Spießer Alfons: Die Kapelle der Einfälle
Ein Slogan ist ein einprägsamer Spruch, den Unternehmen verwenden, um die Vorzüge ihres Angebots kurz und prägnant zu definieren. Und weil der Begriff „Slogan“ etwas abgegriffen erscheint, ersetzen neuzeitlich orientierte Werber den Slogan durch „Claim“, einem Begriff aus dem Filmgeschäft, der eine Konzept-Idee in einem Satz sagt.
Heute hat jede bessere Firma ihren Werbespruch, der in deutscher oder englischer Sprache formuliert ist. Es gibt sehr bekannte, weniger bekannte und gar nicht bekannte. Manche Unternehmen wechseln ihre Sprüche wie ihre Werbeagenturen. Apropos: Auch Werbeagenturen haben Werbesprüche in eigener Sache. Darauf wurde Spießer Alfons gestoßen durch Das Grüne Blatt, sprich wuv, wo man die Slogans von Werbeagenturen durch ein Juroren-Quartett hat beurteilen lassen. Und nun weiß der Spießer, wie der Claim von TBWA lautet, nämlich: „Disruptive Ideas Expressed Through Media Arts“. Und Saatchi&Saatchi versteht sich als „The Lovemarks Company“, während SelectNYBerlin von sich behauptet: „We are brand alchemists“.
Von GreyWorldwide erfährt man: „To be the Agency Most Valued by Those Who Most Value Brands“, während McCann-Erickson in drei Wörtern formuliert: „Truth well told“. Wozu Juror Thomas Hofmann von McDonald’s („Ich liebe es“) allen Ernstes erklärt: „Trotz der Kürze fällt es mir schwer, das ungestützt zu erinnern.“
Und es gibt auch deutsche Werbesprüche. Zum Beispiel: „Ideen, die Tore öffnen. Nicht nur dran klopfen“. Spießige Quizfrage: Weiß jemand ungestützt, dass dieses der Slogan von Jung v. Matt ist, die damit auf Platz 1 in der Bewertung gekommen sind…? Der hanseatische Nachbar Nordpol wirbt mit dem Wort: „Nordpol+Hamburg unternimmt Expeditionen mit kühlem Kopf und heißem Herzen in alle Himmelsrichtungen“. Und Zum Goldenen Hirschen kam auf den letzten Platz mit seinem Werbewort: „Agentur für neue Wege.“
„Mit Worten lässt sich trefflich streiten, mit Worten ein System bereiten. An Worte lässt sich trefflich glauben, von einem Wort lässt sich kein Jota rauben.“ So schrieb ein Kollege von Spießer Alfons, nämlich Johann Wolfgang v. Goethe in seinem „Faust“. Und wenn das stimmt, dann fragt sich der Spießer: Warum machen Werbeagenturen eigentlich so gut wie keine Werbung für sich, um ihre Slogans mit Leben zu erfüllen…? Glauben sie nicht an die eigenen Worte? Oder haben sie keine Ideen…?
Des Spießers Lieblings-Slogan stammt übrigens von Ted Bates und lautet: “It isn’t creative, unless it sells!“ Dagegen ist „The Orchestra of Ideas“ von Scholz & Friends so überzeugend wie „Die Kapelle der Einfälle“.



















Sehr geil: “Die Kapelle der Einfälle”,
Das Nordpol-Dingens ist alles, nur kein Claim. Und JvM begeistert mal wieder durch Textpraktikantenprosa…
Dann mach ich doch mal Claims, ähm Slogan-Vorschläge für diese armen unwissenden Agenturen in Richtung Selling, damit der Spießer zufrieden sein Rotweinchen mümmeln kann:
“Hey big spender!” (hehe)
“We tell, you sell.”
“Just transfer the money.”
“Good as hell.”
“For winners, not for whiners.”
“You send money, we send ads.”
“Open your mind and shut your mouth.”
“Just sit and wait for your coffee.”
“Yes. No. Cancel.”
Und einen schönen für Internet-Agenturen:
“Submit.”
(Aus unserer (mein Mann, Texter + ich) Grabbelkiste für eindeutige Slogans (die verwaschenen sind wech, die haben unsere Kunden schwuppdiwupp genommen, c’ est la viech oder so ähnlich). Rights reserved, d. h.: du nix klau, unsers!)
Spitze, Vroni! Keine Angst, die Claims klaut keiner! ;o)
@ Spirou
Ne stimmt, dafür sindse zu ängstlich
OT: Unser eigener ist mir zwar richtig (was die Positionierung betrifft allemal), aber ich will einen frecheren. Kleine Designer dürfen frech sein, Agenturdickschiffe müssen sinnbefreit schwafeln, hehe. Bin sicher, dass mein Textwolf sich da durchbeißt, ähm das schafft.
@ Spießer
Du kriegst da nie Leben (= gute Eigenwerbung von denen) rein.
Denn: Es geht ja schomma mit dem Claim-Geschwafel dieser Agenturen los. Geschwafel kann man nicht mit Leben füllen.
Man kann nur klare Sätze mit Leben füllen.
Am Anfang war das (gute) Wort.
NB: Das altmodische “Truth well told” ist in der Reihe für immer noch der beste, kann man wüten wie man will. Auch Daddy Ogilvy sagte:The more you tell, the more you sell. (Du müsse viel Werbung mache). Kluger Mann.
@vroni:
“Yes. No. Cancel.”
my favorit
@ Vroni
Kannst Du Deine Claims … äh, Werbesprüche … bitte noch mal in Deutsch schicken…?
@ Vroni & Olaf
Cancel find’ ich gut. Heißt doch “Kanzel”, oder…?
Ich hab nen viel besseren:
“ctrl+c – ctrl+v” (alternativ: “Apfel+c – Apfel v”)
Oder auch:
“Ideen, die Türen öffnen, aber von anderen stammen”
“Agentur für neue Wege, andere Arbeiten zu kopieren”
“The Orchestra of copied ideas”
@ Spießer
Heißen alle auf deutsch:
“Bitte überweisen Sie uns Ihr ganzes Geld.”
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Heute frisch aus dem Aphorismomat:
“Qualifizierte Vorschläge stören nur bei dem Versuch, das Pferd am Schwanz aufzuzäumen.”
Hehe, Türen.
Einer geht noch:
“Das einzige was bei manchen klappt, ist die Tür.”
Und deutsch.
@ Vroni
Das nehme ich!
DER BESTE KOPF IN UNSERER AGENTUR IST DER BRIEFKOPF.
@spießer alfons: schrei doch nicht so
@all
und jetzt hier dder Name schlechthin für die Agentur, ein wort genügt:
Luft anhalten, Augen auf und tusch:
iDee
I see (said the blind man)
‘Kommunikation ist das, was ankommt.’
Wird in dieser und einer abgewandelten Form von comm-press benutzt.