Spießer Alfons: Wenn der Chef sich besser fühlen will…
… dann muss er mit der Bahn fahren, und zwar 1. Klasse. Der Spießer entnimmt der Bahn-Werbung: „Der 1. Klasse-Effekt: Geschäftsreisende fühlen sich mit Abstand besser.“ — siehe die Abbildung!![]()
Wir erkennen: Das Abteil ist ziemlich leer. Und der Gang des Zuges bildet einen Abstand zwischen Chef und seiner Sekretärin, weshalb sich letztere besser fühlt. Dazu wird im Text vom Mehr-Wert in der 1. Klasse erzählt: „Mehr Platz. Mehr Entspannung. Mehr Komfort.“ Schöner noch: „Geschäftsreisen können so angenehm sein. Und schnell.“
Was aber ist, wenn die 1. Klasse voll ausgebucht ist? Bleiben mehr Platz, mehr Entspannung und mehr Komfort dann auf der Strecke, weil auch der 1.-Klasse-Passagier die Fahrt in vollen Zügen genießen muss…? Und bedeutet der Hinweis auf die Schnelligkeit, dass man in der 1. Klasse früher am Ziel ist, als wenn man in der 2. Klasse reist…?
Letzteres wäre toll für die Mehr-Zahler, denn bis heute ist es so, dass die Reisenden der 1. Klasse längere Wege auf den Bahnsteigen haben als die Passagiere in der 2. Klasse. Und wenn der Spießer mal den logischen Umkehrschluss führen darf: In der 2. Klasse der Bahn gibt es weniger Platz, weniger Entspannung, weniger Komfort und keinen Abstand. Die Folge: Reisende der 2. Klasse fühlen sich schlechter. Ein Umstand, der eines Tages zum Klassenkampf in der Bahn führen könnte.



















Der Klassenkampf ist doch durch diese Anzeige bereits initiiert: “Geschäftsreisende fühlen sich mit Abstand (zum gewöhnlichen Pöbel in der 2. Klasse, A.d. Betrachters) besser”.
@ Berufskommunikatior
Genau das wollte ich mit meinem diesbezüglichen Hinweis andeuten
Aber wenn der Chef sich in der 1. verkriecht, kann das Fußvolk in der 2. besser feiern. #Positive thinking
Statt Klassenkampf lieber Zwischenmenschliches: Sitzt die Dame im Büro vielleicht auf seinem Schoß oder ist für sie im Hotel am Zielort ein Einzelzimmer gebucht ?
@ pittepatt
Ich hab das gleich mal recherchiert. Richtig ist: Der Chef dort ist ein Versicherungsvertreter. Und die Dame gegenüber ist interessiert an der Riester-Rente. So kamen die beiden ins Gespräch. Danach haben sie den Vertrag bei einem gemeinsamen Abendessen im Speisewagen abgeschlossen. Und im Schlafwagen ging die Fahrt dann weiter. Fazit: Erst mit Abstand, danach ohne.
Aber hoffentlich mit Gummi, oder?
@ Pixel
ja, von Wrighley’s
Alles Kwatsch! Hier war einfach nur der Bahn-Buchhalter, Spitz A. Bleistift, am Werke. Der rechnete den Marketingleuten kurz vor, was Buyouts und Modelkosten für ein volles Abteil bedeuten würden – nämlich die Streichung der Azubistelle – und die erledigen in Marketingabteilungen bekanntlich die meiste Arbeit.
Also blieb’s bei Zweien.