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Apple: Get a Mac und die kalte Pizza im Gesicht der Kunden

19. August 2008
von Olaf Kolbrück

Im Werbeschlagabtausch zwischen Apple und Microsoft packt Apple im neuen “Get a Mac”-Spot Mircosoft in die Pizza-Box.

Allerdings kann man sich den Spot auch um drei Ecken denken. Denn bei einer Pizza in der Pappschachtel, da weiß man, was man hat: Ein lauwarmes, labbriges, mittelprächtig belegtes Nahrungsmittel. Das ist letztlich ein ehrlicher Deal. Doch wie ehrlich sind noch die Deals bei Apple? Vielleicht nicht verlogen, doch dafür schlägt Apple seinen Kunden die kalte Pizza fortlaufend ins Gesicht. Und der Konsument hält mit dem biblischen Gleichmut des Markenjüngers weiter die andere Wange hin.


MobileMe war ein labbriger Start. Keine Woche vergeht, ohne das jemand über einen Defekt am Innenleben oder der Hülle seiner Rechner-Monstranz, profan auch Mac genannt, klagt. Das iPhone zickt beim Empfang und folglich wird gepatcht und gepatcht wie in den Zeiten der ersten PC-Spiele. Wenn es passt, dann wird auch mal für ein Software-Update ein Ablass Obulus verlangt.

Und weil Apple eine Religion ist, geht auch kaum ein Aufschrei durchs Land, wenn der liebe Gott Jobs alles sieht und durch die Hintertür im iPhone des Nutzers spionieren kann. Niemand, der beklagt, dass die reine Lehre durch den Massenmarkt und die Verbrüderung mit Fast Moving Consumer Goods ausgehöhlt werden könnte.

Wie auch, wenn der Umgang mit kritischen Stimmen und Whistleblowern einem schon beinahe chinesisch vorkommen kann. Eigenartiger Weise hat all das die Fundamente der Glaubenskirche noch nicht ins Wanken gebracht, obwohl der Schleier vom Tabernakel der Marke längst gefallen sein dürfte und dahinter schlicht ein Unternehmen mit einem verdammt guten Marketing erkennbar wird.

Immerhin: Apple-Enthusiasten wie Michael Arrington machen sich nun deutlicher ihren Unmut Luft. Aber auch er weiß wie ein guter Konfirmand einige Fehler seiner Religion zu entschuldigen, trotz des Bekenntnisses zur partiellen “blind dedication” .
Zum Problem für Apple dürften denn weniger die Kerngemeinde werden, sondern die neuen Kunden. Arringtons Rat Richtung Apple:

“They need to get their house in order or they risk alienating all these new customers they’ve added over the last few years. The new buyers aren’t Apple fanatics and won’t sit quietly as they try to access broken services via failing hardware.”

Klar, die neuen Kunden sind weg, wenn die Heilslehre ihre Markenversprechen nicht hält. Und die Apple-Jünger? Die bleiben der Marke eben treu. Warum auch nicht? Pizza aus der Pappschachtel schmeckt eh beinahe immer gleich. Egal, welcher Pizza-Taxi sie bringt.

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Kommentare zu “ Apple: Get a Mac und die kalte Pizza im Gesicht der Kunden ”

  1. André Wegner am 19. August 2008 um 17:21 Uhr

    Na dann bin ich ja mal gespannt, wann der Plan bei Springer aufgegeben wird komplett auf MAC umzurüsten. ;-)

  2. Kaffeekanne am 20. August 2008 um 08:33 Uhr

    Die Apple-ianer werden weiter die Augen verschließen und sich genauso wenig rühren wie die grauen Gestalten in dem berühmten Werbefilm für den Mac. Schließlich sind sie einst mit einem famosen Spot gegen den Big Brother angetreten. http://de.youtube.com/watch?v=OYecfV3ubP8
    Nun aber werden sie selbst belauscht. Das ist nicht “1984″, das ist “Animal Farm”.

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