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Spießer Alfons: Fleisch von glücklichen Kühen

26. Juni 2008
von

Fleisch ist ein Nahrungsmittel. Doch wenn jemand sagt, dass Rinder = Fleischlieferanten sind, dann dreht sich bei Alfons was im Magen. Genauso, wenn er das kleine Schweinchen im Schaufenster vom Fleischerfachgeschäft sieht, das zum Fraße seiner eigenen Körperteile auffordert.Mc.jpgNun zum Eigentlichen: McDonald’s zeigt den Kindern im Fernsehen die glücklichen Rinder, aus denen die Bratklopse gemacht werden, die als Hamburger verkauft werden. “Es ist sehr wichtig für die Kühe, dass sie sich einfach wohl fühlen”, spricht dazu der Landwirt. Und man sieht, wie eine Kuh von einem Bürstenrad verwöhnt wird. Dazu erklingt ländliche Musik. Ja, hier ist die Welt noch in Ordnung.Für die Kühe allerdings nicht mehr lange. Die kamen nach der Dreharbeit in den Fleischwolf und gingen dann wenig später als Big Mac über den Tresen. Man muss kein Vegetarier sein, um das pervers zu finden, oder …?

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: Fleisch von glücklichen Kühen ”

  1. Philippe Stalla am 26. Juni 2008 um 09:28 Uhr

    Hallo,

    zu den Schweinchen im Schaufenster vom Fleischerfachgeschäft – da hätte ich noch eine schöne “versaute” Bildergalerie:

    http://www.utopia.de/wissen/bi.....dergalerie

    Viel Spaß,
    Philippe

  2. solneman am 26. Juni 2008 um 09:35 Uhr

    pervers ja. aber besonders neu ist die praxis ja nicht. dem milchkonsumenten wird genauso verschwiegen, dass kühe künstlich befruchtet werden müssen, dem eikonsumenten, dass männliche küken zu eiweissbrei geschreddert werden und so weiter. und eines tages werden wir in der presse von grünen keksen lesen. natürlich in form einer anzeige, die ein gesundes und langes leben verspricht.

  3. paule am 26. Juni 2008 um 09:43 Uhr

    ein ganz feines flashgame zeigt den ganzen hintergrund von mc doof: http://tinyurl.com/2tocqw

  4. Roland Kühl-v.Puttkamer am 26. Juni 2008 um 10:19 Uhr

    Apropos McDonald… Alleine die Filiale am Marienplatz in München verarbeitet in 4 Wochen das Rindfleisch von gut 35 Tieren… Etwas bescheidener, aber werblich auf ähnlicher Linie gibt es das auch im Hamburger Mittelstand, denen man diese kommunikativen Fehltritte vielleicht verzeiht, weil sie “Teil der Tradition” sind, irgendwie.
    http://www.werbeblogger.de/2007/10/08/bloede-kuh/

  5. Pixel am 26. Juni 2008 um 11:52 Uhr

    Man könnte jetzt eine Abhandlung über die Entfremdung von Rohstoff und Konsument halten.
    Wenn Kinder meinen, Kühe seien Lila finde ich das viel schlimmer, als wenn glückliche Kühe vorher und nachher (Steak, Hackfleisch o.ä.) gezeigt werden.

  6. Stefan Winterbauer am 26. Juni 2008 um 11:57 Uhr

    Na ja. Klar ist das seltsam, wenn man werblich präsentiert wie doll glücklich die Kühe sind, die hinterher auf dem Labberbrötchen landen. Andererseits ist das auch die Ambivalenz der Fleischfresserei. Und mir ist es dann schon lieber, die Kühe werden gut gehalten, bekommen ordentliches Futter und leben ein würdiges Kuhleben, bevor sie geschlachtet werden. Dafür ein Bewusstsein zu schaffen, finde ich gar nicht mal so verkehrt. Mir wird jedesmal schlecht, wenn ich die dicken Muttis im Discounter sehe, die sich tütenweise Ekelfleisch für wenig Geld in den Wagen schaufeln. Dieses abgepackte Billigst-Wurst- und Fleischwaren stammen garantiert nicht von mit Bürstenrad verwöhnten Tieren.

    Sollte McDonalds als Klops-Multi das wirklich ernst meinen mit dem glücklichen Kühen, finde ich das gar nich tmal schlecht. Ist das ganze nur ein PR-Trick und die Burger stammen doch von Elendsfleisch, dann ist das natürlich widerwärtig.

  7. seven am 26. Juni 2008 um 16:11 Uhr

    Lustig, wie Fleischfresser sich angewidert abwenden, wenn sie mit ihrem eigenen Handeln konfrontiert werden. Ich esse selbst auch Fleisch und bin kein Vegetarier oder Veganer.
    Aber ich finde: Entweder man kann zu seinem Verhalten stehen (und dann auch die Wahrheit darüber hören, ohne Ekel zu empfinden) oder man ändert es.

    Mit anderen Worten, Alfons: Das, was Dich da so anekelt, bist -mit Verlaub- Du selbst bzw. Dein Verhalten.

    Guten Appetit!

  8. Spießer Alfons am 26. Juni 2008 um 16:20 Uhr

    @ seven

    Ich bin Christ. Ich esse Fleisch. Aber ich habe eine Abscheu davor, das Tier, das ich esse, zuvor durch die Werbemanege laufen zu lassen und dazu einen Tusch zu spielen. Hat mit Ethik und Moral zu tun. Denke ich jedenfalls. Und wer Tiere, die er am Morgen gestreichelt hat, zum Abendessen verspeist, der müsste das theoretisch auch mit Hunden und Katzen tun, oder?

  9. goldman am 26. Juni 2008 um 18:00 Uhr

    Ich esse z.b. gar kein Fleisch – ich bin moslem, außerdem ist salat viel gesünder…

  10. Pixel am 26. Juni 2008 um 18:40 Uhr

    @ Spießer:
    Unsere asiatischen Freunde haben kein Problem damit.

    Auch Fledermäuse, Schlangen u.ä. werden in vielen Ländern ohne Ekel gegessen.
    Und unsere französischen Nachbarn kredenzen Frösche.
    Aber so weit muss man ja nicht gucken.
    Mir z.B. treiben Schnecken den Ekelschweiß auf die Stirn.
    Aber wers mag.
    Ist alles eine Erziehungs- und Gewöhnungssache.
    Meine Omma hat zum Beispiel noch selbst Hühner gerupft und Hasen das Fell über die Ohren gezogen.
    Ob ich’s könnt? Keine Ahnung.
    Aber da sind wir wieder bei meiner angesprochenen Entfremdung.

  11. Spießer Alfons am 26. Juni 2008 um 18:50 Uhr

    @ Pixel

    Aber glaubst Du, dass in den entsprechenden Ländern, die Tiere, die man isst, vorher so richtig schön verwöhnt und gestreichelt werden, um dem Konsumenten zu zeigen, dass sie glücklich sind? (Klar, in Kobe. Aber das finde ich auch zum Kotzen!)

    Ich meine nicht, welche Tiere der Mensch isst, sondern mich stört, dass (besonders Kindern) gezeigt wird: Schau mal, diese süße Kuh! Hör, wie sie “muh!” macht, schau, wie glücklich sie ist, und ja, du darfst sie streicheln. Und anschließend gehn wir zu MäcDoof und fressen sie auf.

    Ist vielleicht ne Eigenart von mir. Aber ich frage Dich: Warum haben die meisten Menschen kein Problem damit, ein Rind zu essen, aber Hemmungen, es beim Pferd genauso zu tun…?

  12. Henning am 27. Juni 2008 um 01:45 Uhr

    @Spießer:

    Pferde haben einfach einen in ganz anderen Stellenwert als Kühe. Jeder durschnitts Bürger hat schon als kleines Kind Kuhfleisch gegessen.
    Zu den Pferden jedoch hat man eine Art emotionale Bindung, die entweder dadurch entsteht, dass man selber reitet bzw. schonmal auf einem Pferd geritten ist, oder zuviele Cowboy/Ritter-Filme gesehen hat, in welchen Pferde oft als Freunde von den Menschen dargestellt werden.

    Ich persönlich habe kein Problem damit Pferdefleisch zu essen. Mir schmeckt es allerdings nicht. (Höchstens in Form von Fleischrollen, wobei man da nicht so genau weiß, ob das Gerücht stimmt, dass dort Pferdefleisch drin ist. )

    Was die Werbungs angeht stimme ich dir zu, dass es ein bisschen pervers ist.

  13. Pixel am 27. Juni 2008 um 09:21 Uhr

    @ Spießer

    In vielen Restaurants in der asiatischen Welt sucht man sich das Tier, das man verspeisen möchte noch lebend aus.
    Es wird dann direkt neben dem Tisch getötet, zerlegt und zubereitet.
    Und auch in Deutschland gibt es Restaurants, wo man auf den Fisch oder den Hummer zeigt, den man dann etwas später wieder essbar vor sich findet.

    Und zum Thema Kuh und Pferd:
    Das ist das Gleiche wie Hunde und Katzen.
    In Deutschland sind Pferde, Hunde, Katzen alle soooooo süüüüß.
    Und werden als Haustiere gehalten.
    Es wird einem von Klein auf beigebracht, dass man diese Tiere nicht isst.
    Aber: Andere Länder, andere Sitten.

    Hab irgendwo mal gelesen, dass es Länder gibt, in denen es Menschen sehr eklig finden, dass wir Deutschen ein Ei auslöffeln.
    Da hätte ich im Leben nicht drangedacht, dass das Anstoß erregen könnte. Nicht die Tatsache, ob hartes oder weiches Ei, sondern das Löffeln an sich.
    Aber, wie gesagt, alles eine Frage der Erziehung, Gewöhnung.

    Der eine kann seinem Essen ins Auge sehen, der andere nicht.

  14. Spießer Alfons am 27. Juni 2008 um 09:27 Uhr

    @ Pixel

    Tja, andere Länder, andere Sitten und Moralvorstellungen. Ich rege mich ja nur auf darüber, was die Werbung hierzulande dem Konsumenten vorsetzt. Sonst müsste ich ja auch noch darauf hinweisen, dass es im tiefsten Dschungel möglicherweise noch Kannibalen gibt. :-(

  15. Daniel am 27. Juni 2008 um 10:03 Uhr

    >>Sonst müsste ich ja auch noch darauf hinweisen, dass es im tiefsten Dschungel möglicherweise noch Kannibalen gibt.

    …nee, nee, immer diese Vorurteile – das war doch in Rotenburg ;-)

  16. Nils am 27. Juni 2008 um 17:22 Uhr

    >Genauso, wenn er das kleine Schweinchen im Schaufenster vom >Fleischerfachgeschäft sieht, das zum Fraße seiner eigenen >Körperteile auffordert
    Noch nie “The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy” gelesen? Douglas Adams – kann ich sehr empfehlen. Die Kuh der Zukunft (zugegeben, kurz vor dem Ende des Universums) bietet sich nämlich selbst feil…;-)

    so long (and thanks for all the fish!)

  17. ramses101 am 27. Juni 2008 um 17:31 Uhr

    Nils, da darfst Du aber Adams Einstellung zu Tieren nicht außer acht lassen (neben allem anderen ist natürlich auch “Das letzte seiner Art” empfehlenswert ;-) ). Das ist Satire. In der Werbung ist es purer Zynismus.

  18. gummibär am 11. Juli 2008 um 01:56 Uhr

    Wie kann man nur fleisch essen… naja ist glaubensache und gesund ist es ja auch nicht…

  19. Alfonsfan am 14. Oktober 2008 um 16:05 Uhr

    Recht hatter der Alfonsl ;-)

  20. sohnes am 1. März 2009 um 09:11 Uhr

    muss anmerken, das mc sagt, sie nehmen milchkühe zum verzehr, sie schmecken scheints toller. da kommts dann auf den einzelnen bauern an, ob dat vieh glücklich war – oder nicht, bis in den tod. und der spießer hat recht, apettitlich sind die kampagnen nur zum teil xD

ivw