Spießer Alfons, Bill Gates, Steve Jobs, Friede Springer, Eric Schmidt, Barack Obama, Stephen Hawking, Rupert Murdoch, u. a.
Der Spießer möchte ein Branchenforum veranstalten. Thema: “Print unter Druck”. Dazu lädt Alfons viele Zuhörer ein, die pro Nase 90 Euro zahlen sollen. Und der Veranstalter kündigt folgende Referenten (Auswahl) an:
Spießer Alfons, renommierter Werbekritiker; Bill Gates, US-amerikanischer Unternehmer und Programmierer; Steve Jobs, Mitgründer und CEO von Apple Inc.; Friede Springer, deutsche Verlegerin; Eric Schmidt, Chairman and CEO of Google Inc.; Barack Obama, US-amerikanischer Präsidentschaftskandidat; Stephen Hawking, englischer Astrophysiker; Rupert Murdoch, australischer Medienunternehmer.
So weit, so gut. Die Sache hat nur noch einen kleinen Haken: Allein von Spießer Alfons liegt eine feste Zusage vor. Bei den anderen Referenten wurde lediglich … angefragt.![]()
Ihr haltet das für ziemlich forsch, was der spießige Veranstalter da macht? Dann schaut Euch doch bitte die Anzeige von kress an, wo eine Veranstaltung angekündigt ist mit Referenten, bei denen „angefragt“ worden ist — siehe Abbildung. Nichts anderes hat auch der Spießer getan.
Frage: Was denken wohl Lars-Joachim Rose und Christiane zu Salm, wenn sie lesen, dass dort mit ihrem Namen geworben wird, obwohl sie noch gar nicht zugesagt haben? Und: Wie könnten sie jetzt noch absagen, wenn sie daran denken müssen, dass möglicherweise Anmeldungen erfolgt sind, um speziell ihren Beitrag zu hören…?
Spießige Mutmaßung: Sie werden kommen, weil sie sich genötigt fühlen. Und darum sagt Spießer Alfons sein eigenes Branchenforum lieber ab, da er vermutet, dass er am Tage dieser Veranstaltung mit Bauchschmerzen im Bett liegen würde.



















Endlich jemand mit Rückgrat! Ich geh gleich in Supermarkt und kauf mir eine Flasche Sekt…
Mit dieser Art der Leserverarsche wird es wohl nix mit der Chance für die Printmedien. Aber wegen positiver Denke und so: Die “Printler” lernen aus dem Beispiel, wie man es nicht machen sollte. Und das gratis, ohne erst 90 Euro abdrücken zu müssen. Danke Kress.
Im Übrigen, Print lebt nach wie vor – und zwar dort, wo gute Qualität geboten wird. Was fehlt, sind meiner Meinung nach Verleger, die noch Wert auf guten Journalismus legen, anstatt Gefälligkeitsjournalismus als Garnierung für Anzeigenkunden und Koop-Partner “produzieren” zu lassen. Amen.