Spießer Alfons: Angela Merkel mit Heiligenschein
Die Anzeige vom Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) mit der scheinheiligen Angie — siehe Abbildung! — ist schon recht lustig und aufmerksamkeitsstark.
Vor gar nicht langer Zeit konnte unsere Bundeskanzlerin so was unterbinden lassen (siehe: Sixt!); andere Politiker (Oskar Lafontaine u. a.) konnten sogar Honorare fordern, die sie mit gerichtlicher Hilfe eingeklagt haben. Inzwischen gib’s ein Urteil, dass Politiker, die im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen, sich gegen solcher Art von Kritik nicht wehren können.
Aaaber: Frau Merkel bleibt immer noch das Recht an der eigenen Person, sprich: Sie könnte dem BGL eine saftige Rechnung schicken und den Betrag für einen guten Zweck spenden. Zum Beispiel für den Wiederaufbau ihrer Schwesternpartei, der CSU gemeinnützige Zwecke. Das, liebe Angie, nur mal so als Anregung von Spießer Alfons.













Über ihre Quintessenz, lieber Spießer, kann man durchaus streiten. Denn anders als bei der Sixt-Werbung, in der Merkel & Co. allein als Mittel zum Zwecke der Aufmerksamkeitssteigerung (und damit zur Belebung des Umsatzes) eingesetzt wurden, findet in dieser Anzeige eine ausdrückliche Kritik an der Politik Merkels statt und wie sich diese Politik für das Transportgewerbe auswirkt.
Das dürfte (nicht nur im Zweifelsfall) unter Artikel 5 fallen (Recht auf Meinungsäußerung), und damit müsste wohl das Recht am eigenen Bild für eine handelnde Person der Zeitgeschichte/Politik ziemlich zurücktreten.
Wäre meiner Meinung nach absurd, wenn zwei ähnlich gelagerte Vorgänge unterschiedlich gehandhabt würden:
Fall1: Das Transportgewerbe veranstaltet eine Pressekonferenz, die Medien machen aus der Kritik an Merkel eine Story und setzen dazu ein Bild der Kanzlerin, möglicherweise von der Redaktion mit Heiligenschein verfremdet — kein Recht am eigenen Bild.
Fal 2: Das Transportgewerbe formuliert diese Kritik auf einer Anzeigenseite, stellt selber das Foto dazu — und plötzlich hat die Kanzlerin das Recht am eigenen Bild.
Es ist ja nicht so, dass Merkel für die deutschen Spediteure wirbt, weil die so gut sind oder so tolle Lastwagen haben — sondern sie dient als Zielpunkt von Kritik.
Naja, Satire lese ich trotzdem lieber in der Titanic. Wenn politische Parteien und Interessensverbände ihre Auseinandersetzungen auf diese Art und Weise austragen, darf sich niemand wundern, wenn das Politikinteresse und -vertrauen in der Bevölkerung zurückgeht.
Meiner Meinung nach auch ein Problem der CSU: Themen wie Autofahren mit zwei Maß Oktoberfestbier, Pendlerpauschale für Autobesitzer und Rauchverbot in Kneipen haben Leute, die sich Sorgen um ihren Job, die Zukunft ihrer Kinder und ihre Altersversorge machen, vermutlich nur peripher interessiert.
@ Oscar
Vielen Dank für Deinen sachdienlichen Hinweis. Eine sehr gute Darstellung gibt’s auf SPIEGELonline, und zwar hier: http://www.spiegel.de/wirtscha.....66,00.html
Urteile des LG Hamburg sind leider nicht immer lange haltbar -> http://www.buskeismus.de/
Ich finde die Werbung des BGL Klasse, klar, daß Angie das nicht freuen wird, aber passen tut der Deckel.
gruß
was mir bei den meisten kommentaren hier auffällt: viel zu viel text.
die anzeigenmacher denken da anders. zwar platt. aber anders.
Stimmt. Das eine ist ein Kommentar und das andere Werbung. Das macht den Unterschied.
ich weiß nicht. ich glaube da steckt mehr dahinter.