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Audi stichelt gegen Mercedes

20. August 2008
von

Amerika du hast es besser. Auch wenn vergleichende Werbung hierzulande inzwischen freier gehandhabt wird, zeigen Kreative und Unternehmen in der Regel wenig Mut im Umgang mit dem Mitbewerber. Eine Kampagne wie “Get a Mac” würde hierzulande womöglich jahrelang die Gerichte beschäftigen und den Anwälten mehr einbringen als den Kreativen. Auch Audi traut sich auswärts derzeit Dinge, die die Marke zu Hause nie wagen würde. Das Opfer: Mercedes.

Hauptproblem, das das Mütchen kühlt und kreative Ideen im Keim erstickt ist ein Passus im UWG, der die Wertschätzung der Marke schützt und Verunglimpfung verhindern soll. So fand Obi vergleichende Werbung von Praktiker gar nicht witzig und klagte gegen den “Aprilscherz”. Praktiker kanns trotzdem auch in diesem Jahr nicht lassen und macht sich über die Obi-Sänger lustig.

Wie intelligent und charmant man den Mitbewerber veräppeln kann, muss uns Audi daher in den USA zeigen. Der Spot für den Audi A4 “Progress is Beautiful” ist besonders gelungen, weil der Seitenhieb gegen Mercedes im Gesamtkonzept nur ein Detail ist und nicht die Botschaft von vorneherein dominiert. Die Kreation stammt von Venables, Bell & Partners. Zu sehen war der Spot in den USA unter anderem während der Übertragung der olympischen Eröffnungsfeier. Audi ist so stolz auf den Spot, dass er auch auf der Website präsentiert wird.

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Kommentare zu “ Audi stichelt gegen Mercedes ”

  1. KMTO am 20. August 2008 um 08:51 Uhr

    Spiel, Satz und Sieg. Wenn sie jetzt auch noch die Musik während des Spots modernisiert hätten, wär’s Gold gewesen. Aber ich find’s einen gelungenen Angriff auf das starke Mercedes Image in USA. Zumal der Claim endlich mal mit Leben gefüllt wurde. Ich denke auch, der Zeitpunkt ist perfekt. Audi zieht weiter nach oben.

  2. seven am 20. August 2008 um 09:46 Uhr

    Stimmt, die Musik hätte in Ihrer modernität dynamischer sein können. Und der optische Effekt, mit dem die Autos getasucht werden, unterscheidet sich von der Verwandlung der Wohnung. Ich finde, die flüssige Bewegung wird da unschön gebrochen.

    Aber Klugscheißerei hin oder her: Ein wirklich sehr schöner Spot.

  3. hainmd am 20. August 2008 um 10:26 Uhr

    schoen, dass es noch laender gibt in denen rotzfrechen werbung an der tagesordnung steht! dreistigkeit ist alles! deswegen auch in eigener sache: wir verlosen werbeflaechen, wer interesse hat: http://www.hainmd.de/webblog/2.....-gewinnen/

  4. mark793 am 20. August 2008 um 14:40 Uhr

    Nennt mich meinetwegen einen deutschen Biedermeier, aber als Plädoyer, auch hierzulande mehr Gas zu geben in Sachen vergleichender Werbung, kommt dieser Spot nicht bei mir an.

    Gut, man hat schon plumpere Attacken auf Mercedes gesehen. Aber trotzdem erwarte ich von einer Autowerbung, dass sie mich für ein Modell begeistert ohne Zeit und sonstwas drauf zu verschwenden, ein Konkurrenzfahrzeug vom Panzer plätten oder auch sanft entschwinden zu lassen. Lenkt meines Erachtens alles von der Kernbotschaft ab und zahlt obendrein noch ein auf das Aufmerksamkeitskonto des Wettbewerbers.

  5. OlafKolbrueck am 20. August 2008 um 14:54 Uhr

    @mark793
    An dem Einwand im letzten Satz ist sicher was dran. Aber der Spot und die Stichelei Richtung Mercedes stärkt bei jenen das Zugehörigkeitsgefühl zur Marke, die ohnehin Audi-fahren und erzeugt bei unentschiedenen Käufern eine positive(re) Wahrnehmung von Audi. Da macht der Verweis auf Mercedes nix aus. Denn die marke dürften die potentiellen Kunden von Audi eh mit im Relevant Set haben.

  6. Ex M am 20. August 2008 um 16:32 Uhr

    Ich finde den Spot sehr gelungen.
    Für mich ist er auch viel mehr als billiges Konkurrenzbashing, weil er nicht nur Mercedes (wie die jungen Leute wohl sagen), “disst”, sondern messerscharf und unmissverständlich die Audi Markenwelt von der Mercedes-Markenwelt abgrenzt. Und das nur in Bildern, ohne überflüssiges Gelaber und abgehobene Inszenierung und dynamische Fahrszenen und was weiß ich nicht alles.

  7. mark793 am 20. August 2008 um 18:51 Uhr

    @Olafkolbrueck: Man müsste mehr über das Kampagnenziel wissen. Wenn es darum geht, der Audi-Klientel auf die Schulter zu klopfen und zu sagen, brav, gut gemacht, dass Ihr keinen Benz gekauft habt, dann funktioniert der Spot vermutlich exzellent. I

    Den Punkt von Ex M von der Abgrenzung der Markenwelten, ja, das kann man so sehen, zumal es ja wirklich nicht mit der Brechstange durchexerziert wird.

    Und trotzdem: Ich ticke da halt vermutlich ein bisschen anders als der durchschnittliche US-Werbeblock-Rezipient (oder professionelle Cannes-Rollen-Gucker). Mir braucht niemand einen BMW mit dem Argument anzudrehen, dass es kein Lexus ist.

  8. iVisuell am 20. August 2008 um 23:42 Uhr

    Also der Audi-Spot ist echt fein. Illustriert sehr schön die Veränderung des Geschmacks und den Aufstieg der Marke Audi vom Biedermann-Auto der 80er Jahre bis heute.

    Wegen Praktiker vs. Obi: Falls ich das richtig verfolgt habe ist dies ja der erste Spot von Lukas Lindemann Rosinski für Praktiker, oder? Und woher die kommen ist ja bekannt… kann also auch eine Win-Win Situation für beide sein. Finds fein

  9. ramses101 am 21. August 2008 um 10:07 Uhr

    Lenkt meines Erachtens alles von der Kernbotschaft ab

    Die da wäre? Meiner Meinung nach zielt der Spot einfach auf Bauch und Herz. Nicht auf den Kopf. Was hätte Audi denn auch anzubieten, was Mercedes nicht hat? Kernbotschaften sind 90er ;-)

  10. mark793 am 21. August 2008 um 12:17 Uhr

    Kernbotschaften sind 90er ;-)

    OK, das stimmt natürlich, aber die Frage nach dem, was Audi hat, was Benz nicht auch hat, ist 80er, wenn nicht gar 70er. ;-)

    Auf den absoluten Kern reduziert wäre die Message “ein Audi ist ein Audi ist ein Audi”. Entweder übt die Marke eine Faszination auf mich aus oder eben nicht – den Randaspekt, dass es kein Benz, BMW oder Lexus ist halte ich in diesem Zusammenhang für so verzichtbar wie einen Kropf.

    Aber gut, ich muss dazusagen, ich bin auch kein Werber.

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