Diesel XXX und der geklaute Porno
Pornofilme, habe ich mir sagen lassen, gleichen sich hinsichtlich Handlung, Dialog und Motivwahl oftmals wie ein Ei dem anderen. Das liegt vermutlich in der Natur des Sujets und dem eng umrissenen Themenfeld. Werbung dagegen stellt sich gerne breitbeinig als Ort der Kreativität und Inspiration hin und bezeichnen bestenfalls die Arbeitsbedingungenals Hardcore. Nun ist aber auch Werbung manchmal so einfallslos wie ein Pornodrehbuch und weckt dann ein, höflich ausgedrückt- Deja vu.
Mit der Porno-Werbung Diesel XXX zeigen die Marke und die Viral Factory jedenfalls eine, nunja, durchgelutschte, Idee. Wenn auch als Clip. (Alternativ-Link)
Springer & Jacoby hat einen flotten Dreier schon 2007 für eine Software namens Pornblocker in Szene gesetzt und dafür gleichfalls eine kapriziöse Technik benutzt, die man in Vatikankreisen als Höschen-Malerei bezeichnen würde. Naheliegend angesichts der uralten Kunsttradition (Sixtinische Kapelle), dass dies auch in Bloggerkreisen ein gern genutzter Spaß sein kann. Wenn auch nicht mit frömmelnden Vorlagen. Dafür aber zum Teil auch schon vor der S&J-Idee datiert. (Danke an Oppenheimer für den Tipp in den Kommentaren)
Dennoch: Die Jeansmarke und die Viral Factory stehen angesichts der Vorbilder relativ nackig dar, auch wenn die Vorlagen noch kein Bewegtbild nutzten und Jeff Koons das Porno-Zitat mit Porno-Darstellerin Cicciolina gleich zur Kunst gemacht hat. Porno, Werbung und Kunst – am Ende geht es doch stets nur um das Eine: Erregung.
Mehr Infos zur Diesel-Kampagne selbst sowie den Spot gibt es hier.
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