Spießer Alfons: BILD-Promotion für einen Callgirl-Service
Der Aufmacher des halbseitigen BILD-Berichtes klingt harmlos wie das Märchen von Schneewittchen: „Spieglein, Spieglein an der Wand — Bin ich das teuerste Mädchen im Land?“ Und der Preis der abgebildeten Blondine: „Für 2600 Euro kann Mann Amber-Marie 24 Stunden mieten.“
Damit dürfte die junge Frau bei weitem nicht das teuerste Mädchen im Lande sein, wissen wir doch, dass es Fotomodelle gibt, die einen weitaus höheren Tagessatz fordern und bekommen. Neugierig las Alfons das Kleingedruckte und erkannte: Amber-Marie ist gar kein Model, sondern eine Prostituierte! Das Schneewittchen arbeitet als Schneeflittchen, und zwar freiberuflich für einen Hostessen-Service, dessen Adresse in BILD genannt wird, ergänzt mit anpreisenden Werbeworten der Agenturchefin. Und: „Mehr Fotos hamburg.bild.de“. Damit fördert des Spießers Lieblingszeitung wieder einmal das horizontale Gewerbe und spitzt seine männlichen Leser an.
Das muss man sich mal reinziehen: Eine halbe Zeitungsseite wird damit gefüllt, um Werbung zu machen für eine Hure, die der normal verdienende BILD-Leser sich von seinem Taschengeld wohl nur sehr beschränkt leisten kann. Ob es sich bei diesem Beitrag um eine redaktionell gestaltete Werbung handelt, wo man bloß den Hinweis „Anzeige“ im Kopf vergessen hat, oder ob es ein Gegengeschäft zwischen dem genannten Callgirl-Service und den beiden männlichen BILD-Reportern ist, weiß Spießer Alfons nicht. Er fragt sich nur: Was denkt eigentlich eine brave Bürgersfrau, wenn sie das in ihrer Zeitung liest…?
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“Schneeflittchen”, “Hure” und auf der anderen Seite die “brave Bürgersfrau”.
Na, na, was sind das denn für Begriffe, – in welcher Welt lebst du denn?
Und zu:
“Damit fördert des Spießers Lieblingszeitung wieder einmal das horizontale Gewerbe und spitzt seine männlichen Leser an.”
Du wirst davon angespitzt?
Ja, soerensen, Du hast wieder mal alles richtig erkannt. Prima. Und weiter so!
Heftig. Hat meines Erachtens wenig bis nichts in einer seriösen (*hüstel*) Tageszeitung, selbst in einer Boulevardzeitung, nichts verloren.
Die Frage, warum über solche Nichtigkeiten geschrieben wird stellt sich ja wirklich des öfteren.
Aber will der Spießer in Zukunft dem Bildblog Konkurrenz machen? Die Beiträge läufen in den Tendenz immer mehr in diese Richtung – trotzdem sehr unterhaltend.
@ ivisuell
Der Spießer hat schon die Schleichwerbung in BILD aufgespießt, da gab es weder BILDblog, geschweige denn Internet
Und die Beiträge von Spießer Alfons bei otr beinhalten die gesamte Kommunikation, also Werbung, Medien, Kunst, Kirche und Show.
Passt mal auf – das wird eine ganze Artikel-, ähh, Anzeigen-Serie!!!
Morgen oder übermorgen kommt eine ganze Seite mit:
“Ich bin ein viel teureres Mädchen”
Annika B. aus München verdreht für 4000 Euro den Männern den Kopf.
Dann folgt:
“Bin ich der teuerste Mann Deutschlands?”
Antonio Amore (Künstlername) aus Berlin erfüllt für 3600 Euro alle Frauenwünsche.
Einen Tag später:
“Nach BILD-Bericht: Immer mehr Escort-Frauen melden sich!”
Nochmal einen Tag später:
“Kathin F. – eine Escort Dame packt aus. Das alles tue ich für Geld!”
Und wieder einen Tag später:
“Erste Männer berichten: So lief das mit der Escort-Dame”
Und noch einen Tag später:
“BILD erklärt das Escort-Gewerbe. Was ist erlaubt, was nicht?”
Diese Serie lässt sich problemlos weiterführen …
Beispiel gefällig?
Es fing mit einem ausgesetzten Rentner an …
http://www.bild.de/BILD/ratgeb.....ueger.html
@ pixel
genau!
Und am Ende dann BILD & Bohlen: Deutschland sucht den Escort-Star!
Was muckert ihr denn hier so rum?
Die BLÖD- Truppe kommt nur ihrem Info- Auftrag nach. Das Proll- Blatt weiß, was sich die creme trash leisten kann. Macht den Vokuhilas halt die Jogging- Hose etwas praller und dem Kai-der-xxxxxxxxx*)-Dieckmann das Portemonnaie dicker.
Übrigens ist BILDblog nicht zu toppen. Als Gesamtkunstwerk……
*) Anmerkung Admin:
Bitte keine persönlichen Beleidigungen!
Bild hat auch neulich Werbung für eine Prostituierte gemacht bzw. einen Club, der auch Sex ohne Kondom anbietet. Haben das nett verpackt in einer ‘Opa stirbt beim Sex’-Geschichte.
Bildblog hat es nicht interessiert, war aber aus meiner Sicht wichtiger als diese Story.
Links:
http://www.bild.de/BILD/news/v.....rdell.html
http://www.privatclub-neby.de/.....det/54.php
@auchwassagen
bildblog lebt zu einem großen teil von hinweisen und hat auch nur 24h am tag. ich kann zwar nicht sgaen, ob es sie nicht interessiert hat oder die zeit nicht reichte, und wüsste nicht, dass du dass könntest.
im übrigen ist da ein link hierher und kein aktueller eigener blogeintrag.
Ich hatte bildblog den Hinweis gegeben, deswegen kann ich das sagen. Mit dem Rest hast Du natürlich Recht.
Die Ärzte besingen es so passend in “Lasse redn”:
“… Die meisten Leute haben ihre Bildung aus der Bild — und die besteht nun mal, wer wüsste das nicht, aus Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht …”.
warum darf sich sowas Zeitung nennen?
Die BILD ist und bleibt eine reine Vermarktungsmaschine. Völlig egal, welcher Unrat in das Monster eingeworfen wird – unten, aus dem Schritt, muss Geld tröpfeln.
Da ist Riester zur Beruhigung des Lebensabends besonders klasse, eine Versicherung XY viel, viel besser als alle anderen und die Automarke ABC ohnehin eine Offenbarung. Ein Paar Seiten weiter, finden sich die entsprechenden Anzeigen, die die Redakteure – Sind sie dies überhaupt? – zu derartigen Lobliedern hinreißen.
Von Zeit zu Zeit wird einer der Anzeigenschalter selbst zum Ziel der BILD: Hin und wieder einen verbrennen – das schafft Glaubwürdigkeit.
Aber und warum sollte bei dieser Art (Müll-)verwertung – die sich ja bei den Privatsendern und den anderen Yellows ebenfalls ungebremst fortsetzt – ausgerechnet das Horizontale Gewerbe ausgespart werden?!
Nun, die Kritik des Spießers an derartiger Berichterstattung ist angebracht, wenn auch der Adressat BILD in diesem Fall kein Alleinstelungsmerkmal vorzeigen kann, wie ich finde …
Vielleicht durften ja die Bild-Redakteure bei Amber-Marie und Kolleginnen ganz umsonst “recherchieren”?