Mehrheit nutzt Twitter als Informationskanal
Die Mundpropaganda-Agentur TRND hat mit ihrer Community im Trndometr eine Umfrage zu Twitter gemacht. Die Ergebnisse halten einige Überraschungen parat. So dient der Microblogging-Dienst der Mehrheit (nicht repräsenativ) vor allem als Informationsmedium. Voyeurismus und Self-Marketing spielen kaum eine Rolle. Auch die Fragen zu Werbeakzeptanz zeigen ein aufschlussreiches Bild.
Spätestens als die Nachricht vom Erdbeben in China zuerst über Twitter kam und damit die klassischen Medien in punkto Schnelligkeit überholte, bewies der 140-Zeichen-Kanal seine Fähigkeiten als Newsbörse. Für Twitter-Nutzer ohnehin schon Nachrichtenbörse und kein belächeltes digitales Kaffeekränzchen. 40 Prozent der über 1000 Teilnehmer der Online-Umfrage sehen in der Beschaffung und Verbreitung von Informationen die wichtigste Funktion des Web-Dienstes. Unterhaltung steht für 21 Prozent im Mittelpunkt. 19 Prozent nutzen Twitter zur Kontaktpflege, ein Faktor der auch der Next08 in vielen Gesprächen hervorgehoben wurde. Weil Twitter – im Gegensatz zu Mail, eben schneller und unkomplizierter ohne langes Drumherum ein kurzes Hallo ermöglicht.

Mehrfachnennungen waren nicht möglich. Deshalb glaube, dass letztlich eine Mischung aus den drei Funktionen für alle Teilnehmer im Vordergrund steht. Wer also Wert auf viele Follower legt, der sollte in seinen Tweets eine Mischung aus Information und Unterhaltung liefern.
Immerhin 51 Prozent stehen Werbebannern auf der Website des Dienstes positiv gegenüber. 22 Prozent sagen zudem, dass Unternehmen für Marketingzwecke selbst twittern sollten. Ich denke, dass die Akzeptanz für twiiterende Unternehmen sogar noch steigen kann, wenn diese mit ihren Tweets tatsächlich einen unhaltsamen und inforamtiven Mehrwert liefern und nicht nur müde Werbebotschaften abladen. Aber das müssen die Unternehmen nicht nur an dieser Stelle im Web noch lernen.
Wohl keine Chance haben Werbebotschaften inmitten des Twitterstreams: Automatische Textanzeigen akzeptieren 18 Prozent. Nur 9 Prozent finden eine „Pay per Tweet“-Lösung okay.
Was mich übrigens am meisten überrascht, ist die hohe Zahl der Teilnehmer an der Umfrage (1035). Das kann man auf zweierlei Arten lesen: Entweder ist das Völkchen der Trnd-Partner extrem munter (sind sie bestimmt – geschenkt) oder Twitter besitzt inzwischen eine höhere Relevanz als man gemeinhin glaubt. Dann an einer Umfrage über ein Tool, das nur ein paar Web-Waisen interessiert würden sich sicher nicht soviele Leute beteiligen.



















Najanun. “Informationen erhalten/weitergeben”. Da stellt sich doch erstmal die Frage, was man unter einer “information” versteht. Wer sich bei Twitter versucht über das aktuelle Tagesgeschehen zu informieren, der kann ja schon mal nicht ganz dicht sein. Oder er hat zu viel Freizeit oder beides.
Oder fällt “ich bin genervt”, “Meeting zieht sich”, “der Cappuccino schmeckt wie von lidl” auch unter die Kategorie “Information”? Dann will ich natürlich nichts gesagt haben.
Natürlich kann man über interessante Informationen stolpern, wie über die mopo-Sache, die ich erst spannend fand, als sich herausgestellt hat, dass das gar kein Original-Mopo-Ding ist. Aber wie oft kommt das vor?
Nu, Unterhaltung/Entertainment ist das zweitstärkste Motiv.
Ansonsten muss tatsächlich – bevor so eine Umfrage losgeht – geklärt sein, was die Gemeinde unter “Information” versteht. Sonst kann ich diese Untersuchung/Umfrage nicht für sehr methodisch halten.
Ich muss jetzt weg
(auch eine Info)
IMHO leider nur eine kurze Momentaufnahme unter Twitterern. Interessant fand ich die Kommentare beim trnd blog, die anmerken, dass man Twitter garnicht kenne… Da haben wir wieder die “technographische” Lücke…
“Information” wird bei Twitter wohl so unterschiedlich gedeutet, wie es verschiedene Formen des Twitterns gibt.
Für mich (ich habe an der Umfrage auch teilgenommen) ist eine Information z.B. ein interessanter Link oder ein kurzer Einblick in den Alltags meiner Freunde, die Hunderte Kilometer von mir entfernt sind. Klar ist das für Außenstehende nicht relevant, aber “Information” definiert sich auch nicht dadurch, ob es für die Gesamtheit relevant ist.
Manchmal geht es darum, mit 140 Zeichen eine ganze Geschichte zu erzählen, ein anderes Mal steht nur die ausgefeilte Formulierung im Vordergrund usw.
Ich denke auch nicht, dass die Umfrage ganz große Wissenschaft sein will. Aber als Momentaufnahme, und genau darum geht es auch, finde ich sie sehr aussagekräftig.
Ich will jetzt auch gar nicht die ganze Umfrage schlechtreden, die hab ich nämlich noch nicht gelesen. Sondern nur das eine Chart.
Denn wie Sympatexter schon geschrieben hat, Information kann alles sein. Wenn also keine Mehrfachnennungen drin sind und ich mich nicht entscheiden kann, twitter ich jetzt aus Selbstmarketinggründen (indem ich Informationen über mich herausgebe) oder zur Kontaktpflege (indem ich Informationen austausche) oder zur Unterhaltung und Voyerismus (indem ich Informationen einhole), dann kreuz ich doch einfach mal den Überbegriff an.