360 Grad Obama
Quer durch die Medien- und Webwelt wird Barack Obama für seinen 30minütigen Werbefilm im US-TV zur besten Sendezeit gefeiert, um dann wenig später an seine geschickte Art zu erinnern, wie er das Internet für sich und seine Kampagne einsetzt. Ein Aspekt bleibt aber in der Begeisterung für das Infomercial, das ansprechende Pathos, das menschlich wirkende Understatement und die perfekt inszenierten Bilder ungesagt.
Denn trotz des geschickten Umgangs von Obama mit Social Media und auch bei allem damit einhergehenden Erfolg bei der Aktivierung von Multiplikatoren, zählt auch für den Präsidentschaftskandidaten 2.0 die Lufthoheit im TV. Ohne die Reichweite von TV-Werbung, ohne die Zielgruppe der Couch Potatoes kommt auch das “Produkt” Barack Obama nicht aus. (Über 26 Millionen Zuschauer sahen den Spot im TV).
Das ungewöhnliche Format verschafft zusätzlich Aufmerksamkeit, PR-Effekt in den Medien inklusive.
Es würde deshalb zu kurz greifen, wann man Obama künftig einseitig zum Zeugen eines “Change” zur Social-Media-Kommunikation als allein glückseligmachende Werbewelt macht. Er ist vielmehr der Kronzeuge für eine vernetzte Kommunikation über alle Kanäle.
Nicht Web oder TV muss daher die Antwort auf die Frage “Wo werben” lauten. Ein kräftiges “Sowohl als auch” ist gefragt. Es kommt eben zunächst auf die Botschaft, auf die Idee an. Und die muss dann zum jeweiligen Kanal und Empfänger passen. Die Kanäle selbst aber, gleichgültig ob Web, Radio, Print oder TV, werden sich noch flexibler auf die Bedürfnisse kreativ dargestellter Präsenz einstellen müssen.
Flexibilität, die gerade auch von den traditionellen Medien gefragt. Denn in Sachen Schnelligkeit und Anpassungsfähigkeit ist das Web nahezu unschlagbar. Es kann selbst mit kleinen Ideen große Wirkung und Reichweite erzeugen, wie ein individualisierbarer Clip belegt, der neun Millionen Mal versendet wurde. Botschaft: Jede Stimme zählt. Die Antikriegsbewegung Moveon.org hat dafür ein personalisierbares Video kreiert, zu sehen auf dem Fake-Kanal CNNBC, das eine Wahlniederlage Obamas mit nur einer Stimme als TV-Nachricht zeigt: “Obama hat verloren und DU bist Schuld!” Dazu kann man den Namen von Freunden in das Video einbinden und so per Mail eine persönliche Botschaft kreieren.



















Hier wird das Web gekonnt ausgenutzt als Werbeplattform für Obama. Mittlerweile lauten alle Prognosen auf einen eindeutigen Sieg von Obama am Sonntag, obs an dem Video gelegen hat – vielleicht mit?
nice vote-soaping ~ obama for president!