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Ein Brief von Obama

1. November 2008
von Olaf Kolbrück

Es ist die Botschaft, nicht der Kanal – vielleicht ist das wirklich die wichtigste – und eigentlich doch so altbekannte Erkenntnis aus dem Wahlkampf von Barack Obama. Es ist eine etwas rührige und auch vielleicht rührselige Geschichte um den US-Präsidentschaftskandidaten und einen kleinen siebenjährigen Jungen, die das belegt. Eine Geschichte, die zeigt, das Obama und vor allem sein Team es verstehen, die gesamte Klaviatur der Kommunikation zu spielen und zu nutzen. Auch die ganz, ganz klassische Taste: den Brief.

Die Story: Aron, 7, aus West Hartford, bekam nämlich Post vom Präsidenten in Spe. Zusammen mit Schülern seiner Klasse hatte er vor einigen Wochen Briefe als Sprachübung geschrieben, dazu die Kinderbuch-Figur “Flat Stanley” gebastelt und das ganze dann an Prominente verschickt. Mit dabei: Nancy Pelosi, Sprecherin des Repräsentantenhauses, Goldschwimmer Mark Spitz und Präsidentschaftskandidat John McCain.

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Die Reaktionen auf solche Briefe kennt man ja in der Regel. Null Antwort, mit etwas Glück eine Autogrammkarte. Tatsächlich gab auf die Briefe auch keine Resonanz: Bis auf Obama.

Der schickte nach einiger Zeit einen 3 Seiten langen Brief in dem er unter anderem beschreibt, wie er gerade mit eben diesem “Flat Stanley” von Aron durch die Gegend tourt. Darunter wohl auch ein wenig PR gemengt. Vor allem aber personifizierter Inhalt, der nicht mit der F5-Taste erstellt wurde.

So schreibt Obama im Brief über seine Erlebnisse mit “Flat Stanley”: “Sometimes I get a little nervous before talking in front of a crowd, but Flat Stanley helped me practice the speech. He made me recite it in front of him and then even gave me some advice so the speech would go smoothly. Flat Stanley is really a great coach.”

Die herzerwärmende Geschichte klingt wie ein gut inszenierter und orchestrierter PR-Stunt. Andererseits hat auch McCain Post bekommen und nicht reagiert. Obama und seine auf Dialog getrimmten PR-Berater haben schlicht die Kreativität zu sehen, dass dies ein einladender Weg war, um ihre Botschaft vom menschennahen Kümmerer Obama rüberzubringen. Den möglichen PR-Effekt, zumindest in der regionalen Presse haben sie damit einkalkuliert und wohl auch, dass eine solche Botschaft in den Zeiten des Web ein paar kleinere Kreise zieht. Dass nicht Obama, sondern ein einfühlsamer Werbetexter den Brief verpasst haben dürfte, schmälert den Effekt nicht.
Man muss sich nur einmal die Kommentare in diversen Foren durchlesen, um zu sehen, dass die Botschaft ankommt.

Vielleicht, und die so perfekt orchestrierte Maschine lässt mich weiter an der wahren Statur von Obama zweifeln, läuft der Fluss der Botschaften auch deshalb so reibungslos, weil Obama eine ideale Projektionsfläche für die Wünsche der Menschen darstellt und ihm die jeweils vom Empfänger erhoffte Botschaft mühelos angeheftet werden kann.

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Kommentare zu “ Ein Brief von Obama ”

  1. meistermochi am 3. November 2008 um 23:33 Uhr

    zum letzten absatz: selbst wenn! es ist die zeit für sowas. wir werden siegen! ich freu mich wie bolle…!

  2. Jenny am 22. Januar 2009 um 13:22 Uhr

    Ohje.. ich hoffe das Obama was für die Menschen tut. Busch war ja sehr böse zu den Menschen. Ich hoffe das Menschen rechte mehr gelten. was wird die zukunft bringen hmm. liebe grüße Jenny

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