Spießer Alfons: Verbraucher im Lande Lilliput — Cannes das sein…?
Ha — jetzt ist es endlich raus! Nämlich das, was Spießer Alfons schon immer geahnt, gefühlt und gesagt hat: Angesichts großer Ideen wird der Konsument ganz klein. Warum? Weil er im Geiste schrumpft, wenn er davor steht. Und je größer die Idee, desto kleiner die Zielgruppe. Mitunter ist die so klein, dass sie allein aus den Juroren eines Werbewettbewerbes besteht. Corpus delicti: Siehe das Bild aus der Löwengrube in der Cannes-Anzeige!
Wenn Lieschen Müller und Otto Normalverbraucher demzufolge auf die Größe eines Flaschenkorkens geschrumpft sind, zeigen sie damit ihr geistiges Format gegenüber den großen Kreativen in der Werbung. Symbolisch, versteht sich.
Zum Glück gilt das alles nur in Cannes. Und nicht in Gelsenkirchen oder Bottrop. Denn in deutschen Landen gibt’s Löwen nur im Zoo. Oder im ADCircus, wo sie ihre Nägel Krallen zeigen. Außerdem ist in Cannes nicht das wahre Leben zu sehen, sondern Filme werden dort vorgeführt, sprich: Illusionen verkauft. Und was ist der Unterschied zwischen einem Film und dem wahren Leben? Für unser Leben gibt es kein Storyboard. Und die Schnitte werden von keinem Regisseur gemacht.
Ja, und was unterscheidet die göttlichen Werber mit den großen Ideen von den kleinen, unwürdigen Konsumenten? Letztere könnten auch ohne Erstere leben. Umgekehrt nicht.
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Jedenfalls ist diese Anzeige genau keine BIG IDEA.
Nix gegen Löwen (echte Bigmiezen oder vergoldete auf dem Kaminsims), doch das Wortspiel mit small ist schon sehr dünn.