Der Spiegel, meine Schwiegermutter und ich
Eigenartiger Montag, da echauffieren sich drei ! Spiegel-Autoren drei überflüssige Seiten lang im Blatt über ein angeblich überflüssiges Medium und die Blogwelt bekommt das Heulen, das Kotzen oder ignoriert es Gottseidank völlig. Mit der gleichen Freude am faktenfreien Raum hätte man ja ebenso darüber raunen können, ob Medienjournalisten rechthaberisch, selbstbezogen und eitel sind. Oder Journalisten überhaupt.
Aber darum geht es hier nicht. Sondern um meine Schwiegermutter.
Aber vorher geht es noch um den Leser als solchen.
Die Masse der Leser. Die kennen keine Blogs, egal was die Studien alle so für Millionen zusammenphantasieren. Mike Schnoor packt angesichts der Unkenntnis schon die U-Bahn-Depression. Seine Erfahrung einer Kurzumfrage gleicht einer Abwandlung von F.K.Wächter: “Wahrscheinlich liest mal wieder kein Schwein“.
Nicht nur das: Vor lauter Selbstreferdingsbums locken wir nicht einmal die eigene Brut vor den Monitor und an den Blog. Zumindest nicht bei Familie Schnoor.
Insofern muss der Blogger wohl erst einmal bei der eigenen Verwandschaft anfangen und Lesermassen bilden, an denen auch der Spiegel eines Tages nicht mehr vorbeikommt. In Kaskaden denken. Familienstrukturen nutzen. Nochmal “Der Pate” gucken und lernen.
Damit kommen wir zu meiner Schwiegermutter. (ts, unglücklicher Übergang). Unter den treuen Lesern dieses Blogs ist meine Schwiegermutter, die hier auch schon mal als hybride Verbraucherin herhalten musste. (Familienwerte hochhalten, heisst auch die Familie an den Blog heranzuführen)
Ich sag das nicht nur um dem vom Spiegel wahrlich nicht ausreichend gelobten Selbstreferdingsbums Genüge zu tun, sondern aus zwei Gründen:
Weil Schwiegermutter selbst auch Teil dieser
unterschätzten und untergebutterten Community der Blogger ist, die ja doch keine Community ist. Schwiegermutter bloggt unter Landfrau.blogspot.com. Was man halt als Landfrau so bloggt.
Weil ich zeigen will, dass beim Spiegel bis rauf in die Chefredaktion alle nur neidisch auf Blogger sind.
Denn eigentlich schreibe ich den Eintrag nur, weil meine Schwiegermutter heute Geburtstag hat.
Herzlichen Glückwunsch.
Blogger können so was. Einfach mal so Glückwünsche an die Verwandschaft durchreichen. Auch in einem Fachblog. Matthias Müller von Blumencron kann das im Spiegel nicht.



















Lieber Olaf – ich gehe davon aus, dass Deine Schwiegermutter heute otr liest. Also auch von mir:
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Gesundheit, Glück und Sonnenschein über den Furchen des Lebens!!
Dazu eine alte Bauernregel für die bloggende Landfrau: “Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, der Gockel ziemlich stinkig ist. Und kräht er aus dem Spiegel raus, sieht eitel wie ein Pfau er aus!”
Na,da freut sich die Landfrau aber, dass sie nun “worldwide” bekannt werden wird,wo zwei so profilierte Blogger über sie berichten…und vielen Dank für die guten Wünsche, hoffe auf weniger Furchen des Lebens im neuen Lebensjahr,her mit dem Sonnenschein!
Auch meinerseits alles Gute zum Geburtstag!
Und das mit Spiegel kann man vergessen – man sieht wieder eine komplette Inkompetenz in Sachen Blogs.
Achja, mein Vater ist übrigens über 70 und bloggt ebenso. Ein Journalist übrigens. Nur mal so am Rande.
Guter Return
Langsam wird es einfach langweilig. Ja, es ist richtig, dass die Blogosphäre keine Popstars haben, die über die Blogosphäre hinaus bekannt sind. Ja, sie werden kommen. Ja, bei Politblogs, um die es im Artikel vorrangig geht, ist noch viel Nachholbedarf. Ja, es ist eine junge Branche, die viel ausprobiert und so viele verschiedene Wege ausprobiert, wie es Blogger gibt.
Ja, Blogs sind ein LongTail-Phänomen. Nicht in der Breite, sondern in der Tiefe liegt der Reiz. Denn es gibt viele Blogger mit Spezialthemen, die schreiben viel spannendere Artikel als die Einheitsbrei-Journalisten. Der Long-Tail ist ein Massenphänomen, kommt aber nicht in Massenmedien an und entsprechende Themen wird hier auch nicht besprochen. Trotzdem werden sie gelesen.
Was ist nun unser Auftrag? Vernetzung! So einfach kann die Welt sein
Ja, immer mehr Blogger werden das erkennen und agieren. ja, wir haben Zeit, denn unsere täglichen Brötchen finanzieren wir mit unseren Jobs. Ja, wir sind noch in der Lernphase, wie ein Kind, das gerade in die Schule kommt. Warum sollen wir uns jetzt schon mit Berufstätigen vergleichen, wenn wir gerade in die 1. Schulklasse gekommen sind?
Aber je populärer es wird – desto mehr strömen nach und die Content-Flut ist jetzt schon kaum mehr zu bewältigen. Mittels Verlinkung (ist ja momentan der Supertrend) kommt man schnell vom 100. ins 1000. und weiß gar nimmer, wo man vor 5 Minuten war.
Anyway – interessante Entwicklung – für mich sind Blogs einfach super und ich liebe dieses herumspringen und immer wieder auf Neues stoßen.