Spießer Alfons: Bronze für Adolf Hitler in Cannes
Eine Auszeichnung ist immer nur so viel wert wie die Kompetenz der Jury, die darüber befunden hat.
In Cannes hat eine Jury darüber befunden, dass ein Porträt von Adolf Hitler einen Bronze-Löwen verdient hat. Womit die Jury völlige Inkompetenz bewiesen hat. Und alle Preisträger, die 2008 einen Lion in Cannes gewonnen haben, werden von Spießer Alfons aufgefordert, diese Auszeichnung umgehend wieder zurück zu geben!
Falls die Preisträger sich krampfhaft weigern, ihr Beutetier loszulassen, sagt ihnen der Spießer: Weicheier seid Ihr!
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Ich sag es nicht gern, lieber Spießer, aber in diesem Fall kann es wirklich sein, dass eine Werbe-Jury Kompetenz bewiesen hat.
Wie das?
Anfang des Jahres war ich in Indien. Und konnte mit dem Vater eines Bekannten dort eine sehr interessante Diskussion führen.
Adolf Hitler wird in Indien sehr verehrt. Denn – so die indische Meinung – seine Grundeinstellung gegen die unfaire Unterdrückung durch die Reparationszahlungen, die die Deutschen leisten mussten, seien gerechtfertigt.
Nun, dass er dann halt ein bisschen Größenwahnsinnig geworden ist.
Ist in der Geschichte ja nichts Neues. Aber was zählt ist die Leistung davor.
Und wir Deutschen sollten endlich aufhören, uns wie Verbrecher zu fühlen, sondern erhobenen Hauptes durch die Welt gehen.
Soweit meine Erfahrung in Indien.
Hitler gilt also in Indien als wichtiger Staatsmann.
Damit ist der Transfer im Award-Motiv zu “alles Wichtige markiert” für Indien gegeben.
Aber es gab ja noch zwei weitere Motive:
coloribus.com/paedia/prints/2008/05/19/2…
Warum die allerdings nicht eingereicht/ausgezeichnet/erwähnt wurden?
@Â Pixel
Danke für diesen interessanten Kommentar! Die anderen Sujets wurden übrigens auch ausgezeichnet.
Eine wie auch immer geartete Verehrung in Indien würde aber nicht die Ehrung durch eine Jury rechtfertigen. Aber wie auch immer, die Kampagne hat verdient gewonnen (die anderen Motive sind übrigens auch dabei). Hut ab vor so einer Text-Fleißarbeit.
Hat der Spießer denn den Text gelesen, der gehighlighted wurde? Der Text ist kohärent und *gegen* Hitler: “Never again should colour, race and creed be the reason why some are saved and others subjugated. Never again should we let the power mongers and the fanatics amongst us get a voice.”
Ich finde die Anzeige sehr clever.
Man kann ja leider nicht den Text lesen, aber wenn da zum Beispiel nur Begriffe wie “scheiße, dreck, totalversager, idiot, trottel usw” stehen würde – und man dann aus diesen Begriffen besagte Blödmannfratze “markiert” hätte, dann… na gut, nen Lion hätts von mir dann auch nicht gekriegt.
@Pixel: wußte gar nicht, dass Cannes/Lions ein rein indischer Wettbewerb ist, dann ist es natürlich ok.
@ moeffju
Als Anzeige mag das tatsächlich clever sein. Es ist aber keine Anzeige, sondern ein Plakat. Das ist ein eklatanter Unterschied. Und das Plakat wirbt mit einem Porträt von Hitler.
@Tom: Man kann den Text (und den Text im Text) lesen. Du musst nur auf der Originalseite mit dem Pluszeichen “reinzoomen”:
http://www.canneslions.com/win....._05843.htm
Ich versteh deine Logik nicht ganz.
Jemand hat mit Hitler geworben = Skandal. Alle sollten ihre Löwen zurückgeben.
Jemand hat mit Hitler geworben und dabei gleichzeitig gesagt, dass Hitler nix gut war = Skandal. Es sei denn, es wäre eine Anzeige gewesen. Dann clever.
Der Kritikpunkt, dass man es als Plakat evtl. nicht schnell genug erfassen kann, ist nachvollziehbar (Es sei denn, es steht irgendwo, wo Leute warten müssen und viel Zeit haben). Aber ist dann nicht der gesamte “Artikel” von dir hinfällig?
Das erklärt allerdings auch nicht, warum alle ihre Löwen zurückgeben sollen. Selbst wenn EINE Jury versagt hat: In Cannes gibt es viele verschiedene Jurys.
(Ups. Jetzt verstehe ich, was der Spießer wirklich bemängelt. Ausgezeichnet als PLAKAT. Hm. Okay.)
Aber jetzt wisst Ihr, warum das Ding als Plakat nur Bronze gewonnen hat: 2 Punkte Abzug wegen Unlesbarkeit!
@ jonas
Also: Ich habe von EINER Jury geschrieben. Und Hitler in einer Anzeige zu verdammen, um daraus werblichen Nutzen für ein Produkt zu ziehen, wäre schon clever – wenn auch nicht gerade in Indien.
Plakate sind was anderes. Und wenn das Hitler-Porträt dort in einer Reihe hängt mit Chaplin, dann wird erkennbar, dass die textliche Kritik an Hitler quasi nur das Alibi ist, um mit einem Hitler-Porträt in Indien zu werben — siehe hierzu auch den Einstiegskommentar von Pixel!
So ganz trägt das Grundprinzip des Spiessers “ich verstehe jede Anzeige bewusst falsch, die nicht komplett eindeutig und holzhammerig daherkommt” auf Dauer nicht.
Anders gesagt: Wenn man sich nur stark genug bemüht, kann man alles, was über “Kauft Produkt XY!” hinausgeht missverstehen. Aber: wollen wir ausschliesslich Simpelstes sehen? Ist das dann gute Werbung? So ganz ohne Subtiles, Doppelbödiges?
Noch was zum Thema Plakat: Nicht jedes Plakat wird ausschliesslich vom fahrenden Auto aus begutachtet. Bei Abribus hat zumindest ein Teil der Zielgruppe mehr als genug Zeit zum lesen.
Disclaimer: Nein, ich habe nix mit Burnett oder den Plakaten zu tun.
Zitat Spiesser:
“wenn das Hitler-Porträt dort in einer Reihe hängt mit Chaplin, dann wird erkennbar, dass die textliche Kritik an Hitler quasi nur das Alibi ist, um mit einem Hitler-Porträt in Indien zu werben”
Warum? Die Grundaussage des Plakates ist: “Das Produkt hilft dabei, aus einem Wust von komplexen Informationen die wichtigen Dinge herauszuarbeiten.” Ob die Texte nun von “guten” oder “schlechten” Menschen handeln, ist dafür völlig unerheblich.
@ Mart
Ich wiederhole zum wiederholten Male: Ich habe keine ANZEIGE bewusst falsch verstanden, weil es sich hier nicht um eine Anzeige handelt.
Klar, Werbung sollte immer “Subtiles” und “Doppelbödiges” haben. Und möglichst frei sein von Wirkung.
@ Mart
Du schreibst: “Die Grundaussage des Plakates ist: “Das Produkt hilft dabei, aus einem Wust von komplexen Informationen die wichtigen Dinge herauszuarbeiten.” Ob die Texte nun von “guten” oder “schlechten” Menschen handeln, ist dafür völlig unerheblich.”
Werbung und Marketing sollen nach Deiner Meinung also nichts zu tun haben mit Ethik und Moral…?
Und Che Guevara ist keine zweifelhafte Person für Werbezwecke?
@Spießer
Hmm …
Erst:
“In Cannes hat eine Jury darüber befunden, dass ein Porträt von Adolf Hitler einen Bronze-Löwen verdient hat. Womit die Jury völlige Inkompetenz bewiesen hat.”
Dann:
“… Hitler in einer Anzeige zu verdammen, um daraus werblichen Nutzen für ein Produkt zu ziehen, wäre schon clever …”
—
Erst:
“… alle Preisträger, die 2008 einen Lion in Cannes gewonnen haben, werden von Spießer Alfons aufgefordert, diese Auszeichnung umgehend wieder zurück zu geben!”
Dann:
“Also: Ich habe von EINER Jury geschrieben”.
Um es mit deinen Worten zu sagen:
“Womit ein Spießer völlige Inkompetenz bewiesen hat.”
@ jonas
In Deutschland sind Anzeigen (zum Bespiel vom “stern”) erschienen, die Hitler verdammt haben. Das begrüße ich.
Ich hätte auch nichts dagegen, wenn andere Preisträger ihre Löwen zurückgeben – zum Beispiel DDB.
@ René
Doch.
@Spiesser:
Mal unter uns: Wenn uns Ethik und Moral wirklich wichtig wären, würden wir 80% der Agenturkunden schlichtweg ablehnen.
Abgesehen davon finde ich es problematisch, wenn wir als Deutsche meinen, weltweite Deutungshoheit über Moralvorstellungen zu haben – und deshalb bitte schön in Indien keiner Werbung machen darf, die diesen widerspricht.
Sagt mal, was soll das ganze Getue um die Löwen von Cannes? Kümmert euch lieber um die Konsumenten in Deutschland statt um die Jurys in Frankreich! Oder werbt ihr auch in Indien?
Merke: 99 Prozent der Werbung ist lokal, nicht international. Das heißt, was man in Indien oder Japan geil findet, kann in Frankreich oder Deutschland völlig absurd sein! Internationale Wettbewerbe sind also totaler Humbug. Und denkt mal darüber nach, wer mit den Cannes-Löwen viel Kohle kassiert!!!
So, ich geh jetzt wieder an die Arbeit. Folder machen für einen Direktvertrieb. Macht auch Spaß. Und ist vor allen Dingen sinnvoll.
@ Mart
Wo wir hier schon unter uns sind: Warum willst Du nicht 80 Prozent Kunden ablehnen, wenn die unmoralische Ansinnen an Dich stellen? Geht Dir Geld über Moral…?
Adolf Hitler ist ein Massenmörder, der internationalen Moralvorstellungen zu entsprechen hat.
Meine Moralvorstellung sagt mir z.B. das ich nicht für den Axel Springer-Verlag arbeite. Aber wenn andere meinen, statt dessen die Welt mit ihren Moralvorstellungen über Hitler missionieren zu müssen: bitteschön.
Disclaimer: Das Hitler ein Massenmörder ist, steht dabei für mich ausser Frage. Ich wehre mich nur dagegen, dass die Nachfahren der Täter bestimmen wollen, wie mit der Vergangenheit umzugehen ist. Das steht, wenn überhaupt eher den Nachfahren der Opfer zu (und vom Zentralrat der Juden habe ich zu den Anzeigen bisher keinen Aufschrei gehört).
@ Mart
Ich denke, Deinen letzten Kommentar muss ich nicht mehr kommentieren, damit kommentierst Du Dich selber.
@ Spießer
Aha. Weil auf einem (vermutlich mehrere Quadratmeter großen) Plakat deiner Meinung nach sowieso keiner den Text liest, verlinkst du also ein winziges Bild, auf dem keiner den Text lesen KANN. Aha. Auch kein Wort über den Text in deiner “Kritik”. Deine Aussage, “dass ein Porträt von Adolf Hitler einen Bronze-Löwen verdient hat”, soll dann wohl als Info-Brocken für deine Leserschaft reichen, damit die sich dann auch pflichtschuldigst aufregt. Und wenn das dann nicht so ganz klappt, ist der Herr beleidigt.
Der Text des inkriminierten Plakats ist im hier veröffentlichten JPG auch bei Vergrößerung nicht lesbar.
Hier der Link, wo der Text beliebig vergrößerbar ist:
http://www.canneslions.com/win....._05843.htm
___
Mal weg vom emotional Aufgeheizten: Mich stört eher die Reihung selber, es gibt keine Logik: Mr Hilter passt einfach vom Typ her nicht in die Reihe mit Che und Chaplin. Da hätte es Idi Amin, Pol Phot, Saddam und noch irgendeinen indischen Blutteufel (gibbet es sicher auch) gebraucht.
Daher finde ich es tatsächlich ebenfalls tendenziös und nicht integer, Mr Hilter zu verwenden. Diese Serie deckt es auf.
Und noch was zum Thema Plakat und Kleingedrucktes auf Plakaten: Erinnert sich noch jemand an die gute (deutsche) Plakatkwerbung für Plakatwerbung vor einigen Jahren? Mit großen Headlines wie “Hier eine Liste aller Deutschen, die Ihre Steuern hinterzogen haben”? Darunter dann eine winzig gedruckt Bleiwüste — ging man näher ran, konnte man lesen, dass das Kleingedruckte aus der immer wiederholten Aussage “Plakate wirken Plakate wirken Plakate wirken” bestand.
Ich möchte gern mal wissen, in welchem Marketing-Kurs man eigentlich lernt, dass Außenwerbung grundsätzlich nur erfolgreich sein kann, wenn die Werbebotschaft aus zwei Wörtern besteht und in 0,2 Sekunden erfassbar ist, wenn man mit 65 km/h im Auto dran vorbeibrettert. Als ob es nicht genügend Außenwerbeflächen an U-Bahnstationen, Bushaltestellen, in Fußgängerzonen gäbe.
@ Ex M
Ich kritisiere nicht den Text, der tut hier gar nichts zur Sache, weil ihn auf diesem Plakat ohnehin kaum jemand lesen wird, sondern ich kritisiere ein Porträt von Adolf Hitler, mit dem ein Produzent für seine Ware wirbt.
Nur mal so nebenbei bemerkt: Englisch ist zwar Landessprache in Indien, es gibt aber noch Hindi plus 17 weitere anerkannte Sprachen.
Nachtrag an Ex M
Mit Deinem letzten Kommentar vergleichst Du Äpfel mit Bananen.
@Spießer
Aber wo ist dann dein Problem?
Du schreibst: “In Deutschland sind Anzeigen (zum Bespiel vom “stern”) erschienen, die Hitler verdammt haben. Das begrüße ich.”
Die Kampagne des Textmarkers nutzt Personen der Zeitgeschichte und — im Fall von Hitler — verdammt sie.
Kannst Du mir noch mal erklären, warum dieses Plakat jetzt schlecht ist und warum alle ihre Löwen zurück geben sollen?
Danke.
@ jonas
Hat der Wal Dich verschluckt? Das habe ich doch hier nun mehr als mehrmals erklärt!
hmm, ich verstehe es trotzdem nicht.
Ist einfach die Tatsache schlecht, Hitler abzubilden (auch, wenn man ihn damit gleichzeitig verdammt)?
Oder ist das Plakat eigentlich gut, aber es ist doof, dass es ein Plakat ist und keine Anzeige?
@ jonas
noch mal zum Mitschreiben: Eine Anzeige ist eine Anzeige, ein Plakat ist ein Plakat. Grundsätzlich halte ich in der Wirtschaftswerbung die Abbildung des Führers, den viele Menschen der jüngeren Generation offenbar für einen Lokomotiv-Führer halten, für nicht vereinbar mit Gesetz und Moral. Es sei denn, es wird in der Werbung auf einen Blick deutlich, dass Hitler ein Verbrecher gewesen ist, also mit der Werbung verurteilt wird.
Bei dem betreffenden Plakat wird das weder auf den ersten, noch auf den zweiten Blick deutlich. Und in einem Land, wo offenbar Sympathie für den Verbrecher herrscht, erreicht der Werbungtreibende positive Wirkung in negativer Hinsicht. Zumal Chaplin daneben klebt. Selbst wenn 10 Prozent der Menschen den Text lesen und ihn auch noch begreifen, ist das bei 90 Prozent nicht der Fall. Sie sehen nur ein wunderschönes Porträt von Adolf Hitler.
Wäre es kein Plakat, sondern eine Anzeige, so würde man nur Menschen erreichen, die lesen können, und zwar Englisch, wenn es ein englischsprachiges Magazin ist. Zweitens spricht man damit vorrangig Menschen an, die etwas gebildeter sind. Wenn der Werbungtreibende auf diese Weise seinen wirtschaftlichen Nutzen gepaart hätte mit zweckdienlicher Aufklärung in Indien, dann hätte ich das nicht aufgespießt.
Habe ich mich nun verständlich gemacht? Oder muss ich es noch ins Englische übersetzen und die wichtigen Stellen markern…?
@ Spießer
Deine ganze Argumentation erinnert mich an die der Amerikaner im Irakkrieg. Erstmal losschlagen und hinterher drum kümmern, wie man das begründet.
@ Ex M
Ziemlich geschmacklos. Aber ich weiß ja, dass Du nicht lesen kannst, geschweige denn, begreifen. Nett, dass Du trotzdem hier immer wieder mal reinschaust!
danke für die erklärung.
vermutlich war der text ursprünglich auf indisch und wurde nur für das festival ins englische übersetzt. so, wie es auch mit allen deutschen (und französischen, argentinischen …)arbeiten geschieht.
ich glaube, du hast den markierten text am anfang gar nicht gelesen, sondern nur hitler gesehen und damit die anzeige pauschal verteufelt.
jetzt, wo du merkst, dass du damit etwas wohl übers ziel hinaus geschossen bist, kommen andere argumente wie “wäre nur als anzeige gut”.
vielleicht irre ich mich ja auch.
auch ich finde, dass man mit hitler eigentlich nicht werben sollte. die comedy-central-anzeigen, der lausige buchhandel-funkspot etc. … fand ich alles nicht gut. aber eine anzeige (bzw. ein plakat, von dem wir nun wirklich nicht wissen, wo es plakatiert war — vor einer bank im park?), die dazu noch aus dem ausland kommt, hitler verdammt und teil einer serie ist, in der es darum geht, wichtige stellen im text hervorzuheben — die hat m.e. zu recht einen preis gewonnen. weil die idee einfach gut ist. und nur darum geht es in cannes.
deinen ursprungstext oben finde ich deshalb einfach … falsch. unhöflich. reisserisch. unbegründet. und unprofessionell.
wär genau so schlimm, wie der hier:
—
Ein Blogartikel ist immer nur so viel wert wie die Kompetenz des Verfassers, der ihn geschrieben hat.
Auf http://www.off-the-record.com hat Spießer Alfons darüber geschrieben, dass ein Porträt von Adolf Hitler keinen Bronze-Löwen verdient hat. Womit der Verfasser völlige Inkompetenz bewiesen hat. Und alle Abonnenten, die 2008 ein Abo von Horizont abgeschlossen haben, werden von mir aufgefordert, es umgehend zu stornieren!
Falls die Abonnenten sich krampfhaft weigern, ihr Beutetier loszulassen, sage ich ihnen: Weicheier seid Ihr!
vermutlich war der text ursprünglich auf indisch
Glaub ich nicht. Der Witz ist doch, dass beide Texte Sinn ergeben. Der Ursprungstext und der Angemarkerte jeweils für sich. Das “übersetzt” man ja nicht einfach. Denn wenn man dann den sinnigen Text wieder anmarkert, hat man kein Bild mehr und wenn man das Bild “ermarkert”, hat man keinen sinnigen Text.
Um mal innerhalb der Argumentation des Spiessers zu bleiben:
Indien ist ein Land, in dem Englisch
- die Amtssprache ist
- die Sprache ist, die von den gebildeten Ständen gesprochen wird (der Rest spricht im Norden Hindi, im Süden hingegen eine der dravidischen Sprachen)
Wenn ich nun die “gebildeten Stände” erreichen will, die die Hauptzielgruppe für Textmarkerhersteller sein dürften … – welche Sprache nehme ich dann wohl? Eben: Englisch –
zumindest, wenn ich verstanden werden will.
Das heisst: die Hauptzielgruppe, von der der Spiesser ja zu wissen glaubt, dass sie Hitler toll findet, wird mit dem Hitler verdammenden Text vor die Nase gestoßen.
Ja, so gesehen, ist das schlechte Werbung, da sie (wenn man in des Spiessers verquerer Logik bleibt), an der Zielgruppe vorbei geht.
Nebenbei: Ich bitte um Verzeihung, weil ich nicht noch mal gesondert auf das Argument “mehr als 2 Worte sind bei Plakaten unmöglich lesbar” eingegangen bin.
@ Jonas
Da bleibt mir nur die Hoffnung, dass Du in keiner deutschen Werbeagentur arbeitest, da Du immer wieder Anzeige und Plakat durcheinander bringst. Der Text auf dem Plakat ist sekundär. Du findest die Idee gut, ich finde sie mies. Wo ist eigentlich Dein Problem?
@ Mart
Wenn ich Deiner Argumentation folge, dann könnte man dieses Plakat auch in Israel kleben. (Spätestens jetzt müsstest Du kapiert haben, was ich meine. Falls nicht, kann ich Dir auch nicht mehr helfen.)
@ Spießer
Sorry, aber so kann man nicht diskutieren.
@ jonas
Na endlich hast Du es erkannt.
Schön, dass das jetzt geklärt ist.
*off-the-record-aus-dem-reader-kickt*
@ Spießer
Es kann ja mal passieren, dass ein Thema plötzlich einen pawlowschen Reflex auslöst und man dann einfach mal spontan lossabbert (HITLER! HITLER! ARGHHH! ARGGGH!! WUFF WUFF!!), ohne genau hinzugucken.
Aber sich dann auch noch zu entblöden, diesen Totalausfall hinterher mit lächerlichem Starrsinn wider besseren Wissens zu verteidigen, ist wirklich peinlich.
Ein etwas souveränerer Blogger hätte spätestens nach den ersten paar Kommentaren zugegeben, dass ihm da die Gäule durchgegangen sind. Und dass er den Text des Motivs gar nicht gelesen hatte. Und dass er die anderen Motive zur Kampagne nicht kannte.
Meinetwegen auch mit einem Zwinkersmiley.
@ Ex M
Zum Glück kann man alles, was ich dort oben geschrieben habe, nachlesen.
Genauso wie auch alle Deine übrigen Kommentare im Blog, die von Anfang an durch Wadenbeißerei gekennzeichnet sind. Aber mach ruhig weiter so, die Karawane zieht weiter
Nur habe bitte Verständnis, dass ich das nicht mehr kommentieren werde.
@ Mart
Das Gleichnis mit Israel scheint er verstanden zu haben, der Mann, der nichts von Ethik und Moral hält und niemals für den Axel Springer Verlag arbeiten würde.
mich würde mal interessieren, was den herrn spießer eigentlich qualifiziert, über werbung zu urteilen, obschon er ja augenscheinlich nur wenig davon zu verstehen scheint.
ich denk drüber nach.
Antwort admin:
Beim Nachdenken kann Dir geholfen werden: Die Kolumne von Spießer Alfons erscheint seit über 40 Jahren jede Woche. Der SPIEGEL zitiert Spießer Alfons als “namhaften Werbekritiker”, und er selber hat ein paar Hundert erfolgreiche Werbekampagnen für Großunternehmen in Deutschland gemacht. Die Live-Auftritte des Spießers in Hochschulen und vor Vertretern aus Marketing und Werbung sind sehr gut besuchte Veranstaltungen. Außerdem hat er vielen Fachjurys angehört, war sogar Coach der ADC-Jurys. Genügt das fürs Nachdenken?
Also, selbst wenn der Text deutlich machen sollte, dass es sich bei dem abgebildeten Heini um einen der schlimmsten Schlächter der Weltgeschichte handelt, geht es der Anzeige doch gar nicht darum. Der Text ist doch vor allem ein Feigenblatt – oder ein feiges Blatt -, das eben genau die Argumentation ergeben soll: ‘Wir glorifizieren hier doch nicht den österreichischen Meldeläufer, wir doch nicht!’
Tatsache ist, unabhängig ob Anzeige oder Plakat, dass hier ein schlichtes Schockmoment eingesetzt wird, um Aufmerksamkeit zu heischen. Die Reaktion des Spießers ist also die von den Machern beabsichtigte.
Ethisch verwerflich, werblich verantwortungslos, künstlerisch problematisch. Schock ist kurzfristig, albern, leere Kalorie.
PS: Es hätten ja auch Stalin oder Mao genommen werden können. Damit wäre die Angelegenheit immer noch genauso verwerflich und verantwortungslos, aber das Schockmoment wäre weg gewesen, da diese Köpfe aus unerfindlichen Gründen anerkannt sind.
@ Dierk
Abgesehen davon, dass sich meine “Reaktion” an dieser Stelle gegen die Cannes-Juroren richtet, die von den Machern sicherlich nicht beabsichtigt ist, so decken sich unsere Meinungen. Und wir sind ja auch nicht die Einzigen, die das so empfinden.
Ich frage mich: Warum gibt es immer noch Leute, die nicht begreifen, was es bedeutet, mit Hitler Wirtschaftswerbung zu machen und dafür auch noch eine internationale Auszeichnung zu bekommen…? Ich denke, dieses Thema sollte mal live bei einer Veranstaltung diskutiert werden, damit die Befürworter solchen Unfugs sich zu erkennen geben und ihre Meinung äußern, ohne sich hinter einem Nick zu verstecken.
@ Spießer
Ich habe so langsam den Eindruck bei vielen (jungen? anonymen?) Kommentaristen hier, dass diese eine Kategorie des Denkens in den Köpfen verschwindet, sie ist einfach nicht da.
Gemeint ist das strukturelle Denken: Was hängt wie mit was zusammen, wie wirkt es, was ist beabsichtigt, was ist vorgeschoben.
Strukturelles wird nicht mehr erkannt, da kann man sich tot diskutieren.
@ Vroni
Danke für Deinen sachdienlichen Hinweis! Ich denke, da ist in den Schulen was vernachlässig worden.
Frage: Was kann man tun, damit die Diskussion doch noch Früchte trägt in den Köpfen der Ignoranten…?
a)
Helmut Maucher, einst Ober-Zampano bei Nestle, ließ vor der Frankfurter Zentrale der Legende nach immer die aktuellen Plakaten auf der Straßenseite gegenüber aufkleben. Was von hoch droben aus dem Fenster in der obersten Führungsetage an Text nicht erkennbar war, war überflüssig oder das Plakat fiel beim Test gleich gänzlich durch.
Das sollte man auch heute noch so halten.
b) Der Einsatz von Hitler in der Werbung für kommerzielle Zwecke bleibt für mich ein No-Go. Eine Frage des Common Sense.
Spießer,
was ich jetzt sage, tut leider weh:
Nicht pauschal auf die Schulen hauen. Nein, es liegt am Internet.
Die Schulen fördern zwar immer noch zu sehr das sture zusammenhanglose Lernen, aber an ihnen liegt es weniger. Sonst wären ganze Generationen, seit es Schulen gibt, davon befallen, denn zusammenhangloses Pauken war schon immer Trumpf in den vor- und nach-bismarck’schen Leer- und Leidensanstalten und vor allem seit den Leiden des kleinen Buddenbrook.
Das Internet ist es, das durch seine zusammen zu krauternden – und wild gewürfelten, wertvollen neben wertlosen – Angebotsschnipsel das unstrukturierte folgenlose, zusammenhanglose Denken richtig fördert. Bei denen fördert, die – jung – noch keine Chance hatten, zu eigenen Gedanken zu kommen, sie zu bilden, zu formen und auszusprechen, aber gleich mit dem Internet aufgewachsen sind. Es soll mittlerweile Schulen geben, die planen genau deswegen, das Internetangebot in ihren Räumen abzuschaffen…
Das Problem hast also nicht nur du hier, das haben auch die Unis inzwischen. Und das ist viel schlimmer. Da sitzt zum ersten Mal die erste richtig durchge-internettelte Generation (StudiVZ, Chat), taumelt chaterprobt und multitasky durch die Seminare und liefert statt eigene Gedanken in eigenen Worten lieber copy-and-paste-Schnipsel ab, deren Absätze durch keine verbindenden Gedanken zusammengehalten werden: Und zu dumm, wenn man das konstruktiv kritisiert, verstehen sie nicht, was man meint. Wie ein Blinder vor der Farbe. (Ich hatte vor einer Woche ein recht aussagekräftiges Gespräch mit einem angehenden PHD, der Diplomanden und junge Scheinemacher betreut. Die Diplomanden sind noch nicht so, aber die scheinemachenden Jungsemester zeigen nach seinen Schilderungen alle diese “Ausfalls”-Erscheinungen.)
Sorry for OT. Wen`s langweilt, der möge wegtwittern:
Ich bin mir klar, dass es klingt, als ob ich den Untergang des Abendlandes beschwöre. Ist mir aber schon in vielen Blog-Diskussionen aufgefallen, das mit den – wie Don es wenig nett, aber pointiert ausdrückt – strukturellen Analphabeten.
Daher wird es auch schwieriger werden, analysierend über Zusammenhänge in der Werbung, Kopierkatzen und Awareness-Gesellschaft zu diskutieren, das kann ich dir garantieren. Es geht immer stärker nur noch emotional nach “gefällt, gefällt nicht” und nach meinungsstarker aber zusammenhangarmer Coolness
Allerdings scheinst auch du dich da deinen Lesern angepasst zu haben, sorry wenn ich das so sage. Denn dein Eingangs-Artikel zu dem Plakat ist reines “Passt mir gar nicht!”-Blogger-Gerotze, das sich mit keiner zusammenhängenden Argumentation mehr groß aufhält. War mein Eindruck.
Kommt das von das?
@Spießer
Aber warum findest Du es nur dann schlimm, wenn man das Motiv als Plakat schaltet und als Anzeige fändest Du es okay?
@ Vroni
Danke für Deinen sehr wichtigen Kommentar! Ich hoffe, dass sehr viele das hier lesen und darüber nachdenken werden!
Trotzdem glaube ich nicht, dass die Schulen daran unschuldig sind. Ich denke, dass kein junger Mensch, dem der Holocaust in Wort und Bild vorgeführt wurde, es noch akzeptiert, wenn ein Hitler-Bild in der Werbung auftaucht.
Ich habe inzwischen die Erfahrung gemacht, dass es im Blog sehr viel andere Leser gibt als im Blatt. In meinem Beitrag hier im Blog habe ich wohl zu viel vorausgesetzt und gedacht, dass es jeder auch ohne viele erklärende Worte versteht, wenn ich erkläre “Passt mir nicht!”, zumal wir das Hitler-Thema doch schon mehrfach hatten.
Außerdem steht vor meinen Beiträgen ausdrücklich “Spießer Alfons”. Und in HORIZONT wird erklärt, dass es sich hier um “die überhebliche und völlig unmaßgebliche Meinung eines Spießers” handelt. Das erklärt auch meinen kategorischen Imperativ, den viele Leser zu schätzen wissen.
@ Jonas
Ich verspüre jetzt keine Lust mehr, mich zu wiederholen. Scrolle doch einfach nach oben!
@ Spießer
Na, dann ist doch alles gut. Da hast du ja endlich jemanden gefunden, der irgendwie deiner Meinung zu sein scheint.
Da könnt ihr ja noch fein ein bisschen aneinander vorbei diskutieren über die Jugend von heute, deren mangelhaftes strukturelles Denken und die Schulen. Und keiner der ungezogenen jungen Leute stört euch dabei. Die hatten nämlich keine Lust mehr auf deinen Altersstarrsinn. Ich bin dann auch mal weg.
Ist schon mal jemanden aufgefallen, dass der Text auf dem Plakat voller Tippfehler ist? Kein Korrektorat in der Agentur? Absicht? Oder bei einem Plakat eh egal, weil es eh keiner liest?
@tazblog
Euren Artikel kann ich 1:1 unterschreiben. Aber ob der Spießer ihn versteht bzw. verstehen will, geschweige denn, sachlich darauf eingeht, wage ich zu bezweifeln.
@jonas Gegen moralischen Relativismus wie er im tazblog (siehe Trackback) zum Ausdruck kommt, kann man angesichts seines Exklusivitätsanspruchs tatsächlich nicht (sinnvoll) argumentieren. Das macht ihn aber nicht besser.
@ Olaf
Gegen alle anderen Argumente anscheinend auch nicht.
“Die Kolumne von Spießer Alfons erscheint seit über 40 Jahren jede Woche. Der SPIEGEL zitiert Spießer Alfons als “namhaften Werbekritiker”, und er selber hat ein paar Hundert erfolgreiche Werbekampagnen für Großunternehmen in Deutschland gemacht. Die Live-Auftritte des Spießers in Hochschulen und vor Vertretern aus Marketing und Werbung sind sehr gut besuchte Veranstaltungen. Außerdem hat er vielen Fachjurys angehört, war sogar Coach der ADC-Jurys. Genügt das fürs Nachdenken?”
dann waren sie vielleicht tatsächlich mal gut. aber nun, da sie aus allen relevanten zielgruppen rausgewachsen und vom modernen zeitgeist überholt wurden, scheinen ihre kritiken – wie weiter oben bereits trefflich gesagt – leider nur noch alt. sehr, sehr alt. und starr. vielleicht wäre das der richtige moment, um über eine nachfolgeregelung nachzudenken.
Antwort admin:
Was hast Du denn so bisher in deinem Leben gemacht? Gurkensalat…? Ein Tipp für dich: Geh wieder in Deine Sandkiste, nimm die Förmchen und backe, backe Kuchen!
Sehr erfreulich dass der an erster Stelle stehende Kommentar nicht entfernt und natürlich auch weder kommentiert noch darauf eingegangen wird. Es war ja nicht alles schlecht. Weder am Kaiserreich noch an der faschistischen Diktatur. Ja, ok, dass bischen Grössenwahn war nicht so gut. Aber der national Faschismus an sich ist doch ne echt tolle Sache das sollte man auch stolz sagen dürfen. Schweigen ist Gold.
Ansonsten beweist diese Diskussion hier, was ich durchaus positiv sehe, dass man mit genügender Schnelligkeit und Dumpfheit der Befähigung zur historischen, intellektuellen und in der analytischen Bewertung ganz gut entkommen kann.
Ein ganz grosses WEITER SO! Ihr seid alle ganz ganz prima. Da muss ich keine Angst um meine Kinder mehr haben.
@Marc
Deinen ersten Absatz lese ich jetzt mal in weiten Teilen mit Ironie-Tags. Sonst wüsste ich nicht, ob man das so stehen lassen sollte – zumindest nicht unkommentiert. (Warum man den an erster Stelle stehende Kommentar ob seiner Beschreibung (einer) indischen Denke “entfernen” sollte, ist mir nicht ganz klar.)
@ Spießer,
ob das so ist:
“Ich denke, dass kein junger Mensch, dem der Holocaust in Wort und Bild vorgeführt wurde, es noch akzeptiert, wenn ein Hitler-Bild in der Werbung auftaucht.”
das ist die große Frage.
Um die Schule – heute – zu verteidigen:
Sie haben in der Schule sehr wohl den Holocaust und Mr Hilter als große Verfehlung in der Geschichte mitgekriegt. Mehr jedenfalls als meine verbaselte Generation, die z.T. noch alte Geschichtslehrer hatte, die sich um Hitler und den 2. Weltkrieg raffiniert rummogelten (Bismarck rauf und runter, dann war logisch keine Zeit mehr für Weimar und Hitler, Kunststück….).
Was sie, die Schüler, aber heute besser können als wir ältere Semester ist, die Dinge einfach getrennt nebeneinander ohne Bezug bestehen zu lassen: auf der einen Seite: Hitler und die NDSAP, ja, eine große Gürde in der Geschichte und darf sich nicht widerholen – auf der anderen Seite: so ein Hitlerschädel auf ner Werbung, ja mei, Pop halt *achselzuck*.
Ich sag das ohne Wertung.
Jüngere können auch lockerer als wir alte Deppen im TV/Kino einen Blutschocker sehen mit herumspritzenden Körperteilen und dabei gleichzeitig herzhaft in die leckere Pizza beißen. Mir würde sich der Magen umdrehen und die nächsten 2 Stunden ist Essen gestrichen. In ihrem Gehirn läuft das komplett getrennt ab und behindert^^ sich nicht gegenseitig. Es gibt Studien über immer getrenntere Gehirn”abteilungen”. Schuld an der bruchstückhafter werdenden Wahrnehmung ist angeblich die zunehmende Reizüberfutung. (Ich behaupte, das bruchstückhafte Internet unterstützt diesen Vorgang enorm). Das Gehirn baut sich daher um, wenn es nicht “lahmen” will. Denn (zu)viel Verbundenes bedeutet auch anscheinend stärkeren Energieaufwand im Gehirn. Bin sicher, auch das ältere Gehirn ist permanent am Umbauen, aber nicht so rasch.
So ist das mit der Moral
Alles nur eine Hirnfunktion
Um zur Werbung zurückzukommen: Sie bildet die Gesellschaft ab, wissen wir. Wie getrennt oder verkommen oder vorbildlich (harhar) sie ist, so ist auch Werbung. Dummerweise passiert durch das Spiegeln eine gedankliche Verstärkung bereits vorhandenen Unfugs. Satire on: Irgendwann glaubt jeder, Hitler sei doch nur Pop und man könne ihn, Blondie und den Bonker bei Spreadshirt aufs T-Shirt bestellen, n’ Problem, Alter?
Ich kann glauben, was ich hier teilweise lese.
@alle, die Hitler in der Werbung voll OK finden:
Hitler ist für den Tod von Millionen (!) Menschen verantwortlich.
Jedem, der anschließend noch sagt “Ja gut, stimmt schon, aber man muss das auch mal aus heutiger Sicht sehen und überhaupt und in Indien uns so, ausserdem is es ja Werbung, haha…” sollte man diesen Sachverhalt auf den Unterarm tätowieren.
Leute, Leute…
@Gurkensalat
Ich finde Dein Verhalten hier etwas respektlos. Bist Du 16?
btw. Die Shift-Taste wurde schon erfunden, man darf sie auch benutzen – steuerfrei
@Warren, Spießer
Ganz meine Meinung.
@alle, die Hitler in der Werbung voll OK finden: Hitler ist für den Tod von Millionen (!) Menschen verantwortlich.
Und was ist mit Che Guevara, Ho Chi Minh, Castro und – ideologisch gesehen ziemlich direkt – Karl Marx aus der Dacia-Werbung?
ich kann gurkensalat nur zustimmen. es ist nicht respektlos, nur sehr ehrlich. im übrigen ist respektlosigkeit keine frage des alters- wie der spießer höchstselbst oft genug beweist. ich habe mich da ehrlich gesagt für den spießer fremdgeschämt als ich die von gurkensalat zitierte passage gelesen habe.
@ Wimmel
Jetzt gießt du aber wirklich Öl ins Feuer. Der Spießer glaubt doch sowieso schon, dass alle Menschen, die jünger sind als er, seiner messerscharfen Intelligenz und überbordenden Weisheit nicht das Wasser reichen können. Und jetzt kommst du und wirfst mal kurz Karl Marx und Hitler in einen Topf.
DAS zeugt in der Tat wirklich von einem zweifelhaften Geschichtsverständnis.
@ wimmel
fand ich beim Start schon nicht gut:
http://off-the-record.de/2008/.....evolution/
“Was hast Du denn so bisher in deinem Leben gemacht? Gurkensalat…? Ein Tipp für dich: Geh wieder in Deine Sandkiste, nimm die Förmchen und backe, backe Kuchen!
”
sagen wir’s mal so: ich bin jetzt ungefähr da, wo sie in meinem alter auch waren. oder rückblickend zumindest meinen gewesen zu sein. in ihrem alter aber bin ich entweder geschäftsführer einer großen agentur. oder ich gebe kurse für interpretative tänze in europäischen mischwäldern. dazwischen gibt’s nicht viel. denn wie ein großer geist schon vor mir sagte: in der werbung ist man mit 40 entweder ganz oben, oder weg vom fenster. und sie, sie sind wohl eher weg vom fenster.
@ gurkensalat
Heile, heile Gänsje

Es is bald wieder gut,

Es Kätzje hat a Schwänzje

Es is bald wieder gut,

Heile heile Mausespeck

In hunnert Jahr is alles weg!
Political Correctness sollten solche Leute wie Claudia Roth und J.B Kerner behalten dürfen.
Am Ende des Tages sind es nur Worte, Bilder und Ideen.
Und aus Gründen des eigenen Werdegangs nehmen sich
die meisten Werber und die Werbung eben selber 10x wichtiger als sie sind.
(Nicht wahr, Herr Alfons?)
Free Speech on- and offline!!!
Nachtrag:
Man könnte diesen Walserkeulenbeissreflex ja mal zum Anlass nehmen zu diskutieren was “moralisch” ist und was nicht?
- Darf man Matthias Reim öfftl. für Sixt hinrichten?
- Darf man mit glorifizierten Terroristen wie Che werben?
- Ist es PC wenn Visuals Pali-tücher enthalten?
- Sollte man statt Pali-tüchern nicht gleich Hakenkreuzarmbinden nehmen?
- Ist es moralisch, dass Werbung sich intellektuell meist an der Unterschicht orientiert?
- Was ist mit Zigaretten und Alkohol?
- Was ist mit Anti-Drogen Kampagnen, die von zugekoksten Werbetypen gemacht werden?
- Müssen Agenturen, die Charity-Fake-Award Kampagnen machen nicht auch fett spenden?
- Muss wer SPD Werbung macht seinen Kreativen auch die Gewerkschaftstarife zahlen?
( Da sich aus rein monetären Gründen niemand mit diesen Themen ins Bein schiessen will, erledigt sich die Frage ob die Benutzung von Addi was mit Moral zu tun hat doch von selbst, oder?)
- Darf man Matthias Reim öfftl. für Sixt hinrichten?
Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Wenn sich Herr Reim öffentlich hinrichten lässt, bitte.
- Darf man mit glorifizierten Terroristen wie Che werben?
Nein. Für Che, Mao, etc. gilt die gleiche Nicht-Legitimation, wie für alle anderen (Massen-) Mörder auch.
- Ist es PC wenn Visuals Pali-tücher enthalten?
Kommt auf den Zweck an, den es in dem Spot erfüllen soll.
- Sollte man statt Pali-tüchern nicht gleich Hakenkreuzarmbinden nehmen?
???
- Ist es moralisch, dass Werbung sich intellektuell meist an der Unterschicht orientiert?
Werbung richtet sich nach der Zielgruppe. Und die Unterschicht ist nun mal in der Mehrheit. Deshalb “meist”. Mit Moral hat das überhaupt nix zu tun.
- Was ist mit Zigaretten und Alkohol?
Was hat das mit Moral zu tun? Doch nicht etwa die heuchlersich-ketzerische Frage, ob ich als Werber hinter diesen Produkten stehen kann? Ich habe Tests aus der Lebensmittelindustrie an dickbäuchigen Afrikaner-Babys gelesen – und Du kommst mit Kippen und Alk? Als Werber unterstützt man dieses Wirtschaftssystem, mit all seinen Schwächen. Wer damit nicht kann, der sollte es lassen…
- Was ist mit Anti-Drogen Kampagnen, die von zugekoksten Werbetypen gemacht werden?
Wenn’s ne gute Kampagne ist…
- Müssen Agenturen, die Charity-Fake-Award Kampagnen machen nicht auch fett spenden?
Unbedingt.
- Muss wer SPD Werbung macht seinen Kreativen auch die Gewerkschaftstarife zahlen?
Wir haben eine Gewerkschaft?
Lieber Warren, es ging um Moral und nicht
darum, ob Sie die Fragen verstanden haben.
(das mit der Geschichte und Bedeutung des Pali-tuchs überlasse ich getrost ihren Google-Fu skills)
Ich will noch einmal nachhaken, was die Moral angeht! Wenn man Hitler in der Werbung als Verbrecher (was zweifelsohne eine Untertreibung ist) darstellt, wie eben der “stern” kann man das schonmal machen. Auf einem Plakat abgebildet, das bildlich erstmal ohne Wertung bleibt ist das nicht OK? Zumal die Intention definitiv nicht wahr, ihn in irgendeiner Weise zu verherrlichen? Wie der (nicht zum lesen bestimmte?) Text schlussendlich verdeutlicht.
Boah, ey! Jetzt war isch so voll auf Respekt un’ so für den Spießer, verstehst’?! Wegen dem sein Alter und seine Erfahrung und hunnerte von erfolgreische Kampagne un’ so, weiss’u, Alder! Un’ wie der Spießer-Meista hier die ganze junge Junx gedisst hat, escht voll krass, Alder! Hatter dene gezeigt wo die Hamma hängt, aber voll!
Und dann aber, ey, Alder, isch sach Dir, dann bringt der Spießer-Master doch so eine Lied aus dem dene Nazi-Zeit da, mit so heile, heile Gänsche und so, ey, voll krass, Alder! Und damit disst der voll den annern hier im Blog, macht den mit dem alte Reim da voll ice, baby! Boah, ey, des war die volle Rethorikschiene, ma’ man! (Ey, isch weiss wohl was Rethorik is’, klar man?!). Egal, Alder, was isch sag is’: Der Spießer-Master macht hier den Dicke un’ disst sein eigene Leut’ hier in die Blog voll krass, verstehst’, Alder?! Hamma! No respect, man, das kommt ganz dünne hier, Alder. Ey, kommt des jetz’ alles von die Indernet-Verdummung oda was?!
@ Spirou