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Obama in Berlin, AdAge und die deutschen Würstchen

30. Juli 2008
von

Das Republican National Committee lässt derzeit einen Viral-Spot durchs Web kursieren, der als Parodie auf den Obama-Hype in Berlin gedacht ist. Das ist Video ist grottenschlecht gemacht und wird hoffentlich schnell wieder im digitalen Massengrab verschwinden. Das wäre erfreulich, auch weil man sich für einige Statements der deutschen Politik-Schlachtenbummler fremdschämen möchte. Es wäre nicht der Rede wert, wenn sich Ken Wheaton, Blogger bei Advertising Age, darob nicht genötigt sehen würde, zu erklären, wie sehr ihm die deutsche Begeisterung für Barack Obama gegen den Strich geht.

“Sure, it annoys me that Germans have the gall to lecture America about anything. Hey, you’re the people who fell for Hitler. You’re the people who plunged the entire world into war twice. (Maybe you liked Obama so much because he completely forgot to mention that.) You’re the ones who got to build a nice little socialist democracy while we footed the military bill to protect your western half from your eastern half. So don’t go acting morally superior and telling me who to vote for. Send over your beer and sausage, but keep your opinions to yourselves.”

Tja, Herr Wheaton. Die Deutschen waren halt Amerikas Musterschüler. Und wie das bei Musterschülern eben so ist, sind manche hinterher schlauer als ihre alten Pauker.

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Kommentare zu “ Obama in Berlin, AdAge und die deutschen Würstchen ”

  1. Merzmensch am 30. Juli 2008 um 14:33 Uhr

    Oje, wenn die Republikaner in Berlin unterwegs wären, könnte man tausend mal harschere Meinungsäusserungen sammeln.

  2. M. am 30. Juli 2008 um 20:59 Uhr

    Ich verstehe dein Problem mit Wheatons Meinung nicht…? Er macht doch ganz eindeutig klar, dass dieses Republikaner-Machwerk unterste Schublade ist. Dass er sich aber neunmalkluge Einmischungen deutscher Weltenretter und Politik-Ober-Checker in inneramerikanische Angelegenheiten verbittet – kann man ihm das verübeln?

  3. OlafKolbrueck am 31. Juli 2008 um 09:40 Uhr

    @M.
    “Einmischungen … in inneramerikanische Angelegenheiten” klingt ja fast wie aus China. ;-)
    Schon klar, was du meinst. Aber was spricht dagegen? In der Sprache der Diplomatie würde es wahrscheinlich lauten: “Zwischen USA und Deutschland besteht eine lange Freundschaft. Teil dieser transatlantischen Partnerschaft ist ein offener und fairer Dialog. Partnerschaft bedeutet aber auch, dass man die Meinung des anderen zulässt und respektiert. Die Äußerungen von Herrn Wheaton wecken daher Besorgnis. Sie zeugen nicht von dem Respekt, den man sich unter Freunden entgegenbringt. Sie sind für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit wenig hilfreich.”

    Zurück zur Sache. Natürlich kann man sich hinstellen und sagen: “hey, zerbrecht euch nicht unseren Kopp.” Nur die Art wie dies verargumentiert wird, die ist doch eher abenteuerlich mit ihren Totschlag-Argumenten.

    Obendrein, warum soll man nicht Stellung beziehen können. (auch wenn eine Pro-Haltung einem Kandidaten, siehe Kerry, wahrscheinlich eher schadet) Schließlich hat die Besetzung des Oval Office weitreichende Auswirkungen auch für Deutschland: Wirtschaftspolitik, Klimapolitik, Außenpolitik, “Burden Sharing”, etc.
    Über die Schublade für das Machwerk und die gezeigten Leute besteht dagegen ja Einigkeit.

  4. M. am 31. Juli 2008 um 11:20 Uhr

    Du hast da inhaltlich natürlich absolut recht. Das für mich Problematische ist nur, dass in Deutschland viele Leute dazu neigen, sich hinzustellen und eben zu “wissen”, was für die Amerikaner das Richtige wäre.

    Ist ja auch klar, schließlich müssen sie ein Volk von Vollidioten sein, sonst hätten sie nicht Bush zum Präsidenten gemacht usw. usf., und da muss man als moralisch überlegener Westeuropäer den Amis einfach dabei helfen, mal nichts Falsches zu machen, etwas Kultur können wir ihnen übrigens auch gleich mitgeben, die sind ja eigentlich alles nur Grenzdebile, während wir das Volk von Goethe und Schiller sind… Du weißt sicher, worauf ich hinauswill.

    Und daher kann ich es eben nachvollziehen, wenn ein US-Amerikaner extrem genervt auf diese sehr verbreitete deutsche Haltung reagiert (bzw. sie überall vermutet, auch wenn sie vielleicht gar nicht wirklich vorhanden ist).

  5. hajumo am 5. August 2008 um 16:32 Uhr

    Also für mich hat sich Herr Wheaton schon deshalb disqualifiziert, weil er gleich im 2. Satz (!) Godwins Law erfüllt.

ivw