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Spießer Alfons: Wenn der Lacher im Halse stecken bleibt

3. Juli 2008
von

Bonbon.jpgHier ist ein TV-Spot, der alles hat, was Spießer Alfons für einen TV-Spot als richtig empfindet — fast alles. Gutes Casting, ordentliche Produktion und eine Handlung, mit der Neugier beim Zuschauer aufgebaut wird. Und am Ende kommt die überraschende Pointe mit dem Produkt, das damit umworben wird.

Die Ausnahme bei der Richtigkeit des Filmes ist das Endergebnis. Genauer gesagt: Der Spot ist Schrott. Weil damit Kinder diskriminiert werden. Und junge Väter ebenso. Ob man darüber in Belgien lachen kann, weiß Spießer Alfons nicht. Er jedenfalls findet den Film ziemlich geschmacklos. Lachen fürn Stammtisch vielleicht. Oder brüllendes Gelächter bei den geistig Anspruchslosen, die einem Dünnbrettbohrer wie Mario Barth das Brett borgen, welches sie vor ihrem Kopfe haben.

Was denken denn die jungen deutschen Werber darüber? Voll die Wonne? Oder ab in die Tonne? Guckst Du hier:

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Kommentare zu “ Spießer Alfons: Wenn der Lacher im Halse stecken bleibt ”

  1. jonas am 3. Juli 2008 um 09:34 Uhr

    Geschmacklos und Kinderdiskriminierend. Aber da wohl genau das die Aufgabe war — perfekt. Und (wenn man Zielgruppe ist) sehr witzig.

  2. Thorsten am 3. Juli 2008 um 10:09 Uhr

    Sehr witziger Werbespot! Nicht sehr neu, aber witzig.

  3. Peter am 3. Juli 2008 um 10:17 Uhr

    Kinderhassser werden das witzig finden.

  4. Dierk am 3. Juli 2008 um 10:29 Uhr

    Tja, bevor man seine Kinder hinterher übers Knie legen muss.

    Ich glaube der Vorwurf des ‘Kinderhasses’ ist reichlich überinterpretiert. Der Spot ist zwar aus der slice-of-life Kategorie – und jeder von uns hat solch einen Aufstand schon erlebt -, aber eben auch ironisch überhöht.

    Und das Präservative zuerst einmal vor Schwangerschaften, also Kindern, schützen sollen, macht deren Benutzer ja noch nicht zu Kinderhassern, oder?

  5. Peter am 3. Juli 2008 um 10:34 Uhr

    Das ganze Problem wäre gar nicht passiert, wenn der Vater des jungen Vaters damals nicht das Kondom vergessen hätte ;)

  6. Brenrhad am 3. Juli 2008 um 11:53 Uhr

    Dies ist Werbung – und man sieht es. No need for PolCorr.

    Die Pointe ist so überzeichnet wie das Verhalten des Schreihalses. Beide Seiten machen sich einfach nur zum Idioten. 1:1 Ausgleich.

  7. Arnulf am 3. Juli 2008 um 12:35 Uhr

    Ob’s die Belgier lustig finden, kann ich ebenfalls nicht sagen (denen wird ja ein ganz besonders Verhältnis zu Kindern nachgesagt), aber ich find’s lustig – weil es eben so übertrieben ist. Die Pointe gab’s aber auch schon mal in Werbespots mit Herrn Hitler bzw. seinen Eltern.

  8. bloom am 3. Juli 2008 um 13:19 Uhr

    ich hatte diesen spot vor langer zeit schon gesehen und ihn automatisch mit dem problem von ungewollten teenager-schwangerschaften in england in verbindung gebracht – vor dem hintergrund und in der zielgruppe ist das alles ok und hat wegen der für mich durchaus erkennbaren ironischen überhöhung nix mit kinderhass zu tun.

  9. jonas am 3. Juli 2008 um 13:27 Uhr

    Arnulf hat Hitler gesagt.

  10. soerensen am 3. Juli 2008 um 13:46 Uhr

    Schon mal was von Ironie gehört, lieber Alfons?
    Dieser Spot ist schon sehr alt und ein bekannter “Klassiker”, aber immer wieder ein schönes Beispiel für gute Werbung! Verstehe deine Meinung ein weiteres Mal überhaupt nicht.

  11. T0mm1 am 3. Juli 2008 um 14:02 Uhr

    da kann ich mich soerensen nur anschließen…

  12. Peter am 3. Juli 2008 um 15:12 Uhr

    In einem Land, das so kinderfreundlich ist wie Deutschland, würde der Spot natürlich nicht wirken. Aber noch geiler fände ich einen Spot, wo statt Kind ein pflegebedürftiger Greis unaufhörlich quengelt, und bei den Kindern kommt der Gedanke an ein Bestattungsunternehmen. Klar, ist ganz anders. Aber auch witzig, oder?

  13. soerensen am 3. Juli 2008 um 15:32 Uhr

    Das ist dumm, krank und nicht sonderlich lustig, Peter.

  14. Peter am 3. Juli 2008 um 15:38 Uhr

    @ Soerensen – stimmt. Witziger ist natürlich, wenn man denkt: Hätte ich dieses dämliche Kind damals doch nur verhütet! Nun habe ich diesen Mistkerl an der Backe! Frage an Dich: Hat Dein Vater nicht auch schon oft so gedacht?

  15. Herr B am 3. Juli 2008 um 15:42 Uhr

    Wäre das Filmchen bloß im Dienste bitterböser Satire, wäre er durchaus OK.

    Da er aber ein Anliegen hat, sprich: eine Botschaft kommunizieren möchte, ist er unerträglich. Hass als Verkaufsargument, indem einem Kind das Existenzrecht abgesprochen wird, das geht gar nich. Da könnte ja gleich ein Schusswaffenproduzent würde auf diese Art für seine Produkte werben…

  16. Ex M am 3. Juli 2008 um 15:50 Uhr

    @ Peter

    Du hast aber schon verstanden, dass sich der Spot, obwohl ein Kind drin vorkommt, gar nicht an Leute richtet, die schon ein Kind haben, oder?

    “Hätte ich dieses dämliche Kind damals doch nur verhütet! Nun habe ich diesen Mistkerl an der Backe!”

    soll sich keiner denken. Eher :
    “Vielleicht sollte ich verhüten, BEVOR ich ein Kind an der Backe habe.”

    Und das ist doch eine gute Botschaft. Oder findest du es besser, wenn Jugendliche nicht verhüten und mit 16 ein Kind haben statt einer Berufsausbildung, du Kinderliebhaber?

  17. Peter am 3. Juli 2008 um 15:53 Uhr

    @ ExM – nicht mal verstanden hast Du den Spot! Es ist der Vater selber, der sich wünscht, sein eigenes Kind verhütet zu haben!

  18. Ex M am 3. Juli 2008 um 16:00 Uhr

    @ Peter

    Weißt du, der Mann ist in Wirklichkeit gar nicht der Vater des Kindes. Beide sind Schauspieler. Und der Spot ist eine Geschichte, die sich jemand ausgedacht hat, um anderen eine Botschaft mitzuteilen.
    Deshalb ist es auch für die Aussage des Spots nicht relevant, was der Vater sagt oder denkt oder wünscht.
    Sondern welche Aussage der Spot hat. Und der steht ja in diesem Falle auch noch mal sicherheitshalber deutlich drunter: “Use Condoms”.

  19. soerensen am 3. Juli 2008 um 16:03 Uhr

    Oh Gott, Peter!

  20. Peter am 3. Juli 2008 um 16:07 Uhr

    @ExM+soerensen – Manno, ihr seid ja hochintelligente Burschen. Darum kapiert ihr die Werbung auch nicht, die ist nämlich nur an so Doofköppe gerichtet wie mich, der ich meinem Sohn mehr Toleranz entgegenbringe.

  21. Peter am 3. Juli 2008 um 16:11 Uhr

    @soerensen+ExM – und warum hat euer Vater den Spot nicht verstanden und KEINE Kondome damals benutzt?

  22. Ex M am 3. Juli 2008 um 16:18 Uhr

    @ Peter

    Noch mal ganz langsam:
    Du bist nicht mehr 18 oder 20 und hast einen Sohn? Glückwunsch! Die Werbung richtet sich nicht an dich. Die Werbung richtet sich nicht an dich. Die Werbung richtet sich NICHT an dich.
    Die Werbung richtet sich an junge Menschen, die noch keine Kinder haben. Diese jungen Menschen sollen sich ganz genau überlegen, ob es sich lohnt, beim Geschlechtsverkehr eine Schwangerschaft zu riskieren. Deswegen zeigt dieser Spot auf humorvolle und überzogene Art, dass Kinder schwierig sein können.

  23. Dominik am 3. Juli 2008 um 16:21 Uhr

    Der Spot gehört schon seit Jahren zu meinen persönlichen Top Ten. Absolut genial und witzig – gute Kombination wie ich finde.

    P.S.: …und ich bin noch nichtmal ansatzweise belgischer Abstammung…glaub ich jedenfalls

  24. Ex M am 3. Juli 2008 um 16:22 Uhr

    @ Peter

    Oder, Peter, wir sind uns doch soweit einig, dass Teenagerschwangerschaften keine so gute Sache sind?
    Über deine widerliche Beleidigung sehe ich mal hinweg. Das ist allerunterste Schublade.

  25. Peter am 3. Juli 2008 um 16:28 Uhr

    @ ExM – Wo geht es um Teenagerschwangerschaften bei diesem kinderfeindlichen Spot? Und wieso sollen bloß anderer Leute Kinder verhütet werden, nicht aber der Sohn Deiner Eltern…? Bist du ein besserer Mensch als der kleine Junge dort, der nur Bonbons haben will? Dann: herzlichen Glückwunsch, dass Dein Vater Dich damals nicht verhütet hat!

    Aber der Spot passt prima in unser Land, wo sogar schon lebende Kinder von brutalen Eltern umgebracht werden. Da ist es tatsächlich besser, sie im Vorwege zu verhüten. Insofern finde ich den Spot voll gelungen! Ganz oberste Schublade!!!

  26. admin am 3. Juli 2008 um 16:30 Uhr

    @alle
    Liebe Leute, ich glaube es ist an der Zeit hier im Blog in Kürze mal eine Nettiquette zu erstellen. Die erste Bitte gibt es jetzt: Bleibt sachlich und freundlich und spart euch eure Nicklichkeiten. Dafür gibt es das Heise-Forum.
    Danke

  27. jonas am 3. Juli 2008 um 16:30 Uhr

    @Peter
    Deine Art zu argumentieren und dich auszudrücken kommt mir irgendwie sehr bekannt vor. Bist du “in Wirklichkeit” ein kleiner bzw. der Spießer?

  28. Peter am 3. Juli 2008 um 16:36 Uhr

    @ jonas – danke für das Kompliment! ;) (Hoffentlich ist Alfons Spießer jetzt nicht beleidigt!) Aber leider bin ich nur an einer Babyklappe abgegeben worden damals.

    @ admin
    Was das jetzt nettig genug?

  29. Ex M am 3. Juli 2008 um 16:46 Uhr

    @ Peter

    Nochmal: Es ist ein Unterschied zwischen dem, was man in einem Spot zeigt und der Botschaft, die ein Spot hat. Und die Botschaft ist nicht, dass Jungs, die Bonbons wollen, abgetrieben werden sollen.

    Und ja: Selbstverständlich ist es besser, ein Kind von vornherein zu verhüten als dann nicht mit ihm klarzukommen und ihm möglicherweise sogar etwas anzutun. Oder würdest du nach dem Motto “gleiches Recht für alle” auch z.B. eine 15jährige Hauptschulabbrecherin mit einem drogensüchtigen Autoknacker als Freund zu einer sofortigen Schwangerschaft ermutigen?

    Und zu deiner unverschämten Frage warum bloß “anderer Leute Kinder” verhütet werden sollen und nicht ich:
    Erstens bin ich nun schon mal da. Zweitens waren meine Eltern in der Lage, mich zu erziehen (und wenn du darauf jetzt WIEDER persönlich wirst, muss ich auch Rückschlüsse auf DEINE Kinderstube ziehen). “Andere” sind das nicht. Und die sollen sich das bitte ein bisschen vorher überlegen und die Finger von der Familienplanung lassen, bis sie reif dafür sind.

  30. Peter am 3. Juli 2008 um 16:56 Uhr

    @ ExM – sorry! Sorry! Sorry! Ich konnte doch nicht ahnen, dass dieser Spot sich an 15jährige Hauptschulabbrecherinnen und drogensüchtige Autoknacker richtet! (Mein Englisch ist nicht das beste!) So gesehen, hast du natürlich völlig recht!

    Nun sind wir wieder Freunde, nicht wahr?!

  31. soerensen am 3. Juli 2008 um 16:56 Uhr

    @ jonas

    ich musste lustigerweise auch an alfons denken. womöglich haben wir hier einen würdevollen nachfolger bzw. urlaubsvertretung gefunden.

  32. soerensen am 3. Juli 2008 um 16:58 Uhr

    nein, er richtet sich an jeden kinderlosen menschen. wer kinder mit all deren schlechten seiten liebt, soll bitte welche machen.
    wer denkt kinder sind einfach zu handeln, soll lieber noch warten
    und wurde hoffentlich durch diesen spot dazu ermutigt.

  33. jonas am 3. Juli 2008 um 17:00 Uhr

    @ soerensen
    Bleibt bloß die Frage, ob das eine Auszeichnung ist.

  34. Ex M am 3. Juli 2008 um 17:05 Uhr

    @ Peter

    Am Englisch soll’s nicht scheitern:
    “Use Condoms” heißt “Benutze Kondome”, nicht “Töte Kinder”.

  35. Ex M am 3. Juli 2008 um 17:11 Uhr

    @ jonas, soerensen

    Diesen tollen Kniff, Äußerungen anderer aus ihrem Zusammenhang zu reißen und darauf herumzureiten, hat er jedenfalls schon ganz gut drauf.

  36. AndreasK am 3. Juli 2008 um 18:07 Uhr

    öhm …
    wenn ich da grade mal zwischen …
    ich versuch’s einfach …

    Der Spießer meinte, als er die Belgier ansprach, vielleicht nicht unbedingt die Täter, oder wollte gar “den Belgier an sich” als Kinderschänder darstellen (wie hier alle Antworten zu dem Thema leider ohne Ausnahme vermuten lassen), sondern vielleicht doch eher die Opfer. Also, kann ich mir vorstellen …

    Das war’s schon, spielt schön weiter.

  37. jonas am 3. Juli 2008 um 18:10 Uhr

    Was ja auch noch gar nicht geklärt ist, ist, ob man in Österreich darüber lachen könnte. Oder ob man solche Belgien-/Österreich-Vergleiche überhaupt …

    Das war’s schon, Feierabend.

  38. Joewe am 3. Juli 2008 um 22:36 Uhr

    Mal ganz davon abgesehen, dass der Spot schon mindestens 6 Monate auf dem Buckel hat – die tiefere Bedeutung liegt für mich nicht darin, dass da Kinderhass im Spiel ist, sondern ein Vater, der offensichtlcih weder von Verhütung (worum es in dem Spot vorrangig geht) noch von Kindererziehung Ahnung hat.

    Gute Eltern (Väter) machen sich halt Sorgen bei der Familienplanung, und dass schließt auch Erziehung mit ein.

    Wenn Kinder sich so aufführen, ist etwas ganz Anderes schief gelaufen – also ist das kein Spot für Kinderhasser, sondern eher einer gegen unfähige Eltern!

    Leider stimmt dann das Sujet nicht ganz: der Typ sieht eher upper-half aus, wohin sich solche Erziehungsversager eher mit Jogginghose durch den Supermarkt schleichen…

  39. Spießer Alfons am 3. Juli 2008 um 23:54 Uhr

    @ Peter

    Dank für Deine E-Mail. Hab’ den Fehler korrigiert. (Liegt daran, wenn man zu schnell tippt, ohne richtig zu gucken.)

    An alle:
    Komme soeben aus Hamburg zurück von der Clio-Nacht und sehe, was hier abgegangen ist. Peinlich. Kann man Euch denn nicht mal einen halben Tag allein lassen…?!

    Hat denn überhaupt kein einziger von Euch kapiert, dass es sich bei dem TV-Spot nicht um Social-Marketing, also weder um Aids-Vorbeugung noch Schwangerschaftsverhütung bei Kindern oder Drogensüchtigen (wie kommt jemand bloß auf solch abstruse Idee?!) handelt, sondern einzig allein um einen Spot, mit dem ein Kondom-Hersteller seine Gummis verkaufen will? Dass er dabei so’n dämliches Argument wie: “Wenn Dein Kind Dich nervt, dann solltest Du ein weiteres verhüten!”, gewählt hat, ist das, was ich ihm ankreide. Aus ethisch-moralischem Blickwinkel. In ner Comedy-Sendung mag man darüber lachen, weil man dort sowas erwartet. Nicht aber in der Wirtschaftswerbung. Und deshalb halte ich den Spot, der gut anfängt und mies aufhört, für schlecht.

    Und wer die Clio-Rolle 2008 mit offenen Augen gesehen hat – aber dazu werde ich noch ieinen gesonderten Beitrag schreiben…

    Soviel für heute. Gute Nacht!

  40. Peter am 4. Juli 2008 um 00:03 Uhr

    @ Spießer – danke. möchte ja auch nicht mit fremden Federn geschmückt werden ;) (Oder gibts dafür Honorar?)

  41. Spießer Alfons am 4. Juli 2008 um 00:06 Uhr

    Ne, dazu war der Beitrag nicht intelligent genug! ;)

  42. Jander am 4. Juli 2008 um 01:24 Uhr

    Puha… Was hier abgeht ist ja schon grandios. Ich lieg’ voll in der Zielgruppe und die findet den Spot fast ausnahmslos klasse (alle die ich kenne und denen ich das geschickt hab). Es geht hier nicht darum, dass der Vater sich seinen Sohn verhütet wünscht. Die Message ist: Wenn du dich noch nicht bereit fühlst Vater zu werden, dann solltest du VORHER an die Verhütung (mit dem Produkt der Marke XY) denken! Meine Güte, was macht ihr denn für einen Stress! Keiner will Kinder umbringen! Entspannt euch, esst nen Keks und schreit nicht nach Moralbonbons, wo keine gebraucht werden.

  43. Jonas am 4. Juli 2008 um 01:27 Uhr

    Bin gerade auf die Diskussion aufmerksam gemacht worden und muss sagen, dass auch ich altersmäßig in die Zielgruppe (mit Mitte/Ende 20) falle – und offensichtlich auch von der Einstellung her. Kinder sind in meiner Lebenssituation ein (für mich) unerwünschtes potentielles Ärgernis. Und solche Kinder wie im Spot (gut, der ist natürlich überspitzt) habe ich schon des Öfteren im Supermarkt erleben dürfen.

    Der Spot richtet sich, wie schon richtig bemerkt, an Leute, die noch keine Kinder haben und das auch (noch) nicht wollen. Es geht einfach um den kausalen Zusammenhang “Verhüten –> keine unerwünschten Kinder”. Keiner möchte Kinder postnatal abtreiben. ;)

  44. Steffen am 4. Juli 2008 um 07:39 Uhr

    @ alle die den Spot super finden

    Mich würd mal interessieren, wie ihr argumentieren würdet wenn einer der Auftraggeber Mitglied des Kinderschutzbundes wäre.

  45. Dierk am 4. Juli 2008 um 09:10 Uhr

    Ich möchte hier zwei Dinge festhalten:

    1. Irgendwelche Anspielungen auf Kinderschänder welcher Nationen auch immer haben bei mir keine Rolle gespielt.
    2. Auch habe ich den Spot nie für ‘Social Marketing’ gehlten oder über diesen Weg entschuldigt.

    Und ob der Auftraggeber Mitglied des Kinderschutzbundes, der Grauen Panther oder des Tennisclubs Rot-Weiß Unterhausen ist, spielt keine Rolle.

    Ich bleibe auc bei meiner Ansicht, dass hier massiv überinterpretiert wird. Der Spot will Präservative verkaufen, an Menschen, die sich – zum Zeitpunkt, da sie den Spot sehen – noch nicht bereit für Kinder sehen. Ein Grund mag sein, dass sie Kinder nervend finden, ein anderer, dass sie selbst noch sehr jung sind [und daher meinen, sie erziehen schlecht]. Möglicherweise hassen einige Menschen in der Zielgruppe auch kinder – obwohl ich echten Kinderhass bisher nur bei Menschen erlebt habe, die weit jenseits üblichen Fortpflanzungsalters waren.

    Gibt es ähnlich gelagerte Szenen im wirklichen Leben? Ja. Führen die bei den Beobachtern zu eher aggressiven Gefühlen? Ja. Gehört dazu auch der Gedanke, ‘Jenem höheren Wesen, das wir verehren, sei Dank, ich hab’ keine Blagen …’? Ja. Bleiben diese Gefühle und Gedanken üblicherweise vorübergehend und einsam? Ja. Also kein Hass, also kein Schaden.

    Dass jemand den Spot und seine Pointe nicht mag, ist nachvollziehbar. Menschen mögen Otto Waalkes nicht, Oliver Pocher oder Harald Schmidt. Es soll sogar Menschen geben, die können wenig mit voll akzeptierten Komikern wie Heinz Erhardt oder Loriot anfangen. Es ist auch gut und schön, zu untersuchen [und sei es oberflächlich], weshalb einem ein Witz, ein Spot etc. nicht gefällt.

    Man kann aber auch übertreiben, wenn z.B. versucht wird, allgemein gültige rationale Erklärungen zu finden, die nicht vom Rezipienten abhängig sind. ‘Rationalisieren’ nannten wir das früher einmal – jene sinnfreie Suche nach logischen Regeln für persönlichen Geschmack. Nein, wenn ich kein Eisbein mag, liegt das nicht am Eisbein, sondern an mir.

    Das gleiche gilt für diesen Spot, man muss ihn nicht mögen. Damit ist aber nicht gesagt, dass er schlecht ist, mies, moralisch verwerflich [ist Werbung das nicht immer, versucht sie doch Menschen emotional zzu manipulieren?]. Es bedeutet nur, dass jemand den Spot nicht mag.

  46. AndreasK am 4. Juli 2008 um 09:13 Uhr

    Also, ich denke ja eher beim aktuellen Mercedes-Spot an Themen wie Verhütung und Erziehung. Zeigt er doch wunderbar: Mercedes-Fahrer sind schon als Kinder A****l****r. Und ob er Spross einer wird, weiß man ja im Vorhinein nie.

    Im Grunde will da einer sein Produkt verkaufen. In dem Fall muss ein Spot definitiv und immer moralisch (oder “pol.corr.”, wie “Brenrhad” sagt) überprüft werden. Argumente wie “Eins ist klar: Der Spot funktioniert, weil er provoziert und so für Kommunikation sorgt” reichen da nicht wirklich als Legitimation aus. Höre ich fast jede Woche einmal (also, nicht im Rahmen von TV-Spots, sondern eher im Anzeigenbereich).

  47. jonas am 4. Juli 2008 um 09:26 Uhr

    Vielleicht hätte man eher einen Bauchredner nehmen sollen, der seine Schildkröten-Puppe auf witzige Art und Weise von der Wichtigkeit von Kondomen erzählen lässt. Ha, das wär sympathisch. Volksnah. Und einfach toll.

  48. Steffen am 4. Juli 2008 um 14:52 Uhr

    @Dierk

    zu Deinem 1.)
    Ich glaube Du hast den DKSB mit dem Weißen Ring verwechselt. Die Hauptaufgabe des Kinderschutzbundes ist eine andere.

  49. Dierk am 4. Juli 2008 um 16:20 Uhr

    Sorry, Steffen, weder noch. Das war nur eine Antwort auf die inzwischen mehrfach wiederholte Platitüde, dass ‘keiner hier kapiert hat …’. Keines meiner beiden vorangegangenen Posts hat irgendwas von Social Marketing angenommen.

    Es ist mir – positiv wie negativ – schlicht egal, ob eine Hilfeorganisation für Opfer von allgemeinen Straftaten oder eine Organisation zum speziellen Schutz von Kindern beteiligt ist. Es spielt für diesen Spot keine Rolle.

    Etwas Anderes wäre es, ginge der Clip nicht von einem Gummitütenhersteller aus, sondern von Leuten, die bestimmte zu definierende Gruppen los werden wollen. Also praktisch Zwangsverhütung für, sagen wir, männliche Kinder – es dürften also keine Jungs mehr geboren werden. Das ist aber nicht das Thema, wie überhaupt eine allgemeine Beglückungsbotschaft nicht vorhanden ist. Es geht hier um ein Feld, in dem individuelle Entscheidungen gefragt und zugelassen sind.

  50. Thorsten Wehner am 4. Juli 2008 um 20:29 Uhr

    Mich nervt das Gebrülle. Ich habe den Spot nicht bis zum Ende gesehen … schlimm?

ivw