OMD 2008: Der Journalist als Content Manager
In den vergangenen Tagen habe ich mich angesichts der Interviews zu OMD 2008 in einem neuen Berufsbild erprobt: Content Manager. Alle Interviews sind nun in der Rubrik Digital Faces online. Nur: ein zweites Mal möchte ich in dieser Massivität kaum als Content-Manager antreten, denn ich schaufele lieber Texte als Datenmengen. Dennoch werden derartige Aufgaben mehr und mehr zu einem wesentlichen Teil des Journalismus, zumindest dort wo Print und digitale Welt sich enger miteinander verzahnen. Ein Vorteil für den Journalismus ist dies in dieser Ausprägung jedoch nicht.
Ich habe in der Vergangenheit schon so einige Jobs gemacht, war Obstverkäufer, Rettungssanitäter, Ghostwriter Wahlkampfhelfer, Lagerarbeiter, Liborius-Blatt-Austräger, Blogger, Pauschalist, PR-Texter, Statist, Kabelträger, Beleuchter, Fotografen-Assistent, Moderator, Referent, Altpapiersammler, Kartenabreißer, Blogger, Getränkeverkäufer, Website-Gestalter und einiges andere, das ich gut verdrängt habe. Doch kaum ein Job war von klassischen Journalismus so weit entfernt, wie die reine Verwaltung des Digitalen mit Download, Upload, Konvertierung, Tagging, etcpp.
Sicherlich hat Videopunk mit seinem Tweet im Grundsatz recht, wenn er schreibt: “Jeder journalist, der sich für mehr als “surfen” und “mailen” zu schade ist, wird die nächsten drei jahre im job nicht mehr überleben.”
Nur, den Journalisten als eierlegende Wollmilchsau zu definieren, ihn als rotierendes Betriebssystem des Web 2.0 einzusetzen, wird seinen Kernaufgaben nicht gerecht. Auch wenn ich fürchte, dass die Sparwut der Verlage und die im Vergleich zu Print niedrigeren Erlöse im Online-Bereich den Journalisten der Zukunft mehr und mehr dazu drängen, als publizistisches Gesamtsystem mit Digi-Cam, Podcast, Laptop durch die Gegend zu jagen und dann die Weiterverarbeitung als Producer gleich mit zu erledigen.
Klar auch: Journalisten sollten mit Content Management System (CMS) hantieren können. Doch die journalistischen Schwerpunkte sollten weiter deutlich vor den technischen Aufgaben liegen. Im digitalen Raum sollten Journalisten, wenn schon denn schon, her befähigt werden, die Medien-Community zu begleiten, zu nutzen und die Netzwerke des Web 2.0 in ihre tägliche Arbeit einzubinden.
Spaß gemacht hat das ganze trotzdem.
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