Karriere-Killer Google und die “Human Brand”
Man kann es vermutlich nicht oft genug sagen, die Spuren, die man im Web hinterlässt, die Bilder bei Flickr oder in Communities wie StudiVZ können sehr schnell das Bild einer Online-Identität erzeugen, die einem alles andere als genehm ist. Insbesondere, wenn man sich um einen Job bewirbt und Personalberater nach den Hinterlassenschaften des Bewerbers im Web suchen.
Da braucht es nicht einmal einen großen Namen und Fremdes Zutun, um wie Vizepräsidenschaftskandidatin Palin plötzlich als klickbare Witzfigur dazustehen. Die in Bierlaune bei StudiVZ eingestellten Prosit-Bilder von Otto-Normalverbraucher reichen schon, um manch eine Bild zu erzeugen, dass man im Vorstellungsgespräch eigentlich nicht vermitteln möchte.
“Karrierefalle Internet” titelt denn auch PR-Blogger Klaus Eck in einem neuen Buch, in dem er die Quellen der Online-Identität untersucht, Gefahren des Online-Prangers beschreibt und Werkzeuge für das bessere Image im Web vorstellt. Wenn man den rund 250 Seiten einen Vorwurf machen kann, dann den, dass der Titel ein Stück weit Etikettenschwindel ist.
Denn Eck widmet sich nicht nur der digitalen Reputation des Normalusers, der vielleicht bei Wer-kennt-wen oder in einem Blog-Kommentar Spuren hinterlässt und nur die Karriere im Kopf hat. Für jene genügen vermutlich die kurzen Merksätze des Buches und die eingestreuten Checklisten.
Eck definiert Karriere großzügiger und liefert darüber hinaus vor allem eine umfassende Einordnung der Quellen digitaler Reputation für Manager und Marken und zeigt dabei zugleich auf, wie Unternehmen, Personen und Dienstleister Social Media für die Wahrnehmung der eigenen Marke einsetzen können. Das geschieht derart umfassend und kompetent, dass auch meinereiner darin durchaus noch neue Elemente für das Social-Media-Management entdeckt. Auch wenn das Werk sich weniger an Digital Natives richtet, die etliche Selbstverständlichkeiten lesen dürften.
Das Buch ist vor allem für jene Pflichtlektüre, die einen praktischen und nachvollziehbaren Einstieg in die Social-Media-Sphäre suchen, um ihre Marke oder die “Human Brand” (den Marketing-Slang kann Eck sich nicht ganz verkneifen) im Web 2.0 auf Vordermann zu bringen und Xing bislang eher für ein besseres Telefonbuch gehalten haben.
“Karrierefalle Internet” bleibt nämlich nicht auf einer deskriptiven Meta-Ebene stehen, sondern liefert nutzwertige Handreichungen für den Einsatz und Nutzen der jeweiligen Tools. Er erspart dem Leser dabei auch – zu recht – nicht das Klein-Klein, das zur Optimierung der eigenen Web-Existenz nötig ist. Damit, und das ist eine der Stärken des Buches, kann auch ein Internetuser, der bislang nicht über die Nutzung der Google-Suche hinausgekommen ist, relativ leicht seine Zelte im globalen Dorf aufschlagen und seine Duftmarken bei den Social Media-Diensten setzen.
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muss ich 250 seiten lesen um mir darüber im klaren zu sein?
entweder sie wollen mich als typen oder ich mach lieber mein eigenes ding.
Gibt’s denn auch schlaue Tipps, wie ich mich meiner unrühmlichen wwwergangenheit entledigen kann? Nicht das ICH eine hätte…