PR-Plattform der nächsten Generation: Social Media Newsroom
Wenn es um die Nutzung von Social-Media-Tools geht, der Einsatz von RSS, von Social-Bookmarking gefragt ist, dann sind deutsche Unternehmen chronisch unterbelichtet. Sie verhalten sich wie Companys, die sich mit der Entfaltung der Email fragten: “Wozu brauchen wir das, wir haben doch alle Fax?” Wer sich dann nach Anblick etlicher Powerpoint-Folien doch begeistert, der schreckt dann womöglich vor dem kleinklein zurück. Ein wenig Flickr hier, ein wenig Mister Wong da – das bekommen viele – auch geistig – nicht unter einen Hut.
Aber dennoch bekommt man es in einen Sack. “Social Media Newsroom” lautet das Etikett auf dem Sack in den USA. Ford oder GM beispielsweise haben den Sack bereits aufgemacht. Doch was ist drin in dem Sack? Die Agentur Achtung! Kommunikation zeigt es jetzt für Deutschland am Beispiel von Volvic und ebenso elegant am eigenen Pressebereich der Agentur. Das nennt sich buzzword-alarmierend „Pressebereich 2.0“, lohnt aber einen genauen Blick, weil dieser Social Media Newsroom aufzeigt, wie man all die Infos, die Presseartikel, das Geflickere, RSS, Bookmarks, Kontakte und Co sinnvoll zusammenpacken und dialoggerecht aufbereiten kann.
Was kann man nun in den Sack packen, wenn man dafür eine anständige Weblog Publishing Software nutzt:

Die Pressemitteilungen, die man auch noch kommentierbar einbauen kann, gehören natürlich da rein.
Ein RSS-Abo ist Pflicht. Das optimiert und erleichtert die Verbreitung. RSS-Feeds haben eine niedrigere Hemmschwelle beim Abo als der Newsletter-Versand. Da ist es oft ein Kreuz ihn wieder abzubestellen. Bei RSS hat es der Nutzer selbst in der Hand. Zudem hat RSS im webaffinen Umfeld inzwischen teilweise eine höhere Akzeptanz als die Mail.
Teilen und informieren: Der Verweis und noch besser die integrierte Darstellung von Multimediainhalten zum Unternehmen bei Flickr, Youtube, Powerpoints bei Slidehare oder PDFs bei scrbd erhöht auch die Sichtbarkeit der Inhalte in den dortigen Massengräbern.
Die eigenen Social Bookmarks bei Mister Wong oder Delicious lassen sich öffentlich weiterverbreiten. Mit den gesammelten Links zu eigenen oder thematisch angrenzenden Gruppen kann man Hintergrund-Infos bieten und sich als Informationsanbieter positionieren.
Die Berichterstattung in Medien lässt sich als laufend aktualisierter Pressespiegel einbinden.
Die Kontaktmöglichkeiten zu Ansprechpartnern können mit direkten Verweisen zu Xing oder Facebook aufgewertet werden. Das erleichtert die Ansprache. (Klar, natürlich keine Option für Unternehmen, die als notorische Medienverweigerer bekannt sind). Und es stärkt auch die Präsenz im jeweiligen Netzwerk.
Doch wer wirklich dialogorientiert denkt, der packt auch gleich Instant-Message-Lösungen wie AIM oder Skype dazu.
Nice to have: Eine Tagcloud, die die Inhalte anzeigt, und vielleicht auch noch mit Technorati verknüpft ist.
Umgekehrt macht die Indexierung eigener Inhalte aus dem Newsroom bei Technorati und Mister Wong diese leichter auffindbar.
So ganz nebenbei kann das Publishing damit auch das Interesse von Google beeinflussen. Der Kauf teurer Keywords wird überflüssig, weil Google die Unternehmensthemen auch im organischen Index gut bewertet. SEO auf die leichte Art.
Der weiterreichende Nutzen dürfte selbst Fax-Nutzern einleuchten:
Neben Journalisten erleichtert das Unternehmen gerade auch Online-Multiplikatoren den Zugang und den Kontakt.
Doch auch dann mag es immer noch jene geben, die glauben, sie könnten auf die “paar Blogger” verzichten oder sich damit begnügen, die überschaubare Zahl webaffiner Journalisten weiter mit Mail zu versorgen.
Nur warum? Verzichten diese Unternehmen auch freiwillig auf Umsatz, verbieten die ihren Kunden, weiterzuerzählen, dass diese im Laden waren? Darf man dort nur von rechts ins Regal greifen, nicht von links an die Ware herantreten?
Via Bookmarking-Diensten, RSS und Co öffnen sie stattdessen neue und mehr Wege hin zu ihrem Unternehmen für Menschen, die von völlig anderen Seiten zur Marke hinfinden. Die eben nicht nach Volvic gesucht haben, sondern Mister Wong nach Tags zu Themen im Umfeld der Marke durchforstet haben. Menschen, die noch gar nicht auf die Idee gekommen sind, dass es zur Marke auch einen Youtube-Channel oder die Rede vom Kongress auch als Powerpoint-Folie zum “nachlesen” gibt. Der Social Media Newsroom packt eben alles in einen Sack und er macht damit nicht nur das Finden, sondern auch das Weitertragen leicht.
Und wenn man einmal dabei ist, dann kann man natürlich gleich auch auf den Corporate Blog verlinken.
Nur Vorsicht, als vollständiger Ersatz für die traditionelle Presse-Website ist es noch zu früh. Es gibt immer noch jene, die antiquarische Kommunikationswege bevorzugen. Auch dürfte sich nicht jede adhoc-Mitteilung zur Kommentierung im Newsroom eignen. Und letztlich eignet sich solch ein Mediaroom, anders als eine Website, nur bedingt als Selbstdarstellungs- und Verkaufsplattform. Es sei denn macht gleich einen Mega-Mashup wie der Virgin-Store.



















Da will ich gerne noch einmal Martin Oetting hier im Kommentarfeld zitieren.
„Die Dialogkompetenz setzt neue Prozesse und Strukturen voraus. Damit man Kommunikation nach neuen Regeln macht, muss man intern Abteilungen umstellen, Regeln ändern, Prozesse verschieben, Kompetenzen neu ordnen.“
Diese Prozesse benötigen jedoch Zeit und gute Vorbilder. Der Volvic Wasserbotschafter und der GM Europe Social Media Newsroom sind sicherlich zwei gute.
Gute Vorbilder dürften der Doop-Opener sein. je höher im Dax desto besser
Das Problem gerade auch auch bei Coporate Blogs war und ist ja, das viele besser totgeschwiegen werden sollten, weil sie die Philosophie nicht begriffen haben und letztlich nur ein Baustein in der Vita eines Marketers sind. Das Verständnis für die Philosophie, nicht das für die Funktionalitäten, scheint mir eine den Kernbedingungen für den Erfolg zu sein. So wie beten auch nicht hilft, wenn man nicht gläubig ist
Umso spannender finde ich auch, das gerade Volvic hier so gekonnt vorlegt. die Mutter Danone habe ich in der Öffentlichkeitsarbeit nämlich als, sagen wir es mal so, etwas umständlich in erinnerung. Man muss sich nur mal die presseseite ansehen. (Bspw Volltext nur als pdf)