Spießer Alfons: Wer möchte schlagkräftige Werbung…?
Werbeagenturen sagen den Unternehmen, dass sie Werbung treiben sollen, die Unternehmen. Wer nicht wirbt, stirbt. Sagen die Agenturen. Und weil die Unternehmen das glauben, machen sie Werbung. Mit Anzeigen, TV-Spots, Plakaten, per Film und Funk oder direkt genauso wie online.
Werbeagenturen selber sind auch Unternehmen. Sie treiben aber keine Werbung, jedenfalls nicht in eigener Sache, sondern sie treiben es bunt, indem sie sich an Werbewettbewerben beteiligen und die Kosten dafür als Werbungskosten verbuchen. Eine klassische Anzeige von einer Werbeagentur, die damit für das eigene Unternehmen wirbt, ist so selten geworden wie eine Dronte, die in einem kleinstädtischen Schrebergarten brütet.
Aaaber es gibt eine Ausnahme, nämlich: Kowalski, die alte Dronte! Denn Kowalski hat eine Annonce gestaltet und geschaltet, mit der diese Werbeagentur klassische Reklame macht — siehe die Abbildung!![]()
Klartext von Kowalski: Treffsichere Werbung ohne Eigentor ist schlagkräftige Werbung mit dem Boxhandschuh! Kowalski boxt sich durch, verbindet kreatives Denken mit hochwertiger, solider Werbearbeit. Inseriert Kowalski. Und daran können sich die Jungs von Matt und die Friends von Scholz mal ein Beispiel nehmen! Diese feinen Werber sitzen vermutlich gerade auf ihren gepackten Koffern, weil es in wenigen Tagen ja wieder in die Ferien zum Arbeiten nach Cannes geht.
Kowalski hingegen fährt wohl kaum nach Cannes, sondern bleibt in Rosengarten-Langenrehm und passt auf, dass die Kunden kein Eigentor schießen. Zum Schießen, echt!
Twittern












die anzeige hätte auch von dir sein können: auf dem punkt, mit wortwitz und schön viel text
bevor ich mir die Anzeige antat, dachte ich noch: “Hui, Kowalski, was für ein schicker Name”. Understatement gepaart mit leichter Ironie, ein down-to-earth-Gegenentwurf zu den gesammelten Pink Elephants der Branche.
Naja, war wohl doch nicht so.
@ jonas
Danke, jetzt ist es raus
Grüße von
Alfons Koslowski
Super-Illustration, Super-Typo, Super-Logo. Und keine Geldverschwendung ans Lektorat. Was will man mehr?
(Aber: Die E-Mail-Adresse ist schon fast wieder cool.)
@ ramses101
Meinst Du, Kowalski könnte das beim ADC einreichen…?
Absolut. Einreichen kann man bekanntlich vieles.
Es gibt auch eine Kowalski-Website.
Stylischer als Jung von Matts (Site) Prilblumen-Kraftwerk.
@ Spießer
Natürlich wollen Verlage, dass wer bei ihnen Anzeigen schaltet. Ist deren Brot. Nice try: Der Horizont-Verlag will sicher gerne, dass das seine Werber machen in eigener Sache. Du bist ja schomma drauf rumgeritten hier.
Das Prob bei euch wird die Horizont-Hauptzielgruppe sein: Werber^^. Welcher Werber hat es gern, dass sich an seinem Zeug nur seine holde Konkurrenz beeiert.
Was du Gelegenheit gehabt hättest, zu bespießern (ähm, komische Grammatik….): Die Agentur Buenalavista in Würzburg hat vor einigen Monaten Anzeigen für sich geschaltet. In Handelsblatt et al. Keine unbeholfene Mittelstandskrachwerbung, sondern mit Konzept. Groß (nicht billiger Zweispalter), als handgeschriebener Brief an diverse Unternehmer. Hat laut Dieter Schneider, Geschäftsführer, einige interessante Leads erreicht. Was daraus am Ende geworden ist, kann ich nicht sagen. Aufmerksamkeit, die Hauptwährung der Werber, war ihm jedenfalls sicher.
@ Vroni
Abgesehen davon, dass Werber für Werber die allerliebste Zielgruppe sind…
… erreicht HORIZONT nicht nur die Werber und die Medien, sondern genauso auch die Marketing-Etagen. Und es kommt bei einer Agenturwerbung ja nicht auf die Masse an (siehe: Das Grüne Blatt!), sondern allein auf die Klasse – siehe HORIZONT! Und wenn man nur 1000 Entscheidungsträger damit erreicht und eine Erfolgsquote von 3 Promille (hat nix mit Schnaps zu tun, diese Zahl
) erzielt, dann hat sich so eine Werbung mehr als bezahlt gemacht. Das Problem: Werber tun sich sehr schwer damit, sich auf einem Stück Papier im Format einer Seite überzeugend darzustellen.
@ Spießer
“Werber tun sich sehr schwer damit, sich auf einem Stück Papier im Format einer Seite überzeugend darzustellen.”
Weiß ich nicht, da glaub ich nicht dran. Ich glaub, ich könnte es.
Meine vorvorige Agentur hat es ebenfalls gemacht, aber in einem anderen Print-Medium: Doppelseite in Werbe- oder Designjahrbüchern. Kein schlechter Weg übrigens, habe ich auch demnächst vor.
Eine Quote von Werbeanzeigen von 3 Promille (wonach hast du das berechnet, gibt es kalkulierbare Werte? Wie weiß man, wieviele Propects eine Fachanzeige im Horizont wahrnehmen, lesen und erfassen? Frequenz?) entspricht in etwa dem von Direkt- oder Dialogmarketing. Wobei man bei Massen-Direktwerbung bereits im 1 Promillebereich ist. Kommt aber auf die Qualität und das Thema an. Klein-und-Feindialogmarketing hat den Vorteil, dass man gezielte, feine Adressen auswählen kann und dass man Response einarbeiten kann.
Welche Hochglanzanzeige hat schon heutzutage einen Abschneidecoupon?
(Wäre aber fast schon wieder eine stylische Vintage-Idee, grübel…, mit schöner fetter alter Schere schnippschnapp…)
Rücklauf ist alles….
Fehlt eigentlich nur noch die Reimform.