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Die “Generation We”

3. November 2008
von Olaf Kolbrück

yes.jpgDas Web erzeugt gegenwärtig eine eigenartige neue Generation, die sich auch in den Wahlslogans eines Barack Obama “Yes we can” oder den Auftritten eines Al Gore manifestiert: Die Generation “We”.

Schon das Cluetrain Manifest machte das “Wir” des Internet ja zur starken Waffen in den Märkten, einer vernetzten Masse, die sich ihrer Macht bewusst wird und auch ihrer nutzenstiftenden Macht bewusst wird:. “Wir wachen gerade auf und verbinden uns miteinander. Wir schauen, aber wir warten nicht”.

Allmählich, aus den ersten Woodstock-Träumen erwacht und angesichts der Finanzkrise vom Gedanken abgelenkt, dass das Web 2.0 nur zum Geld verdienen da ist, formiert sich sich der Gedanke selbst bei den Web 2.0-Evangelisten, dass man mit dem Internet nun auch zur Abwechslung mal die Erde retten könnte. Damit kann man dan ja immer noch Geld verdienen. Zurück zum Karma-Kapitalismus und dem Web 2.0 für eine bessere Welt?

Im Kern aber geht es weiter um die Macht, die von den einen gefürchtet (Unternehmen), anderen begrüsst (Sebastian Turner: Der Verbraucher kann gar nicht genug Macht haben) und wieder anderen (Barack Obama) aggregriert wird.

Obama ist auf der einen Seite vielleicht eine Personifizierung dieses “We”, die Masse selbst in ihren unterschiedlichsten Aggregatzustanden und Vernetzungsgraden im Web ein Ausdruck der hollowayschen Theorie vom wütenden Schrei des Einzelnen.

“Die Welt verändern, ohne die Macht zu übernehmen”, das könnte man mit John Holloway sagen, ist der Kernanspruch dieses “We”, dass sich mit kreativer Macht gegen die Verkrustungen stellt.

Die “Generation We” ist also schon da, angekommen auf eigener Website und als Buchprodukt, zuversichtlicher als noch meine Generation X, und erweckt den Eindruck, als sei nach dem “Ich,ich,ich“-Getöse nun einmal die Zeit für ein wenig Idealismus und Altruismus gekommen.

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Kommentare zu “ Die “Generation We” ”

  1. Martin Oetting am 3. November 2008 um 17:25 Uhr

    Aye aye. Eine wunderbare Replik zum bornierten Andrew Keen.

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ivw