HORIZONT.net HORIZONTjobs HORIZONTstats

Blogger pitchen: 15 Regeln für das Rendezvous

30. Juni 2008
von

Eigenartig, wir schreiben das Jahr 2008 und immer noch bekommt man Fragen zu hören wie “Sag mal, wie kontaktiere ich eigentlich Blogger?”. Erst wollte ich darauf mit einer Gegenfrage antworten “Wie hast Du denn deine Frau für dich begeistert?” um dann zu sagen: “Warst also höflich, respektvoll, hast Interesse gezeigt, erstmal zugehört, dich nicht verstellt, nicht rumgelabert, sondern tatsächlich was von dir erzählt, nicht gedrängelt, bei Kritik nicht gepoltert, sondern sie zu Herzen genommen, nicht beim Date auch noch den Mädels am Nebentisch schöne Augen gemacht, kleine Geschenke gemacht ohne Gegenleistung zu erwarten” und so weiter und so weiter.

Nun ist der Mann seit Jahrzehnten verheiratet (glücklich sagt man) und hat das womöglich alles längst vergessen. Also wurden es stattdessen doch 15 Business-taugliche kurze Regeln um Blogger zu pitchen.

  1. Das Blog zumindest grob anlesen, dass man ansprechen will.
  2. Nur Informationen zuschicken, die zum Themenschwerpunkt des Blogs passen.
  3. Keinen Erstkontakt per Telefon eröffnen, außer man kennt den Blogger persönlich.
  4. Persönliche Mail, kein Massenanschreiben.
  5. Das Anschreiben ist wie eine Bewerbung. Also zeigen, dass man den Blog kennt.
  6. Blogger erkennen PR-”Gewäsch” schnell. Sie wollen Fakten und keine Adjektive.
  7. Blogger bestimmen erst einmal nach Lust und Laune, worüber sie schreiben. Der “Newscharakter” kommt erst an zweiter Stelle.
  8. Auch Hintergrundinfos zu einem Posting sind willkommen.
  9. Blogger mögen exklusive Stories und dazu passende Bilder.
  10. Blogger bieten keine Autorisierung von Postings oder Zitaten an.
  11. Blogger kennen keine Sperrfristen.
  12. Produkte zum Testen – auch als Geschenk – sind erlaubt, aber man hat keinen Einfluss, was der Blogger dazu schreibt und ob er überhaupt was schreibt.
  13. Lügen haben im Web ganz kurze Beine und langen Atem. Pflicht zur Kommunikation mit offenem Visier.
  14. Bevor man den Blogger direkt kontaktiert, kann man zu einem Thema auch in Kommentaren im Blog Stellung beziehen. Auch hier gilt: Mit offenem Visier. Absender und Interessenslage (Kunden, Unternehmen) deutlich machen.
  15. Nicht nachfassen, ob die Mail angekommen ist und wann denn das Posting erscheint. Blogger sind keine Journalisten.
Facebook und Co: Teilen und aufbewahren Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Facebook
  • TwitThis
  • LinkedIn
  • del.icio.us
  • email
  • MisterWong
  • Y!GG

Ähnliche Artikel

Tags: , , ,

Kommentare zu “ Blogger pitchen: 15 Regeln für das Rendezvous ”

  1. Martin Oetting am 30. Juni 2008 um 15:40 Uhr

    Hut ab. Alles drin, alles dran. Den Link werde ich mir zum “Zurückmailen” aufheben.

  2. Matt am 30. Juni 2008 um 15:47 Uhr

    OMFG, eine weitere Liste, die in zwölfzig .ppt charts aufgeteilt in die nächste “Future-bla” Präse eingebaut wird………

    …mussten Sie das veröffentlichen?

    (Ich hätte mich gefreut, wenn der ein oder andere angebliche Fachmann sein Gehalt mal selbst verdient hätte.)

  3. OlafKolbrueck am 30. Juni 2008 um 16:06 Uhr

    Nu ja. ich erzähle hier ja keine Geheimnisse. Die Rules of contact von Robert haben ja auch schon ein Jahr auf dem Buckel:
    http://www.basicthinking.de/bl.....f-contact/

  4. Dr. Azrael Tod am 30. Juni 2008 um 16:44 Uhr

    Jetzt bräuchte ich nur noch jemanden (außer Spam-Versendern) der mich Kontaktieren will.^^

  5. Sachar am 30. Juni 2008 um 16:45 Uhr

    Jaja, eigentlich doch so einfach und doch so schwer. Zumindest wenn man sich mal anschaut, was man so für Mails Tag für Tag bekommt.

    Olaf, was hälst Du davon, das in den Print zu bringen? Ohne Mist: Die Zielgruppe dieser Regeln liest doch kollektiv Horizont.

  6. admin am 30. Juni 2008 um 16:53 Uhr

    @Sachar,
    kommt Zeit, kommt Print

  7. Sachar am 30. Juni 2008 um 16:59 Uhr

    Nun ja, bis Donnerstag kann ich noch warten.

  8. OlafKolbrueck am 30. Juni 2008 um 17:07 Uhr

    @sachar
    bisschen mehr Geduld brauchst du schon noch. ;-)
    Vorher schreibe hier bestimmt noch was darüber, wie man den “Punk im Blog” bändigt. :-)

  9. Sachar am 30. Juni 2008 um 17:08 Uhr

    Solange Du damit nicht meinst, kannst Du alles schreiben, was uns Lesern hilft.

  10. admin am 30. Juni 2008 um 17:20 Uhr

    @sachar,
    Ne dich meine ich nicht. Meinte auch niemand bestimmtes. Ist auch nur ein Arbeitstitel.

  11. Matt am 30. Juni 2008 um 17:43 Uhr

    in dem Moment, wo dann die Horizont Zielgruppe vom Blogmarketing-conduct durchdrungen ist – wird man erkennen, dass blogs bereit fast tot sind und sich fragen, wie man die contentmenge in einen Twitter-Eintrag bekommt ROFLMAO.

  12. OlafKolbrueck am 30. Juni 2008 um 20:39 Uhr

    PS. Jeder Jeck ist anders. Manche Blogger auch.
    Stowe boyd lässt sich nur noch per twitter pitchen

    http://www.stoweboyd.com/messa.....is-th.html.

  13. oliverg am 1. Juli 2008 um 08:31 Uhr

    Eine noch: “Bloggt der Blogger schon länger? Dann immer DAS Blog sagen, nicht DER.” ;) (Wenn ein Text schon anfängt, “Ich habe deinen Blog mit Interesse gelesen…” Bzzt. (Ja, ich weiss, was im DUDEN dazu steht ;) Ich weiss auch: warum.)

    SCNR

  14. Sachar am 1. Juli 2008 um 08:34 Uhr

    Oliver,

    warum eigentlich: Wenn wir Blogger uns mehr oder weniger alle einig sind, dass es “das” Blog heißt, warum kann uns die Duden-Redaktion nicht folgen?

  15. oliverg am 1. Juli 2008 um 09:05 Uhr

    Weil ein paar vollbehämmerte JungBWLer irgendwann 2002 oder so beschlossen haben, der Blog zu sagen. Und weil das behämmerte Myspace jetzt sogar schreibt “Blabla hat einen neuen Blog gecshrieben”, was noch waffenscheinpflichtiger ist, der Blog = ein Blogeintrag. Ahhhhh.

    Es heisst “das Blog”, man sagt ja auch nicht “der Internet”.

    oder als Variante:

    das Zeitung
    die Fernsehen
    der Blog

  16. caschy am 1. Juli 2008 um 09:27 Uhr

    Tja, fehlen in der Tat noch diejenigen, die mich kontaktieren *lach*.

  17. Helge Denker am 1. Juli 2008 um 09:44 Uhr

    Danke für die erhellende Liste, da kann man als Journalist ja richtig neidisch werden, wenn man täglich sinnlose Massen-E-Mails erhält, gefolgt von dem Anruf, ob die Mail auch angekommen sei, bei Interviews selbstverständlich noch mal gegenlesen lässt und nur eingeladen wird, wenn man auch “garantiert” darüber etwas schreibt. Und auch nach Jahren noch immer die Frage beantworten muss, für wen man eigentlich schreibt. Warum lassen sich Journalisten eigentlich gefallen, was Blogger zu Recht ablehnen? Schöne Grüße, Helge Denker

  18. OlafKolbrueck am 1. Juli 2008 um 09:56 Uhr

    @Helge Denker
    Vielleicht auch weil Blogger können, aber nicht müssen. Journalisten aber müssen. Ständig nämlich das Blatt voll rotzen. Ich warte immer noch auf das Blatt oder das Ressort, das einfach mal ein paar Seiten leer lässt mit dem Hinweis: “Wirklich wichtiges ist nicht passiert. Wir sparen und ihnen die Zeit”. Wäre für Freie natürlich doof.
    PS:
    Die Mails, plus Anruf, plus nachfassen, plus bitte um Clipping bekomme ich übrigens als auch-noch-redakteur ebenso.

  19. uknaus am 1. Juli 2008 um 10:11 Uhr

    Die Idee von Sachar ist goldrichtig. Die meisten Unternehmenskommunikatoren befassen sich mit Blogs erst, wenn diese (negativ) über das eigene Unternehmen schreiben. Ansonsten ist die “Bibel” i.d.R. Print. und teilweise die “klassichen” Onlinemedien.
    Blogs und Blogger sind oft noch nicht greifbar.
    Da hilft es schon, diese Regeln auch zu drucken.
    Die Leser dieses Blogs kennen die Rendezvousregeln vermutlich schon oder haben mal davon gehört ;-)

  20. Roland Keller am 1. Juli 2008 um 11:49 Uhr

    Wie Helge Denker schon richtig anmerkte: Journalisten können da richtig neidisch werden.
    Von ihnen erwartet man, dass sie klaglos jede unprofessionell gespammte Meldung beachten und auch noch freundlich bleiben, wenn der berühmte Anruf kommt, ob die Mail angekommen sei und wann denn die kostenlose PR-Anzeige endlich erscheint. Nicht zu vergessen die Bitte um einen Beleg, da weder Agentur noch Kunde das geschätzte Blatt lesen.

    Und hier noch ein Tip für die DAS BLOG-Fundis: Da es sich um die Abkürzung von ‘Web Log’ handelt, stellt sich für alle Experten und Besserwisser die dringende Frage, ob der Begriff im Deutschen nicht besser als bLog geschrieben werden sollte. Damit könnte man noch mehr Kompetenz gegenüber dahergelaufenen Bloggern zeigen, die bloggen ohne überhaupt zu wissen, woher der Begriff stammt.
    Roland Keller
    http://www.viralclash.com

  21. Roland Keller am 1. Juli 2008 um 12:42 Uhr

    In der Aufzählung sollte man noch einen wichtigen Tipp aufnehmen:
    Korrumpieren und Bestechen von Bloggern, wie es bereits in Einzelfällen praktiziert wird, sollte verpönt sein.

    Nicht nur, weil die freundliche Gabe (mir wurden iPod Nanos, Tracking-Rucksäcke und anderes für einen Bericht über eine Finanzdienstleistungsseite angeboten – http://viralclash.over-blog.co.....60389.html) beim Blogger zum kontraproduktiven Outing für den Bestecher führen könnte. Ich konnte in diesem Fall auch genau nachverfolgen, welche Blogger sich auf die Billig-Bestechung einließen (http://viralclash.over-blog.co.....87031.html).
    Es ist nur eine Frage der Zeit, dass solche Blogger ihre Glaubwürdigkeit verlieren, womit sich auch Agenturen, die mit kleinen Bestechungs-Geschenken arbeiten letztendlich nichts Gutes tun.

  22. oliver am 1. Juli 2008 um 21:03 Uhr

    @Helge; Also bei reinen Meldungen über Veranstaltungen, also blanken Pressemitteilungen, die ich auch nur ins Blog durchwuchte, hab ich irgendwann gebeten, nicht auch noch angerufen zu werden. Hat funktioniert.
    Anrufen tut mich nur ein Buch-PR-Büro, das ertrage ich noch, aber ggf. sag ich irgendwann: einfach auch keine Bücher schicken, dann sparen wir uns die Telefonererei.

    @Roland: also “bLog” ist massiv behämmert ;) Zudem hat das nix mit Funditum zu tun. Wenn du schon x Jahre gebloggt hast udn dann irgendwelche Plattformbetreiber ankommen und ‘der Blog’ sagen und … ach egal ;)
    Und dass ich von einigen Leuten höre “Ja und Firma XY wollte ein Link kaufen und dann haben wir das so uns so gemacht dass das nicht auffällt”, dann kommt mir schon das Kotzen udn ich verstehe einige der Aggroblogger etwas besser ;) (Als Reaktion auf sowas hatten wir ja auch das Dauerwerbeblog veranstaltet, da kommen trotz PR 4 nicht so massiv die Anfragen ;) )

  23. Marcel am 1. Juli 2008 um 22:53 Uhr

    Den Beitrag kann ich nur unterschreiben! Gute Auflistung, und vor allem auch der Hinweis, dass Massenmails mit einer Masse von Adjektiven nicht ziehen ;-) Denn diese Mails kennt sicherlich jeder Blogger ;-)

    Und: Ja, ich bin auch ein “DAS Blog”-Fanatiker ;-)

  24. Rationalstürmer am 3. Juli 2008 um 22:58 Uhr

    Offenes Visier, genau.

    Noch besser wäre: obendrein die Eier haben für den Punk im Blog. Und nicht gar so viel Manschetten oder ihn gar bändigen wollen.

  25. KMTO am 4. Juli 2008 um 10:20 Uhr

    Manueller Trackback: http://blog.kmto.de/article/we.....blogs-ii-2

    Und ja – in der Kommunikation zählt das Gebrauchsrecht ;-) : “das Blog”.

  26. PR-Agentur-Blog am 8. Juli 2008 um 02:25 Uhr

Trackbacks

ivw