Sex-Witzelei von Pkw.de erhitzt Professoren-Gemüter
Ich erinnere mich an einen Professor, der – vielleicht zu Recht – behauptete, er habe den geilsten Job der Welt. Keiner könne ihm dreinreden, er mache, forsche und lehre wie und was er wolle und könne zuweilen auch noch spannende Forschungsaufträge annehmen. So ein unabhängiger Geist schwebt also über den Dingen. In der Gesamtheit eines Berufsstandes schwebt er vermutlich noch weit darüber. Und landet entsprechend unsanft in der realen Welt, wenn mit seinem Berufsstand Spott getrieben wird.
Da versteht der deutsche Hochschulverband gar keinen Spaß und ereifert sich nun gegen ein mit sexueller Frotzelei betextetes Werbemotiv von PKW.de als ginge es darum einen Hörsaal leer zu lesen.

“Ehrverletzend”, “beleidigend”, “imageschädigend” sogar “Bestechlichkeit” unterstellend sei das Motiv des Autoportals. Denn in der Kampagne “Deutschland verkauft sein Auto” heisst es neben dem Bild einer blonden Studentin (Fachrichtung ebenso unbekannt, wie das StudiVZ-Profil): “Janine aus Berlin verkauft ihren Mini Cooper S für 16.000 Euro. Ihr Professor bot 9.500 Euro und gute Noten”.
Die Forderung des Verbands an das Autoportal: Weg damit. Sonst gibts Ärger.
Klar, dass durch solch eine flachen Witz die Lehre und Forschung, der Ruf und auch sonst so einiges beschädigt wird. Wahrscheinlich erst recht, wenn wie geschehen die Plakate in Raststätten-WCs hängen.
Ganz besonders blöd aber, wenn durch solch eine Werbung plötzlich unansehnliche Fälle wieder in Erinnerung geraten, die gerade erst unter den juristischen Teppich gekehrt wurden.
Nur PKW.de hat natürlich gut lachen. Ein wenig Provokation und schon sorgt der Hochschulverband für den Buzz, den ein paar Poster neben Urinalen nie bewirkt hätten. Werber haben doch den geilsten Job der Welt.
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Es ist immer wieder erstaunlich, wie berechenbar Verbände und ähnliches agieren. Wann lernen die Leute endlich dass die schnellste Möglichkeit soetwas zu beenden ist, es zu ignorieren?
Wenn die Werbung keiner beachtet bleibt sie das was sie ist: eine Werbung wie 10.000e andere, mit einem etwas flachem Witz versehen und völlig unauffällig im täglichen Rauschen der Medien.
Es erinnert mich an die Kampagne gegen das Spiel Moorhuhn… Schon spielten alle das Spiel und die Tierschützer schauten dumm aus dem Wald. Aber ich vermute, es hängt mit den Profilierungsneurosen einiger Profs zusammen. Damals im Studium ist mir das einige Male aufgefallen. Ein Prof, der aus Liebe an der Lehre arbeitet, der wird sich darüber nicht wirklich aufregen. Den wird sowas kalt lassen. Aber viele Profs hätten gerne wieder Talare an…