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Microsoft und ein Megaflop?

22. September 2008
von

micro.jpgEin wenig Häme ist erlaubt, wenn die Bilder zur jüngsten Kampagne von Microsoft und Crispin Porter + Bogusky “I am a PC” schon am Mac entstanden sind. Die eigentliche Peinlichkeit scheint aber, wie schnell Microsoft die Kampagne mit Bill Gates und Jerry Seinfeld in den Orkus gespült hat, obwohl sogar noch ein dritter Spot auf Halde liegen soll. Eine nutzlose Kampagne? Wirklich? Vielleicht etwas voreilig gedacht.

Die Kampagne hat immerhin gut genug funktioniert, um das öffentliche Interesse für den weiteren Schritt der Kampagne aufzuwärmen und in den Tiefen des Web zugleich eine Debatte darüber angestoßen, was der Nutzer mit der Marke Microsoft verbindet. Die Kampagne ist in ihrer Art durchaus unerwartet gewesen – unerwartet humorfrei. Der freundlichste Vorwurf, den man ihr machen kann ist, dass sie zu verkopft, zu intellektuell daherkommt.

Aber genau das könnte ihr Vorteil gewesen sein, weil sie in den Köpfen zu einer längerfristigen Auseinandersetzung mit den Inhalten der Marke führt. Und es führt zu einer Debatte über die Inhalte Marke in jenen Kreisen, die vermutlich ohnehin eher in einem Orbit um Apple kreisen.

Damit führt der zweite Teil der Kampagne “I am PC” dann logisch zum Kern zurück, in dem der Otto-PC-Normalverbraucher angesprochen wird, für den PC und Microsoft schlicht immer noch eine Einheit bilden, weil beides – Linux und Co hin oder her – immer noch ein Bundle sind. Auch in den Köpfen. PC gleich Microsoft – für die Nicht-Tekkie-Welt stimmt die Gleichung. Die Gleichung kann in der Kampagne aber nur gestärkt werden, wenn Microsoft in einem weiteren Schritt dann mehr Geschichten zur Marke und ihrem Nutzen erzählt.

Kann das funktionieren? Denn Apple ist, auch in den Spots, klar die coolere Marke. Dahin wird Microsoft wohl die Marke nie biegen können. Microsoft kann nur vermitteln, dass es das Volumenmodell, die seriöse, verlässliche Lösung für die PC-Welt ist. Ein Massenprodukt, dass für alle da ist. Der Volkswagen für das Web. Es könnte schlimmeres geben: Opel für das Web sein – beispielsweise. Vor diesem Absturz hat Seinfeld die Marke zumindest bewahrt.

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ivw