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Spießer Alfons: Ein Kamel geht durchs Nadelöhr

29. Mai 2008
von

Klages.jpgEin Mann reitet auf einem Kamel durch München. Sein Ziel: das Gefängnis. Denn der Mann wurde zu einem Tag Haft verurteilt. Grund: Verweigerung, ein Bußgeld in Höhe von 25 Euro zu zahlen.

Ein Tag im Gefängnis kostet den Steuerzahler rund 140 Euro. Und weil nur Kamele so eine Verurteilung wegen 25 Euro Bußgeld zustande bringen, ritt der Verurteilte auf einem solchen zur Haftanstalt, um den Unsinn der Staatsanwaltschaft sichtbar zu machen. Und alle Medien haben darüber berichtet.Warum Alfons das auch tut?

Weil es sich bei dem Verurteilten um Klaus Klages handelt. Der ist einerseits ein Spezi von Alfons und andererseits Werber, betrieb früher mal die Werbeagentur Klages & Partner in München und hat speziell für Verlage gearbeitet (Burda, Springer, Bauer, Handelsblatt, VDZ). Heute ist der Kameltreiber Vorstand einer AG, die Kalender verlegt. Mit lustigen Sprüchen. Und darum ein Spruch von Spießer Alfons und also lautend:

„Auch ein Kamel kann durch ein Nadelöhr gehen — kommt allein auf die Größe der Nadel an!“

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: Ein Kamel geht durchs Nadelöhr ”

  1. Vroni am 29. Mai 2008 um 16:41 Uhr

    Ach so , ein Spezi. Na dann.

    Der Originalsatz lautet komplett:
    Es ist leichter, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme. Bibel, Matthäus 19,24.

    Frage an Radio Eriwan: Wieso ist es einem Werber und einem Herrn Verleger in einer Person nicht möglich, 25 Öcken für ein Knöllchen zu löcken. Selbstgenerierende Antwort Radio Eriwan: Von vorneherein als PR-Aktion geplant und absichtlich falsch geparkt. Und das Kamel war auch schon da, Geschenk von den Thekenkumpels zum 50. Zweitverwertung schien sinnvoll.

  2. Dierk am 29. Mai 2008 um 17:34 Uhr

    Stimmt, die Hintergründe des Falles wären schon interessant. Zahlt er nicht, weil er nichts falsch gemacht hat, oder zahlt er nicht, weil er halt einfach ein teutscher Autofahrer [also unbelehrbar, immer im Recht und ohnehin die Melkkuh der Nation] ist?

    Fragen über Fragen – wo sind bloß die Antworten?

  3. Klaus Klages am 29. Mai 2008 um 23:19 Uhr

    Lieber Dierk, hallo Vroni – Kamelmann Klaus Klages schreibt:

    Bin heute gegen elf (und wegen guter Führung 7 Minuten früher) aus dem Knast gekommen und kann nur sagen: Wenn ich nicht Nietzsches Zarathustra mitgenommen hätte, wäre ich dort vor Langeweile gestorben – also Todesstrafe wegen falschem Parken!

    Zarathustra sagt: “Wehe! Es kommt die Zeit , wo der Mensch nicht mehr den Pfeil seiner Sehnsucht über den Menschen hinauswirft und die Sehne seines Bogens verlernt hat, zu schwirren…” Und ich sage:

    Der ausgesprochen medienwirksame Einritt – an dieser Stelle gebührt mir Lob – hat dazu geführt, dass die Leute kontrovers darüber diskutieren, ob und wie und wo und wann und warum Strafzettel etwas bewirken können. Und dass der Freistaat 25 Euronen eintreibt, während seine Landesbank 4,3 Milliarden Euronen verzockt hat. – Könnt ihr rechnen, wollt Ihr rechnen?
    Um die verzockten Milliarden LB-Milliarden reinzuholen, müßte
    man 172.000.000 Strafzettel kassieren…aber lassen wir das!

    Ins Stadelheimer Knästebuch hab ich geschrieben:

    “Nund sitz’ ich in der JVA und denke mir: sie ist nicht da, die Dame weiblichen Geschlechts, die schöne Pflegerin des Rechts. Wie schade, denk’ ich in der Zelle, wär’ doch die Pflegerin zur Stelle, um mich und meinen Degen im Schlafvollzug zu pflegen. Doch leider sitzt die Dame halt bei einem blassen Staatsanwalt,
    und mir ist hier so fade – schade!”

    Der Hintergrund in diesem Fall…? Ein Schalk und sein Kamel im Stall – siehe:www.Bayern-Kamele.de

  4. Dierk am 30. Mai 2008 um 00:29 Uhr

    Also, hast Du nu’ nich’ korrekt geparkt und dann gedacht, ‘Nur Deppen zahlen’?

  5. Spießer Alfons am 30. Mai 2008 um 06:48 Uhr

    @ Dierk

    Du hast nicht wahrgenommen, warum Klaus das gemacht hat: Protest gegen die Ungleichheiten von Bestrafung in Deutschland, wo der kleine Sünder in den Knast muss, wenn er falsch geparkt hat und nicht zahlt, und der große Sünder, der Milliarden verzockt, mit Peanuts davon kommt.

    Was glaubst Du, ist angenehmer: 25 Euro zu zahlen oder eine Nacht und einen Tag mit Strafgefangenen im Gefängnis zu verbringen? Außerdem: Knast schützt vor Zahlung nicht – der Kameltreiber muss zahlen oder noch mal in die Zelle. Ich denke: Er wird lieber zahlen ;)

  6. Vroni am 30. Mai 2008 um 10:50 Uhr

    Das ist mir ebenfalls entgangen, dass er es deswegen gemacht haben soll. Er hätt’ ja dem Kamel ein Transparent umhängen können. Is ja ein großes Tier und passen viele gemalte Buchstaben drauf.

  7. Spießer Alfons am 30. Mai 2008 um 11:07 Uhr

    @ Vroni

    Auf bild.de hat er’s im Video gesagt. Und dem Gefängnisdirektor hat er sein Buch “Unfug mit Recht” überreicht mit einer Widmung für seinen “Gastgeber”. Gestern überall online, heute überall im Print. Und im Rundfunk ebenfalls. Klar hätte er’s auch ans Kamel schreiben können – aber warum das schöne Tier damit belasten, es kann doch nix dafür ;) !

  8. Vroni am 30. Mai 2008 um 11:49 Uhr

    Also bei den Profis haben die Kamele Betttücher an:
    http://www.spiegel.de/img/0,1020,1146917,00.jpg
    ;-)

  9. Spießer Alfons am 30. Mai 2008 um 11:54 Uhr

    Ja, Vroni, bei den Scheichs! Da gibt es auch Wüste. Und bei uns gibt’s wüste Gerichtsurteile. Aber eigentlich hast Du Recht: Warum setzt der Klages seine Kamele nicht als Werbeträger ein, quasi als Sandwich-Camels…?!

  10. Dierk am 30. Mai 2008 um 14:24 Uhr

    Aha. Also einer dieser Sofa-Philosophen. Danke!

  11. Peter am 30. Mai 2008 um 15:14 Uhr

    @ Dierk – besser Sofa-Philosoph als Sesselpupser. Bitte!

  12. Vroni am 30. Mai 2008 um 15:46 Uhr

    Wahrscheinlich hat er dann erneut falsch eingeparkt. Mit dem Kamel. 1Tag und eine Nacht lang vorm Singsing und Kamelzuschlag, das wird nicht billig.

  13. Jeeves am 4. November 2008 um 15:28 Uhr

    Ein Wunschtraum: Reklame-Fuzzis sollten gerne mal öfter & länger weggesperrt werden.

ivw