Neue Jobs für das Brand-Management
Wenn Unternehmen die Kollaboration und den Dialog mit dem Kunden erst nehmen und tatsächlich gestalten wollen, stehen womöglich demnächst im Marketing gänzlich neue Berufsbilder an – oder ein Berg zusätzlicher Arbeit für die Brandmanager.
Denn auf diese kommt es künftig verstärkt an, wenn die Gespräche sinnvoll geführt werden wollen und nicht über eine Schar ahnungsloser Hotline-Verwalter und Web-Schreiberlinge verwaltet werden sollen. Christian, von Innocent Drinks, hat es in einem anderen Beitrag in den Kommentaren bereits geschrieben:
“Ich mache einen Bogen um Zielgruppentypologien und den ganzen Sermon, aber wir bekommen eine Menge E-Mails, Post und Anrufe auf dem Bananafon wegen unserer Texte. Es ist halt etwas anderes, wenn man eine Firma einfach anrufen kann und eine Viertelstunde mit den Kollegen dort plaudern kann.”
Das ist Arbeit, das kostet Zeit – führt aber zu zufriedenen Kunden, weil diese sich ernst genommen fühlen.
Auch bei Trnd werden die Brand-Manager regelmäßig “verhaftet”, um mit den Teilnehmern der Aktionen in den Projektblogs zu diskutieren. Schön, wenn das Marketing dadurch in den Projektblogs auch ein Gesicht bekommt.
Nur lässt sich das auf Dauer nicht neben der eigentlichen Arbeit an der Marke und dem Produkt erledigen. Es braucht für den Dialog neben dem Markenwissen womöglich zusätzliche Fähigkeiten, soft skills, und die Zeit auf den Kunden eingehen zu können. Soll Dialog kein Stiefkind sein, müssen also zusätzliche Brand-Manager her.
Grundsätzlich scheint es mir dabei sinnvoller, weil direkter, den Dialog aus dem eigenen Unternehmen heraus zu führen und ihn nicht an eine PR-Agentur auszulagern. Brand-Manager kennen in der Regel ihre Marke besser und können schneller reagieren, weil im Dialog nicht zusätzliche Abstimmungsstufen zwischengeschaltet sind.
Guillaume du Gardier, New Media Manager bei Ferrero Frankreich, den ich bei der Next08 interviewte, sieht hier bereits neue Jobfunktionen und Berufsbilder: „In der Zukunft wird es Community-Manager innerhalb der Marketing-Abteilungen geben müssen. Das Brand Management muss mit dem Kunden verlinkt werden.“ Ungewöhnlich genug, das Bekenntnis gerade aus dem Süßwarenkonzern zu hören. Denn Ferrero galt in der Vergangenheit eher als – ich sag es einmal so – etwas zugeknöpft. Guillaume du Gardier, auch das ungewöhnlich bei Ferrero, geht übrigens mit guten Beispiel voran. Er twittert und bloggt. Französisch müsste man können. Ältere Beiträge von ihm in englischer Sprache gibt es noch im ruhenden Blog PR-Thoughts.



















trnd wird ja zum Stammgast bei OTR. Gute Beziehungen oder Schleichwerbung?
So was kommt von so was her.
Trnd kommt in den nächsten 24 Stunden sogar nochmal. Aber dann gibts ne Pause. Muss schließlich auch mal was über Mobil-Advertising schreiben.
Podcast-Advertsing soll neben Mobile-Marketing auch ein ganz heißes Eisen sein. Sagt man…
Wie wichtig der Dialog mit der Zielgruppe ist, wussten auch schon Jesus und seine Jünger. Übrigens bringen echte und aufrichtige Gespräche mit den Intressengruppen nicht nur bessere PR- und Werbeideen und somit Wettbewerbsvorteile. Sie machen auch glücklicher und bringen mehr Freude in den Job. Was ja bei manchen verpönt ist. Spaß haben an der Arbeit. Ist aber auch ein Wettbewerbsvorteil.
Wenn ein Süßwarenkonzern das macht, nennt man das Twittern und Bloggen dort dann… Süßholzraspeln?
Grüße
die Süße
Nur bei Haribo, wg lakritzschnecken.
Nicht nur weil ich in einer PR-Agentur arbeite, glaube ich, dass man das sehrwohl an eine Agentur auslagern kann. Der Vorteil ist – wie bei Media Relations – dass der Agenturmitarbeiter als Vermittler zwischen Unternehmen und Kunde agieren kann. Der Nachteil ist – wie bei Media Relations -, dass es bei PR-Beratern ab und an am fachlichen Know How mangelt.
Aber wenn ich mal aus der Praxis spreche, dann machen wir für einige Kunden eine externe Pressestelle und das funktioniert – zumindest, wenn man die externe Pressestelle so gut mit dem Rest des Unternehmens verzahnt als seien sie Mitarbeiter des Unternehmens.
Vorteilhaft ist das insbesondere dann, wenn das Unternehmen kleiner als Ferrero ist, sich also keinen Fulltime Community Manager leisten kann/will oder sich aktuell noch ziert.
@Christian Genau die kleineren Unternehmen gingen mir beim Schreiben auch durch den Kopf. Nicht jede Company kann und will sich einen entsprechenden Staff inhouse leisten. Klar, dass da auch eine gute Agentur, die sich mit Social Media auskennt, eine brauchbare Adresse sein kann. Aber sie braucht dann auch eine lange Leine (bzw das Vertrauen des Managements) auch mal schnell reagieren/antworten zu können ohne für jeden Kommentar erst durch etliche Stabsstellen des Unternehmens pingpongen zu müssen.
Ist natürlich auch eine Frage der Lernfähigkeit und der Dialogfähigkeit der Unternehmen schlechthin. Jedes Komma eines Textes dreimal absegnen zu lassen ist im Social Web nicht mehr drin – mit oder ohne Agentur.
@Olaf: Ja, das mit dem Pingpongen ist tatsächlich ein Problem. Man muss effektive Strukturen aufbauen. Andererseits gibt es im Moment (anscheinend) noch nicht allzu viele Leute, die sich mit Social Media auskennen. Insofern ist mir ein Agenturmitarbeiter, der sich auskennt, lieber als ein Prakti aus der Unternehmenspressestelle oder jemand der normalerweise Kundenanfragen beantwortet/abwimmelt.
Aber ist sicher nicht ganz uneigennützig gedacht:-)
Ich denke, dass gerade jetzt die Zeit gekommen ist, in der sich ein junger “Prakti” beweisen kann. Vielen von denen sind bei StudiVZ oder Facebook und wissen zumindest, was ein Blog ist. Mit ein wenig Ehrgeiz und Fleiß können die sich in das Thema einarbeiten und sich so womöglich auch für einen festen Job im Unternehmen empfehlen.
@ Sachar: Klar kennen Praktis StudiVZ. Sie kennen auch andere Medien (z.B. auch TV-Formate, Zeitschriften) häufig besser als gestandene Berater oder Pressesprecher. Und sie kennen diese Medien aus Rezipientensicht – eine Perspektive, die viele PRler verloren haben.
Aber der “Brand Community Manager” muss das volle Vertrauen der Geschäftsführung haben – damit er im Falle des Falles relativ eigenständig und schnell agieren kann. Das ist bei Praktikanten nur selten der Fall, da diese ja nur recht kurz im Unternehmen sind.
Außerdem ist es m.E. von einem Praktikanten zu viel verlangt, sich gegen die ganzen Widerstände durchsetzen muss, mit denen man in Bezug auf Web 2.0 in Unternehmen zu kämpfen hat. Wer dazu fähig ist, ist als Praktikant eindeutig überqualifiziert.
Wohlgemerkt, ich spreche hier nicht über Unternehmen, die ohnehin im Web unterwegs sind und sich gut auskennen. Ich denke eher an Markenartikler aus anderen Branchen.
Manual Trackback:
http://www.connectedmarketing......rpora.html