Ibrahim Evsan über Stellenanzeigen 2.0
Jobofferten via Twitter, Stellenanzeigen im Blog oder Hinweise auf Angebote
via Xing-Netzwerk machen derzeit im Web 2.0 die Runde. (Ausführlicher Beitrag hier) Massiv genutzt hat die Option der kostenlosen Stellenzeigen 2.0 zuletzt Sevenload und dabei gleich einen ganzen Block an Jobs offeriert. Im Interview erklärt Ibrahim Evsan, Geschäftsführer und Gründer von Sevenload, Vorteile und Chancen der digitalen Job-Initiative.
Was spricht für Stellenanzeigen 2.0?
Ibrahim Evsan: Wir erreichen über diese Job-Initiative potentielle Mitarbeiter mit möglichst geringen Streuverlusten und einer hohen Kostenersparnis gegenüber klassischen Anzeigen in Printmedien. Insbesondere für Sevenload zählt hierbei neben den eigentlichen Skills der Stellenausschreibungen die direkte Affinität zu Web 2.0 seitens der Bewerber. Hinzu kommt die Herausforderung an Bewerber insbesondere digitalen Bewerbungen einzureichen.
Wen erreichen Sie damit?
Ibrahim Evsan: Wir erreichen Aufmerksamkeit der potentiellen Mitarbeiter, mit denen wir starke Gemeinsamkeiten in Bezug auf Sevenload haben und daraus ein erfolgreiches Team bilden. In erster Linie sind es Menschen, die Sevenload über Blogs, Twitter, unsere Unternehmensseite und diverse Web 2.0 Portale verfolgen. Auch in Xing veröffentlichten wir mit verschiedenen Mitarbeitern die Statusmeldung, dass Sevenload nach neuen Kandidaten sucht.
Inwieweit können Stellenangebote via Web 2.0 auch von der Mundpropaganda im Netz profitieren?
Ibrahim Evsan: Es hängt immer von dem suchenden Unternehmen und den angebotenen Job ab. Wenn ein Unternehmen nach einer Führungspersönlichkeit ausschließlich im Web 2.0 sucht, kommt in diesem Fall nur eine Handvoll potentieller Kandidaten in Frage, die über die Stellenanzeige aufmerksam werden. Sollte der Effekt von Mundpropaganda einsetzen, kann sich in diesem fiktiven Grenzfall sehr intensiv entwickeln, bis sich dieses Thema einige Tage später von der Medienberichterstattung von Branchenmagazinen und der Blogosphäre bis letztendlich in die Chefetagen der Unternehmen herumspricht, wo sich ein potentieller Kandidat finden lässt. Ob dieses Szenario funktionieren kann, haben wir bisher nicht getestet.
Inwieweit unterscheiden sich die Bewerber aus dem Social Media-Bereich von Interessenten, die auf dem üblichen Weg angesprochen werden?
Ibrahim Evsan: Je nach Stellenausschreibung bewerben sich Absolventen und berufserfahrene Kandidaten, aber auch überzeugende Quereinsteiger. In typischen Positionen für das Marketing oder den Vertrieb suchen wir alle dieser verschiedenen Bewerber. Im Bereich Technik und Entwicklung sehen wir jedoch in vielen Quereinsteigern und vor allem jungen Mitarbeitern großes Potential. Für sie gilt es auf unsere wachsende Job-Initiative im Web 2.0 aufmerksam zu werden und mit ihren möglichst individuellen Charakteren einen wichtigen Arbeitsplatz in einem starken Team zu sichern.
In welcher Form erwarten Sie die Bewerbungen?
Ibrahim Evsan: Am Einfachsten ist es für uns, die Bewerbungen digital per E-Mail zu erhalten. Einerseits schonen wir den Geldbeutel der Vielzahl an Bewerbern, andererseits brauchen wir Mitarbeiter, die sich in einem digitalen Medium zurechtfinden können. Klassisch auf postalischem Weg eingereichte Bewerbungen akzeptieren wir ebenfalls, doch die Herausforderung insbesondere für Designer oder Entwickler besteht letztendlich auf Arbeitsproben, die auf Papier selten den Anforderungen gerecht werden.
Ist es denkbar, dass Sie für bestimmte Positionen künftig ganz auf klassische Stellenzeigen in Print und Online verzichten?
Ibrahim Evsan: Besonders Fachmagazine punkten durch die hohe Leser-Blatt-Bindung und schaffen Mehrwerte für Arbeitssuchende, weil hier Synergien zwischen den Stellenanzeigen im Print und ihren eigenen Onlineplattformen geschaffen werden.
Danke für die Blumen. Aber…
Ibrahim Evsan: Sevenload wird je nach Anforderung auf den verschiedenen Stellenmärkten agieren und selbstverständlich das eigene Jobportal unserer Unternehmensseite ausbauen. Bereits heute setzen wir für bestimmte Positionen auf Headhunter und schreiben diese Stellen nicht öffentlich aus.
Werden ihnen trotz aller Vorteile des Web 2.0 ohne Print- und Online-Anzeigen nicht viele interessante Bewerber entgehen?
Ibrahim Evsan: Entgeht ein Bewerber nicht gleichermaßen, wenn er die jeweilige Ausgabe eines Fachmagazins mit der relevanten Anzeige nicht erhält oder den Stellenbereich nicht liest? Streuverluste wird es immer geben, und je nach angebotener Position versuchen wir diese über die Job-Initiative im Web 2.0 zu vermindern und dadurch die richtigen Bewerber zu finden. Andersherum gilt es, die klassischen Wege zu nutzen, sollte sich kein passender Bewerber über unsere digitalen Stellenausschreibungen finden.



















Es ist schon erstaunlich wie gut das sevenload macht. Absolut nah am User und ganz und gar nicht arrogant. Tolles Beispiel für ein modernes junges Unternehmen. Ich habe aus Zufall die ganze Relaunch Spektakel miterleben können. Und dass sie es dann doch geschafft haben erfreute mich.
Meine Frage: Was machen die Verleger? Manche überleben doch ausschließlich dadurch, dass sie Kleinanzeigen schalten.