Spießer Alfons: Da will uns aber einer ‘n Storch braten!
Wenn wir ein Bier trinken möchten, dann stehen wir vor der Wahl: Wollen wir damit den Regenwald retten? Oder etwas Gutes tun für die Störche…? Im ersten Fall müssen wir Warsteiner Krombacher trinken; im Fall Nummer zwei ein Bier aus der Privatbrauerei Barre.
Während Krombacher pro verkauften Kasten einen Quadratmeter Regenwald aufforsten hilft, will Barre 15 Cent pro Kasten für den Klapperstorch geben. Wie das bei Barre aussieht, entnehmen wir der werblichen Darstellung: Das Storchennest wird auf einem Bierkastenstapel errichtet. Und Meister Adebar bekommt von einem Reklame-Kuckuck vier Flaschen Bier ins Nest gelegt — siehe das Dokumentationsfoto! Da sieht man doch gleich, wie ernsthaft Christoph Barre über den Naturschutz nachdenkt!
Spießers Frage: Und was ist, wenn die Aktion, die vom 1. Juni bis 31. Juli 2008 läuft, beendet ist – zeigt die Brauerei dieses Ende dann auch groß in der Werbung an? Es wäre ja nicht auszudenken, wenn die Verbraucher auch nach dem 31. Juli 2008 noch Barre-Kästen kaufen, weil sie immer noch an den Klapperstorch glauben, für den sie was Gutes tun möchten, nicht wissend, dass Herr Barre die besagten 15 Cent ab 1. August in der eigenen Tasche behält!
“Kisten fürs Nisten” zum Nachrechnen: Damit die Brauerei 1,50 Euro für den Naturschutzbund gibt, muss der Konsument 10 (zehn) Kästen Barre konsumieren! Ist es da nicht einfacher, wir überweisen 1,50 Euro an den Naturschutzbund (NABU) und trinken dann guten Gewissens das Bier, das uns am besten schmeckt…?!
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Ich finde diese Aktionen sowieso albern. “Wir spenden $minimalbetrag für jede(n) $irgendwas”, es kommen aber nur Kleinstbeträge dabei rum und die Werbung, die dafür geschaltet wird, kostet vermutlich deutlich mehr, als dann gespendet wird.
Ich verstehe ja “Tu Gutes und rede darüber”, aber vielleicht sollte man auch erst mal was Gutes tun und dann auch nicht ganz so laut drüber reden. Gutes kommt rum.
Guter Vorschlag!
Was mit Produkten am POS passiert, deren aufgedruckte/angeklebte Werbekampagne abgelaufen ist, habe ich gestern in der Dokumentation gesehen: Sie werden einfach weggeworfen, wie beispielsweise nach dem 9. Juli 2006 massenweise Cornflakes-Packungen mit WM-Werbung drauf. Gruselig!
Ob das bei Barre genauso gemacht wird? Oder bekleben sie ihre Pullen nicht mit Werbung?
Ich glaube nicht, dass so was zu mehr Verkäufen führt. Das ist reine Gewissensberuhigung für die Eh-Trinker falls Muddi wieder schäl guckt. Das mit dem Regenwald ist übrigens Krombacher, nicht Warsteiner.
@ ramses101
Danke – meinte ich doch auch: Krombacher! Schon berichtigt!
Da wollten diese leidenschaftlichen Bierbrauer halt auch ihr Scherflein beitragen. Wobei, Scherflein heißt so viel wie “die kleinste Münze”. Und da sind sie mit 15 Cent so ziemlich nahe dran *lol* Das kommt davon, wenn man etwas mit Leiden schafft, was Leiden schafft: Der Verstand kommt abhanden, sowohl bei der Herstellung als auch nach dem Konsum.
Eine Barre ist ja auch eine Schranke, bzw. Sandbank. Was sagt uns das…?