Spießer Alfons: Aktuelles aus der Lieblingszeitung des Spießers
Habt Ihr heute schon BILD gelesen, die „meistzitierte Tageszeitung Deutschlands“? Mit diesem Prädikat schmückt sich die Größte des Boulevards auf ihrer Titelseite, berichtet stolz, dass die Analyse des Media Tenor Instituts ergeben hat, dass BILD im ersten Halbjahr „mit über 800 Nennungen wieder die mit Abstand meistzitierte Tageszeitung war“. Das müssen natürlich nicht allein positive Zitate gewesen sein. Und nur ein Spießer wie Alfons kann fragen: Wurden die Zitate von BILDblog.de mitgezählt…? Dort dürften im ersten Halbjahr allein schon schätzungsweise 200 Zitate aus BILD gestanden haben.
Und dann berichtet BILD über eine Sensation. Und nicht etwa groß auf dem Titelblatt, sondern klein auf der letzten Seite. Dort steht nämlich auf der IN-Liste: „Yummy Tummy — die süße Kindermode von Sarah Connors Mutter (www.yummytummy.de)“. Und das ist sensationell! Denn heute informiert BILD.de in Worten und Bildern, dass Sarah Conners zusammen mit ihrer Mutter die neuen Kinderklamotten gerade erst im Handel vorgestellt hat. Und schon — Simsalabim! — sind sie „in“, was meint: total in Mode und sehr begehrt! Davon können die Marketing-Manager anderer Kindermode-Labels nur träumen! Allein ein Spießer wie Alfons sieht in dieser BILD-Schleichwerbung ein mögliches Gegengeschäft mit dem Bericht über die süßen Zwillingsgeschwister des Popstars, die ebenfalls in sind, nämlich in BILD.
Ja, und dann sucht BILD wieder mal einen neuen „Leser Beirat“ mit dem Imperativ: „Machen Sie BILD noch besser!“ Und während der Spießer über die Vokabel „noch“ nachdenkt, fragt er sich, warum seine Lieblingszeitung nicht Marktforschung macht wie andere Zeitungen und Zeitschriften auch. Nämlich Gruppen-Diskussionen von Lesern und Nicht(!)-Lesern, bei denen Redakteure und Verlagsvertreter hinter einer Spiegelwand sitzen, um die Probanden nicht zu beeinflussen.
Nein, BILD opfert breiten redaktionellen Raum für Aufruf und Fragebogen. Und verheißt: „Zweimal im Jahr lädt BILD Sie zu einer Sitzung nach Berlin ein. Dabei treffen Sie den Chefredakteur persönlich und können ihm direkt sagen, was Ihnen an BILD gefällt und was nicht!“ Was aber nur für ausgesuchte BILD-Leser gilt. Und wer sucht die eigentlich aus und unter welchen Gesichtspunkten…? Und: Darf der Leser den Chefredakteur auch an anderer Stelle treffen, z. B. am Kinn…?
Früher hatte BILD ein „Leser-Parlament“, heute einen „Leser-Beirat“. Spießig erklärter Unterschied: Parlamentarier sind gewählte Volksvertreter, die als Vertreter des ganzen Volkes weder an Aufträge noch an Weisungen gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen sind. Beiräte hingegen haben so gut wie keine Entscheidungsbefugnisse oder Kontrollfunktionen, sondern können nur beraten und empfehlen.
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kannst du nicht mal wieder was über hitler schreiben oder gute werbung schlecht machen? hier im blog isses so langweilig.
@ jonas – Dir kann geholfen werden. Guckst Du einfach hier:
http://ingeb.org/Lieder/heileheg.html
auch langweilig, hast du doch neulich erst gepostet.
Dem Walfrühstück kann geholfen werden:
http://www.salon.com/mwt/broad.....index.html