Spießer Alfons: Nachrichten@Notizen (3)
Nackte Tatsachen: Als Burda vor vielen, vielen Jahren seine Männerzeitschrift „m“ eingestellt hatte, da guckten die Abonnenten fortan in den leeren Briefkasten. Für „m“ gab es damals keinen Ersatz, „m“ war einzigartig.
Gerade hat Burda wieder einen Männertitel eingestellt: „Max“. Diesmal aber müssen Abonnenten wie Spießer Alfons nicht in die Röhre gucken, sondern ihr Abo wurde lückenlos fortgesetzt. Mit „Playboy“. Das ist die bekannte Zeitschrift, wo viele Frauen drin sind, folglich eine Frauenzeitschrift. Gelesen wird das Magazin allerdings vorrangig von Männern, die an den kulturellen Berichten aus aller Welt interessiert sind und sich erfreuen an den hervorragenden Interviews und Fotos.
„Playboy“ statt „Max“. Das ist für den Spießer so ähnlich, wie würde er bei seinem Lieblingsitaliener Saltimbocca alla Romana und Barolo bestellen, und der Kellner würde ihm statt dessen Haxe mit Knödeln und Weizenbier servieren. Oder Alfons geht ins Kino, um „Iron Man“ zu sehen, und dann wird dort „Das Leben des Hugh Hefner“ gezeigt.
Kriminelle Legende: Was verbindet BILD-Chefredakteur Kai Diekmann mit Leo Kirch? Antwort: Beide waren sie soeben Trauzeuge bei der Kohlschen Hochzeit, saßen eng nebeneinander. Und Reporter Diekmann schreibt in seinem Exklusivbericht ehrfurchtsvoll von der „Medien-Legende Dr. Leo Kirch“.
Noch vor wenigen Jahren hatte SPIEGEL-ONLINE berichtet: „Der langwierige latente Konflikt zwischen dem Springer-Verlag und Noch-Großaktionär Leo Kirch gipfelt in einer öffentlichen Kriegserklärung. Auf der Hauptversammlung drohte Kirch dem Verlag mit einer Klage, den Aufsichtsräten Kirch und Friede Springer wurde die Entlastung verweigert.“ Und legendär geworden ist der Ausspruch von Axel Springer über Leo Kirch: „Der ist ein Krimineller, der hat mich betrogen. In meinem Hause kann ich keine Geschäfte mit Kriminellen brauchen.“
Spießiges Fazit: Ist es nicht schön, dass Ex-Kanzler Kohl nicht nur dazu beigetragen hat, dass Deutschland sich wiedervereinigt hat, sondern dass nun auch Springer und Kirch sich (wenigstens) für einen Tag wieder vereinigt haben?!
Schöne Kampagne: Die Anzeigen und Plakate für „Marienhof“ (ARD) sind dem Spießer positiv
aufgefallen. Weil dort ein Texter gezeigt hat, dass am Anfang einer guten Kommunikation das Wort steht. So kommt die Kampagne ohne Schnörkel direkt auf den Punkt. Und als Alfons gerade im aktuellen HORIZONT entdeckte, dass der Spießer dort mit Namen als Testimonial für TV-Werbung im „Marienhof“ herhalten muss, da dachte Alfons: “Schön, wenn man als Spießer auch mal eine Nebenrolle im Marienhof bekommt!”












Naja, die Marienhof-Kampagne finde ich jetzt nicht so ganz durchgängig gelungen. In der Münchner Innenstadt hängt das Motiv: “Ein Tag ohne Marienhof ist wie Vaterschaft ohne Test.”
Ahem…ich war bisher der Auffassung das die überwältigende Mehrheit der Vaterschaften ungetestet bleibt, oder?
Ja, aber wahrscheinlich nicht in so Serien wie Marienhof. Die kenne ich zwar nicht, hab es aber so verstanden – als ironische Selbstreferenz.
Ich mußte gerade an meine Omma zurück denken, als ich von der illustren Hochzeitsgesellschaft las. Denn die sagte gerne “Pack schlägt sich, Pack verträgt sich!”