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Spießer Alfons: BILD und das Trojanische Pferd — echt zum Wiehern!

3. Mai 2008
von

Wer im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, der kennt die Story von dem Trojanischen Pferd. Für die Penner in der Penne ein bisschen Nachhilfeunterricht per Wikipedia:

„Nachdem die Griechen im Trojanischen Krieg lange erfolglos um die Mauern von Troja gekämpft hatten, rief der Seher Kalchas eine Versammlung der vornehmsten Helden zusammen und riet ihnen, Troja nicht mit Gewalt, sondern mit Hilfe einer List zu erobern. Diese List bestand darin, ein riesiges Pferd aus Holz zu konstruieren, in dem sich Soldaten versteckten. Dieses Pferd wurde vor die Stadtmauern gestellt. Die Trojaner hielten es für ein Geschenk an die Bürger Trojas und brachten es in ihre Stadtmauern. In der Nacht stiegen die versteckten Soldaten aus, ermordeten die Wachen und öffneten die Tore, so dass das Heer nachrücken und die Stadt in einem Überraschungsangriff einnehmen konnte.“

Das Trojanische Pferd steht also für Kriegslist und Mord. Und ist das Wappentier der Werbeagentur Jung v. Matt. Aber das nur am Rande.

trojaner.jpgKürzlich hat BILD mit dem Trojanischen Pferd geworben: „Vorsicht, Falle!“ stand darüber. Und darunter: „BILD informiert. Leider erst seit 1952.“ (Spießiger Hinweis: Die Werbeagentur Jung v. Matt wurde gegründet im Jahre 1991!) Und heute hat BILD selber ein Trojanisches Pferd im Blatt, und zwar in seiner Hamburg-Ausgabe!

Es ist eine Anzeige. Überschrift: „Frischer als Fisch.“ Und während wir uns noch fragen, wieso eine Zeitung von heutefisch.jpg mit den Nachrichten von gestern frischer sein kann als ein Fisch, der in Elbe oder Alster schwimmt, lesen wir: „Die schnellsten Infos für Hamburg gibt’s gratis auf www.hamburg.bild.de“. Und damit erkennen wir den Trojaner im Blatt!

Was entnimmt der Leser dieser Anzeige? Er entnimmt: Meine Zeitung, die ich gerade lese, ist alt. Wie ein Fisch, der 24 Stunden an einem Kiosk gelegen hat. Das stinkt mir! Und aktueller werde ich im Internet informiert und das auch noch kostenlos!!!

Und was macht Alfons, der spießige BILD-Leser? Er geht zum Angeln an die Elbe und wickelt seinen Fisch ein in die BILD-Zeitung. Und fragt sich, welcher Werber es wohl fertig gebracht hat, dem Verlag die vergleichende Werbung mit einem Fisch zu verkaufen…?

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: BILD und das Trojanische Pferd — echt zum Wiehern! ”

  1. Gerd am 3. Mai 2008 um 11:25 Uhr

    Ein Elbfisch, der sich ohne massive Gegenwehr in Bildzeitungspapier einwickeln läßt, muß schon sehr lange mit dem Bauch nach oben geschwommen sein.

  2. pingu666 am 3. Mai 2008 um 13:15 Uhr

    Noch interessanter finde ich, dass die Bild im Video behauptet, dass die Angriffe in Hamburg von linken Demonstranten ausgingen, während die Polizei genau das Gegenteil berichtet hat…
    http://www.bild.de/BILD/video/.....mburg.html
    http://www.wdr.de/radio/home/n.....#038;tag=2
    Ich schätze mal, dass die Bild noch immer sauer ist, weil sie jetzt in Nähe der von ihr so verhassten Rudi-Dutschke-Straße residiert und Axel Springer nicht mal Vorfahrt hat…

  3. Peter am 5. Mai 2008 um 08:23 Uhr

    Der Vergleich BILD mit Fisch ist naheliegend: Fische können nicht widersprechen! Der Superlativ von bild.de wäre dagegen null und nichtig, wenn dort “Rundfunksender” statt Fisch stehen würde ;)

ivw