Das kleine Einmaleins der Corporate Blogs
Es soll ja Marketer geben, die mögen keine längeren Interviews sondern wünschen sich Informationen in Powerpointfolien-tauglichen Häppchen. Deshalb hier mal ein Dutzend Tipps für einen lesbaren Corporate Blog.
1. Sag, wer Du bist und was Du willst. Verstecke die Marke nicht hinter einem bunten Auftritt.
2. Ein Corporate Blog ist keine digitale Pressemappe. Dafür kannst Du ots nutzen. Biete relevante Informationen, die nicht aus PR-Satzbausteinen bestehen. Spar Dir alle Adjektive, die zeigen wie toll das Unternehmen ist.
3. Schreib wie Du sprichst. Versuche nicht zu klingen wie ein Elder Statesman sondern wie ein Mensch.
4. Sag, wer da schreibt und was er tut. Ein Foto wäre auch schön. Wenn der Leser weiß, wie Du aussiehst, vertraut er Dir vielleicht eher.
5. Wähle Schwerpunkte und schreib regelmäßig etwas neues ins Corporate Blog. Du bist nicht an Quartals-Analysten-Konferenzen gebunden. So viel Geduld hat auch der Leser nicht.
6. Zeig dem Leser, dass Du auch an seiner Meinung interessiert bist. Stell Fragen, starte Diskussionen. Vergiss aber nicht, dann auch zu antworten.
7. Biete dem Leser doch auch mal Futter aus anderen Quellen. Verlinke auf andere interessante Beiträge zu den Themen des Blogs. Keine Angst, wenn er den Blog mag, dann kommt er schon wieder. Andernfalls ist er so oder so weg.
8. Antworte auf Kommentare zeitnah. Die lange Leitung kennt er aus der Serviceabteilung. Er ist nicht im Blog gelandet, um hier die gleichen Erfahrungen zu machen.
9. Reagiere auf Kritik nicht sauertöpfisch. Kritik beweist Interesse an der Marke und das Zutrauen, dass das Unternehmen noch in der Lage ist, etwas zu ändern. Betrachte Kritik also als Chance zum Dialog. Besser das Unternehmen diskutiert mit dem Kritiker hier im Blog, als das er andernorts um die digitalen Häuser zieht.
10. Nutze den Dialog, um weitere Gespräche anzustoßen. Lese im Zweifel noch mal deine alten Unterlagen aus dem Studium zum Thema Empfehlungsmarketing nach.
11. Denk dran: Es lesen auch Dritte mit, die Du nicht sieht. Andere Kunden, Kooperationspartner. Auch ihnen gegenüber macht die Gesprächsbereitschaft im Blog die Kundenorientierung sichtbar.
12. Wenn Du auf Dinge nicht antworten kannst oder willst (Betriebsgeheimnisse), bemühe Dich um eine Erklärung. Steck den Kopf nicht einfach in den Sand – denn bei dieser Übung schaut immer noch ein Körperteil heraus, dem man einen Tritt verpassen kann.
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Schöner Beitrag. Trifft die Sache auf den Kopf
Besonders der letzte Punkt gefällt mir äußerst gut.
Habe da auch ein schönes Zitat auf tourismus-zukunft.de gefunden:
Wenn Sie sich nicht um Ihre Netzwerke kümmern, werden die Netzwerke sich um Sie kümmern.
Gruß aus Tirol
Michael
würde sagen, dass das Meiste auch für nicht Corporate Blogger gilt. Was ist mit einem Punkt derart:
“Missachte das Feedback deiner Kollegen aus Forschung, Produktion und Service”?
13. Leser lieben Listikel
(ist das schon die gebräuchliche Übersetzung für listicle?)