Besser Island
Als ich jüngst in Island im Urlaub eine Preisverleihung für so eine Art isländischen Fernsehpreis verfolgte, da war die Veranstaltung unterhaltsamer und kurzweiliger als die jüngste Eklat-Chose des ZDF beim Deutschen Fernsehpreis. Vielleicht auch weil ich kein Wort verstanden habe und irgendwie alle einfach gut gelaunt wirkten und nicht in übertriebenen Abendroben unruhig auf den Stühlen rutschten und die Islander keine Moderatoren wie Ingolf Lück haben, die Blue-Box-Tricks spassig finden.
Gut, dafür könnte man im ZDF erleben, wie Marcel Reich-Ranicki in intellektueller Arroganz baden kann, in der FAZ nochmals nachlegt und im gleichen Medium von einer narzisstischen Elke Heidenreich sekundiert wird. Es wird auch nicht besser, wenn man sich MRR wieder und wieder bei Youtube anschaut. Man schämt sich, in einem Land mit solchen Intellektuellen zu leben.
Vielleicht wäre Island also derzeit doch eine Lösung. Gerade jetzt. Thomas Knüwer, der den Sturm im Wasserglas so genüsslich seziert, das dem nichts mehr hinzuzufügen ist, kann man auch dort lesen. Und Boris Pastewka, der im Fernsehlexikon kommentiert, natürlich auch.
Es gibt sowieso Dinge, an die kann ich mich hierzulande nicht gewöhnen und die sind schlimmer als jede ZDF-Gala: “…ich … muss daran denken, dass sie neulich bei Edeka „Smells like teen spirit“ gespielt haben. Im Original.”
So was ist mir in Island noch nicht passiert. Da gehen nur die Banken vor die Hunde. Aber das lässt sich eher aushalten als R.E.M. “Its the end of the world as we know it – and i feel fine” an der Wursttheke.
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