem Anzeigenblatt geworden, was meint: Es handelt sich bei der Mitarbeitersuche von McDonald’s um einen redaktionellen Beitrag, und der Verlag hat bloß vergessen, den Copypreis-Vermerk auf der Titelseite zu löschen…?



















Bei solchen Advertorials wird mir noch übler als vom Essen der anzeigenschaltenden Frittenbude. Und wahrscheinlich liest Horst das morgens im Bauwagen um abends seine Tochet Mandy “nach McDonald” zu schicken. Denn die engagieren sich ja für den Nachwuchs…
Die Bild will einfach sparen. Das Wort “Anzeige” zum Beispiel. Böse Zungen behaupten: Weil das Wort “Anzeige” Geld kostet. Schmiergeld.
Aber die Bild braucht mittlerweile jeden Buchstaben. Zum Beispiel, um Artikel über N. Kampbusch zu schmie… schreiben:
http://www.bildblog.de/2924/na.....vatsphaere
@Berufskommunikator:
Horst? Mandy? Bauwagen? Nettes Bild zeichnest Du da. Gut, dass wir beiden schlauen Leute im Gegensatz zum gemeinen Handwerker die Masche der BILD durchschauen. Soll sich das niedere Volk doch blenden lassen. Oder wie?!
@Andreas
“Die beste Ironie ist die, die der Adressat nicht versteht.”
Ich würde mich auch nicht so weit aus dem Fenster lehnen und über “wir beiden schlauen” und das “niedere Volk” sprechen (das haben Sie getan – ironischer Weise, wie ich verstehe). Aber Ihren Hinweis auf die mangelnde Aufklärung haben Sie meinem Post schon ganz richtig entnommen.
Die Problematik mit der “Bildung aus der Bild” ist doch bekannt.