Spießer Alfons: Lidl-TV-Spot – ein Konzept mit Verpuffung
Kein Mensch ist frei von Fehlern. Handelt es sich dabei um Fehler im Beruf, dann sind die Folgen unterschiedlich: Die Fehler eines Arztes bedeckt der Erdboden. Die Fehler eines Werbers dagegen werden veröffentlicht und aufgedeckt von Spießer Alfons.
Nachdem Olaf gerade über den Lidl-Image-Spot berichtet hat, der ja durchaus ein Verkaufsspot ist sein soll, hat Alfons sich diesen Film angeschaut. Und bescheinigt den Werbegestaltern, dass sie fehlerhaft gearbeitet haben.
Es ist das alte Übel: Die kreativen Häupter in den Werbeagenturen glauben immer, dass Lieschen Müller und Gottlieb Schulze wie gebannt vor ihrem Bildschirm sitzen und geil darauf sind, Werbung zu gucken. Tatsache ist: Wenn Werbung läuft, geht das Volk zum Pipimachen. Oder Bier holen und Chips. Und wenn die Couch-Potatoes sitzen bleiben, dann gucken sie nicht permanent auf den Bildschirm.
Das Lidl-Konzept gibt es zuhauf im Werbekanal: Hintereinander geschnittene Slices of Life, untermalt von einem Song. Und die (An-)Sprache kommt ganz am Ende. Wenn der Konsument dann hinschaut, ist der Spot bereits vorübergeflimmert. (Habt Ihr diese Erfahrung nicht schon selber gemacht, liebe Werbeschwestern und -brüder…?)
Notabene: Wer das Wort in einem Funkspot vernachlässigt, ist genauso einfältig wie der, der einen Radio-Spot schaltet, der Trallala bringt statt Werbeworte. Weil TV-Werbung beim Großteil der Zuschauer nicht mit den Augen, wohl aber mit den Ohren verfolgt wird!
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Die Frage ist nur: Kennt die Zielgruppe die beworbenen Produkte nicht aus dem FF – weil sie beim TV-Abend auf dem Couch-Tisch liegen – oder (wie das Bier) in der Hand? Am Anfang sind die Produkte zwar nicht Formatfüllend, aber zu erkennen…
Und wenn das “Bierwegbringen” oder “Bierholen” Tatsache wäre, dann würden die TV-Spendings doch viel radikaler Fallen – oder?
Scheinbar bleiben doch einige sitzen…
Und Tante Erna sagt zu Onkel Ralf – “Schau mal – dein Bier ist jetzt auch im Fernsehen”….
Stimme dem zu. Aber Lidl kann sich diesen Luxus leisten, weil die mit Schweinebauch-Anzeigen und Prospekten ihren Umsatz machen.
@ TOG
Das schrieb ich doch: Couch-Potatoes bleiben sitzen. Aber wenn die “Lidl” hören, ist der Spot schon vorbei.
Ich habe nicht die Fernsehwerbung als solche aufspießt, sondern die Machart des Lidl-Spots.
Ertappt!!!
Genau so wie oben beschrieben ging es mir gestern um 20:13 Uhr. Per Zeitungsbeilage wurde ich vorab schon dran drauf vorbereitet: “…am Sonntag auf allen wichtigen privaten Sendern” Und trotzdem hab ich die Werbung nur halb mitbekommen (mehr gehört als gesehen) und musste am Ende feststellen: “Das war sie ja, die Lidl-Werbung. Was ich mitbekommen habe, hat mir gefallen”
Bleibt nur zu hoffen, dass eine Regelmäßigkeit des Spots den gewünschten Erfolg bringt.
Auch interessant fand ich den Spot von Admiraldirekt. Den muss man sich mal ohne Ton anschauen. Man hat bei einem audiovisuellem Medium völlig auf die Zurschaustellung von sinngebenden visuellen Informationen verzichtet.
http://www.clipfish.de/video/1419755
(Einfach mal ohne Ton anschauen)
gruß, Frank