Stellenanzeigen 2.0: Jobangebote per Twitter und Co
Bislang ist es kaum mehr als eine Spielerei. Dennoch könnten Stellenangebote via Web 2.0 in Zukunft zu einer schmerzhaften Konkurrenz für Verlage im Print und Online-Bereich werden. Hier und dort ploppen sie bereits auf, die Stellenanzeigen, die sich auf Blogs und Microbloggingdienste verlassen und dabei einen Bogen um die klassischen Plätze der Stellenausschreibungen machen.

Gleich im Paket hat beispielsweise die Video-Community Sevenload neue Jobangebote, beispielsweise via Twitter, kommuniziert. Ausführlich beschrieben werden die Angebote dann im Sevenload-Blog und auf der Corporate-Site. Klassische Stellenwerbung: Fehlanzeige. Kein Einzelfall.
Der E-Mail-Marketing-Blog informierte per Microblogging-Dienst über die Suche nach einem Softwareentwickler. Der 01Blog vermeldete die Suche nach einem Twitter-Redakteur gleichfalls — natürlich — auf Twitter. Infos dazu gibt’s im Blog.

Die „Inserenten“ können dabei auch auf Mundproganda-Effekte hoffen. Das Angebot ist schnell verlinkt, im eigenen Netzwerk per Social Media verbreitet und könnte auf diese Weise auf eine ansehnliche Reichweite kommen. Kosten: nahe null.
Auch durch die Statusmeldungen, dem Bewegungsmelder bei Xing flattern inzwischen zuweilen Hinweise auf Jobangebote herein. Dumm für Xing-Chef Lars Hinrichs.
Sollen doch die Jobangebote von Unternehmen im Marketplace Erlöse bringen. Stattdessen können die Offerten via Statusmeldungen kostenlos über das eigene Netzwerk verbreitet werden und leiten den Nutzer direkt auf die Firmen-Website. (Nachtrag: Stelle gerade nach einer kurzen Diskussion mit Xing-Sprecherin Daniela Hinrichs via Twitter fest, dass für Nicht-Kenner der Statusfunktion noch eine Konkretisierung sinnvoll sein könnte: per Statusmeldung erreiche natürlich nur meine eigenen angelegten Kontakte bei Xing, per Anzeige im Marketplace alle 5,7 Millionen Xingler)
Damit nicht genug: Angebote und Jobsuchen lassen sich auch einfach in Blogs direkt implementieren. So wie hier durch Projektwerk (Werbe- und Netzwerkpartner dieses Blogs) in der Sidebar oder noch webzwonulliger mittels Widget wie bei Basicthinking. Vorteil dieses Widgets: Es kann jederzeit von anderen Nutzern übernommen und auf dem eigenen Blog integriert werden.
Klar ist, dass sich auf diesen Wegen gegenwärtig eher Interessenten im digitalen Umfeld und im Medienbereich erreichen lassen. Aber was spricht dagegen, dass dereinst auch Trainer über eine Sport-Community gesucht werden oder Sales-Manager über einen Facebook-Feed?
Eine erste Antwort der Verlage sollte und müsste sein, dass sie die eigenen Stellenangebote im Online-Auftritt aufwerten und nicht nur einen versteckten Link auf die Jobsuche bieten oder diesen schüchtern mit implementierter Suchfunktion darstellen wie faz.net. So ist beim Guardian die Jobsuche bereits auf der Startseite prominent platziert und liefert im jeweiligen Ressort des Webauftritts dann eine gut sichtbar platzierte Vorauswahl an Stellen zum Fachbereich.
Zu den Erfahrungen und Erwartungen mit Stellenanzeigen im Web 2.0 gibt es hier auch ein Interview mit Ibrahim Evsan, Geschäftsführer und Gründer von Sevenload.



















Für mich definitiv praktisch…
auf die Art werden wieder mehr Geeks erreicht, sorgt vlt. auch dafür dass der Anteil der wirklich fähigen Leute die sich bewerben im Vergleich ein wenig ansteigt
Scheinbar wirklich ein Trend: Ich such über meinen Podcasts “Blick über den Tellerrand” seit zwei Wochen nach einem Online-Experten für ein Ausbildungsprogramm in Russland, zwei Onliner für eine Züricher Agentur, ein Top-Vertriebler für einen IP-TV-Spezialisten, einen Digital Marketer für einen bekannten Spirituosenhersteller und nun noch zwei Online-Redakteure.
Allen steht fast Verzweiflung ins Gesicht geschrieben und klassische Headhunter versagen scheinbar auf der ganzen Linie…
Erste Kontakte sind bereits hergestellt.
Eigentlich nicht mein Business, aber ich glaub ich bau die Jobecke aus …
Alex
eigentlich Allgemeinplatz, dass sich neue Formen der Praesentation und Kommunikation auch zum Jobsuchen eignen.
Letztlich eine weitere Folge der Demokratisierung der medienwege.
Wir haben unsere letzte Stelle auch – auf nicht unbedingt klassische Art und Weise – über Website, Blog und Twitter ausgeschrieben
http://blog.want2do.de/wp-cont.....ickler.pdf
und waren von der Resonanz eigentlich positiv überrascht. Auch die Art, wie die Leute sich beworben haben, war sehr viel offener.
Ist schon faszinierend, wenn man überlegt, dass beispielsweise ein Kevin Rose von Digg 40k Follower hat und mit einem einzige tweet eine offene stelle unglaublich publik machen kann.
Sehr interessante Idee.
Man kann gut eine Jobausschreibung schnell, gezielt und einfach per Twitter auf wenige Zeichen komprimieren –
Aber:
nur bei der Bewerbung muss man dann wieder auf den normalen Post- / Email- / komplizierte Online-Formulare-Weg zurückgreifen. Es ist wohl nicht möglich, dann eine ebenso formlose Bewerbung abzuschicken.
Der Geschwindigkeitsvorteil durch Twitter wird dadurch relativiert.
Das einzigst positive daran ist also die neue Reichweite…
hab auch schon gesehen, daß man in youtube schon sein auto verkaufen kann – und das ganze schon in einer video präsentation …
Etwas Konkurrenz für die recht einfache Seite der Agentur für Arbeit ist mit Sicherheit nötig – wobei für dessen Verbesserungen dann wieder Steuergelder in 20facher Summe als eigentlich nötig verbraucht werden…
Dennoch glaube ich, dass Stellenanzeugen 2.0 nur eine begrenzte Zielgruppe hat und für die Masse der Jobs ungeeignet ist. Sicherlich finden sich dort besonders appetitliche Happen, die Masse der Jobs findet sich jedoch an anderer Stelle.
Ich schließe mich meinem Vorredner “s1p ” an. Ich halte es jedoch für eine gute und auch innovative Idee. Die Zielgruppe ist zwar klein, aber für die Online- und Medienbranche ein guter Kanal. Dennoch würde ich Twitter als Longtail bezeichnen, denn man verschickt auch diese Anzeigen nicht per SMS an einem Abonnentenkreis
Man muss aber schon als einer der führenden und interessanten Menschen bzw. Unternehmen dieser Branche gehören, um wirklich auch den Großteil dieser kleinen Twitter Fan-Gemeinde zu erreichen. Für ein mittelständisches Unternehmen, ist diese Form des Kommunikationskanals weniger interessant