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Obama und der Siegeszug des Web 2.0

5. November 2008
von Olaf Kolbrück

Der Sieg von Barack Obama ist auch ein Sieg des Web 2.0.
Das TV konnte im Wahlkampf durchaus seine Qualitäten für Emotionen und Image unter Beweis stellten. Beispielsweise im 30-minütigen Infomercial, das Barack Obama unter anderem in einem Raum platzierte, der geschickt an das Oval Office erinnerte und ihn schon als Präsident erscheinen ließ. Das Web dagegen belegte seine Stärke in der Mobilisierung, die sich auch in der hohen Wahlbeteiligung zeigt. Unter anderem eine Folge der Kampagnen rund um das Thema „One Vote“. Das dürfte künftig auch eine Blaupause für Marken sein. TV für das Image. Das Web, Social Media für den Absatz.

Wenn sie denn, und auch dies zeigt das Beispiel Obama, die Kommunikation von Social Networks bis Twitter überzeugt und nicht nur halbherzig betreiben.
Twitterer jklekse hat denn auch recht, wenn er in 140 Zeichen formuliert: „Eine gute zeit, um in social media zu arbeiten, wenn der best-pratice-case von allen tv-schirmen filmmert“.

Das Geheimnis des Erfolgs: “Obamas Leute haben verstanden, dass die Anhänger die Botschaften selbst verbreiten, wenn sie auf den unterschiedlichen Plattformen zur Verfügung stehen”. (Lesenswerter Artikel über die online-Hilfen des vernetzten Kandidaten. via) So entstehen Botschaften, wie das “Yes we can“-Video, die ohne offiziellen Auftrag entstanden sind.

Denn Wahlkampf zeigt zugleich die Stärke der kollaborativen Elemente des Web und die Kraft der „Generation We“. Sie kann die Welt verändern, sie kann den Markt verändern. In einem Ausmaß, dass sich Verlage in zehn Jahren womöglich nicht mehr fragen, ob Print tot ist, sondern inwieweit es überhaupt noch Verlage braucht. Genauso wie sich Markenhersteller in zehn Jahren nicht mehr fragen werden, ob sie mit dem Konsumenten reden sollen, sondern den Kunden fragen müssen, ob er noch mit ihnen reden will.

Spannend wird unterdessen die Frage, ob und in welcher Form Obama Dialog und Partizipation auch als Präsident durchhalten wird. Mit Blick auf die „Generation We“ wird er es müssen. Tatsächlich hat Obama ja Pläne, Gesetzesvorhaben vorab im Netz kommentieren und diskutieren zu lassen. Eine Art Governement-Blog dürfte ein erster Schritt sein, die Aggregierung des politischen Willens einer digitalen Gesellschaft auf das Web zu verlagern. Sozusagen „From Campaign 2.0 to White House 2.0“.

Ich bin übrigens gestern trotz aller Begeisterung für den Web-Wahlkampf zeitig ins Bett gegangen. Der Ausgang war mir klar. Allein schon bei Twitter und dem wunderbaren Tool Election2008, das sekündlich Eindrücke und Stimmen lieferte, war der Sieg von Barack Obama nahezu körperlich spürbar.

Ich bin sicher, das der Microblogging-Dienst auch bei der Wahl in Deutschland ein wichtiges und lebendiges Barometer sein wird. Dort wird sich eine Menge Resonanz abspielen und für deutsche Massstäbe dürfte dann bei der Wahl ebensoviel getwittert werden. Nico Lumma glaubt nicht dran und erwartet, dass im “September 2009 in D nur halb so viel zur Wahl getwittert wird wie jetzt”. Ich wette dagegen. Allein schon, weil bis zum Herbst Twitter noch eine höhere Verbreitung erreichen wird und die eigene Betroffenheit beim deutschen Wahlkampf größer ist. Gleichgültig wie verschnarcht die Parteien selbst im Web auftreten. Sollte ich verlieren, werde ich meine Wettschuld einlösen – bei Starbucks natürlich.

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Kommentare zu “ Obama und der Siegeszug des Web 2.0 ”

  1. meistermochi am 5. November 2008 um 10:34 Uhr

    [...]Kalifornien gewonnen, Rest ist eh klar, Obama ist Präsident.
    Und wir waren[...]

  2. Nico am 5. November 2008 um 11:02 Uhr

    ich würde mich freuen, wenn Du die Wette gewinnst. :)

  3. clemens lerche am 5. November 2008 um 17:38 Uhr

    Danke für die verlinkung meines artikels “…white house 2.0″. da die debatte zum thema bereits weitergeht, habe ich den artikel am ende mit neuen interessanten links ergänzt. ich werde gespannt den ausgang der wette beobachten und natürlich zu deinen gunsten beeinflussen, sorry Nico ;-)

  4. Ramón am 5. November 2008 um 18:14 Uhr

    Schöner Artikel. Hatte heute morgen eigentlich auch auf diesen verlinkt, aber irgendwie ist mein Blog nicht bei Trackback/Pings zu sehen. Bin ich in der Spamqueue gelandet?

  5. admin am 5. November 2008 um 18:42 Uhr

    @ramon,
    ne ist nirgends im filter gelandet, wahrscheinlich im digitalen äther verlorenen gegangen

  6. Gernot am 5. November 2008 um 20:55 Uhr

    Wie verschnarcht die Parteien in Deutschland sind, hat netzpolitik mittlerweile in zwei Kurzstudien untersucht: http://netzpolitik.org/2008/2-.....utschland/

  7. Lupe, der Satire-Blog am 5. November 2008 um 21:54 Uhr

    obama hat seine spendengelder via web 2.0 hereingeholt. die wahlen hat er im real life gewonnen. tv, medien, kino.

    apropos kino: der eigentliche siegermacher war die us-tv-staffel “24″. sie hat in den letzten 6 jahren einen schwarzen us-präsidenten erst vorstellbar gemacht. 5 jahre lang war der us-präsi in der staffel um den agenten jack bauer schwarz, sympathisch und integer. der einzige weisse zwischendurch war korrupt, schwach und ein versager.

  8. renoip am 6. November 2008 um 00:26 Uhr
  9. Roland Kopp-Wichmann am 6. November 2008 um 08:28 Uhr

    Habe zu dem Thema auch einen Blogartikel geschrieben: “Was männliche Fuehrungskräfte von Obama lernen können.” http://tinyurl.com/6×9sbd

  10. Rio R. am 6. November 2008 um 10:42 Uhr

    Das Buch, dass Du kürzlich auch vorgestellt hattest von Kerstin Plehwe (habe ich mir übrigens auf Deinen Bericht hin gekauft), behandelt eigentlich auch genau das Thema: Wie Obama mit modernen Wahlkampfstrategien über das Web zum Erfolg kam und was die deutschen Politiker davon so alles lernen könn(t)en: http://prodialog.org/content/p.....cher/obama

  11. anthoney am 20. Januar 2009 um 23:56 Uhr

    Welcome!
    Mr President!!!

  12. xyz am 4. Juni 2009 um 11:14 Uhr

    Fragen die ich Obama stellen würde
    Nehmen wir mal an, ich würde von Barrack Obama bei seinem bevorstehenden Deutschlandbesuch ein Interview bekommen, dann würde ich ihm folgende Fragen stellen:

    1. Sie haben den Krieg in Afghanistan ausweitet, 17′000 zusätzliche Truppen dort hin befohlen und sogar kurz nach ihrer Amtseinführung angefangen Pakistan zu bombardieren, bei dem viele unschuldige Zivilisten getötet werden und 2 Millionen auf der Flucht sind. Warum halten sie nicht ihr Versprechen die Kriege zu beenden, mit dem sie aber gewählt worden sind, und machen genau das Gegenteil und weiten die Krieg aus?

    2. Die Taliban haben vorher gegen die Sowjets als Invasoren gekämpft (mit Unterstützung, Finanzierung und Ausbildung der CIA) und seit 2001 gegen die Amerikaner die ins Land eindrangen. Die Taliban haben noch nie einen Terrorangriff irgendwo auf der Welt durchgeführt. Wieso wird die Taliban von Amerika dann als Bedrohung angesehen und in Afghanistan, und jetzt neu auch in Pakistan bekämpft, wo doch noch nie ein Mitglied der Taliban ausserhalb dieser Länder jemals einem amerikanischen Bürger ein Haar gekrümmt hat?

    3. Wieso benutzen sie immer noch die Ausrede für den Krieg in Afghanistan und jetzt Pakistan, Bin Laden hat uns am 11. September angegriffen, wenn ihr Justizministerium Bin Laden in den letzten acht Jahren nicht wegen 9/11 angeklagt hat, kein Strafverfahren deswegen gegen ihn eingeleitet hat und die FBI ihn auch nicht deswegen sucht, weil sie laut eigenen Aussagen keine Beweise haben um ihn mit 9/11 als Täter in Verbindung zu bringen?

    4. Wieso sagen sie überhaupt, wir sind hinter Bin Laden her, der laut ihrer Behauptung nach Pakistan geflüchtet ist, und müssen deshalb die Taliban dort bekämpfen, wenn Bin Laden gar kein Taliban ist, sondern ein Saudi Araber und angeblicher Führer der Al-Kaida?

    5. Wieso verfolgen sie überhaupt Bin Laden, wenn doch ihre eigenen Geheimdienste wissen, Bin Laden ist seit Dezember 2001 tot?

    6. Wieso behaupten sie genau wie Bush, Al-Kaida ist eine Terrororganisation die Amerika bedroht, wo es doch die Al-Kaida nachweislich gar nicht gibt, sondern dieser Name von der CIA nur für eine Datenbank verwendet wurde, in dem die Namen der Mudjahedin standen, die für Amerika gegen die Sowjets in Afghanistan gekämpft haben? Al-Kaida bedeutet nämlich auf Arabisch “Die Basis”, aber in diesem Zusammenhang bedeutet es „Die Datenbank“.

    7. Dick Cheney hat gerade zugegeben, dass es keine Verbindung zwischen Saddam Hussein und Al-Kaida und dem Angriff vom 11. September gegeben hat, dass die Bush-Regierung darüber gelogen hat, was aber neben den nicht existierenden Massenvernichtungswaffen einer der Hauptargumente war um den Irak anzugreifen. Demnach war die Invasion des Irak und der Sturz der amtierenden Regierung durch Amerika illegal und ein Völkerrechtsbruch. Wieso verhaftet dann nicht ihr Justizminister die Mitglieder ihrer Vorgängerregierung, Bush und Cheney, und stellt sie wegen Kriegsverbrechen, führen eines Angriffskrieges und Völkermord vor ein Gericht?

    8. Wieso leiten sie nicht eine neue Untersuchung in die Ereignisse des 11. September ein, wenn so viele Indizien und Beweise darauf hindeuten, so wie es ihre Vorgängerregierung erzählt hat ist es niemals abgelaufen, Bin Laden und seine 19 Helfer waren nicht die Täter, die Untersuchungskommission hat gar nichts untersucht, sondern war nur eine Vertuschungs- und Weisswaschaktion. Wieso wollen sie nicht wissen wer wirklich fast 3′000 ihrer Landsleute ermordet hat?

    9. Wie ist es möglich, dass die „einzige Supermacht der Welt“ sich durch Staaten wie Irak und Afghanistan überhaupt bedroht fühlt und seit sechs bzw. acht Jahren einen Krieg gegen die Bevölkerung dieser Länder führt? Wie kann die USA überhaupt eine Supermacht sein, wenn sie nicht mal mit diesen kleinen Ländern fertig wird, die nur einen zerlumpten Haufen Freischärler mit Kalaschnikows haben, welche die Invasoren abwehren?

    10. Wieso schafft es die Supermacht Amerika nicht in den sechs langen Jahren in dem sie die Kontrolle über den Irak als Besatzer hat, das Land wieder aufzubauen, der Bevölkerung dort ein menschenwürdiges Leben wieder zu ermöglichen, die Infrastruktur wieder herzurichten, Strom, Wasser, Lebensmittel, Schulen, Krankenversorgung und Arbeitsplätze zu geben? Das Land ist immer noch völlig im Chaos, alles ist zerstört und nichts funktioniert. Präsident Bush hatte doch den Krieg und den „Regime-Change“ damit begründet, den Irakern würde es besser als unter Saddam Hussein gehen.

    11. Wie ist es möglich, dass der Kongress auf Antrag ihrer Regierung $61 Milliarden für den Krieg in Irak und $65 Milliarden für den Krieg in Afghanistan ohne Widerspruch gerade genehmigt hat, aber der selbe Kongress nicht einen Cent für die notleidenden Eigenheimbesitzer die ihre Hypotheken nicht zahlen können und ihre Häuser deshalb verlieren werden, und auch nichts für ein generelle bezahlbare Krankenversicherung für alle Amerikaner ausgibt?

    12. Wie können sie diese $126 Milliarden für die Kriege, plus die $533 Milliarden reguläres Verteidigungsbudget für dieses Jahr überhaupt rechtfertigen, mehr als die Militärausgaben alle anderen Staaten der Welt zusammen und zehnmal mehr als zum Beispiel China für die Verteidigung ausgibt, aber sie sind nicht bereit den eigenen Bundesstaaten wie Kalifornien zu helfen, die völlig Bankrott sind, ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen können und die Staatsbediensteten nicht mehr bezahlen?

    13. Wieso geben sie Unsummen für Kriege und für die Stationierung amerikanischer Truppen in 130 Ländern der Erde aus, verhalten sich wie eine imperialistische Macht die immer mehr Gebiete erobern will, haben aber kein Geld für Sozialprogramme und Ausbildung, lassen die Menschen immer mehr verarmen, und vernachlässigen völlig die Infrastruktur des Landes?

    14. Wieso gehen sie nicht der Hauptursache der Finanzkrise nach, nämlich die Aufhebung des Glass-Steagall Act durch Ex-Fed-Chef Greenspan und Präsident Clinton im Jahre 1999, wodurch die Trennung von Investmentbanken und Geschäftsbanken aufgehoben wurde, was als Lehre aus der letzten Weltwirtschaftskrise im Jahre 1932 eingeführt wurde, und stellen das Gesetz wieder in Kraft? Durch die Aufhebung wurde den Banken ja die wilde Spekulation und Schaffung der Finanzblasen erst wieder ermöglicht, welche die Überschuldungskrise verursachte.

    15. Wieso beheben sie nicht überhaupt die Ursache der Krise und lösen die Zentralbank Fed endlich auf, die von niemanden kontrolliert wird und gegenüber niemanden Rechenschaft schuldig ist. Wieso muss der amerikanische Staat sich das Geld von einer privaten Institution wie die Fed leihen und an Privatbanker Zinsen dafür zahlen, wenn der Staat in seinem Hoheitsrecht den Dollar selber herausgeben könnte, so wie es vor der Gründung der Fed 1913 war?

    16. Wie können sie die 60 Billionen Dollar Schulden, die der amerikanische Staat angehäuft hat, zu dem auch sie einen Teil in ihrer bisherigen Amtszeit beigetragen haben, überhaupt gegenüber den Nachfolgegeneration rechtfertigen, die diese als Hypothek ab Geburt tragen werden? Wie soll der amerikanische Staat diese astronomische Summe jemals auch nur zum Teil zurückzahlen? Alleine die Zinsen dafür verschlingen schon fast die ganzen Steuereinnahmen.

    17. Wieso haben sie ausschliesslich für ihre Regierung und im Beraterstab nur Leute aus der Wall Street ausgewählt, aus dem Finanzsektor, aus der ehemaligen Clinton-Regierung, die zum Grossteil sogar an der Wirtschaftskrise schuld sind, statt unabhängige Experten, welche die Probleme eher lösen können?

    18. Wieso halten sie ihr Wahlversprechen nicht ein und schliessen sofort das Gefangenenlager in Guantanamo auf Kuba? Wieso haben sie als erste Amtshandlung der CIA weiter erlaubt, die Rendition-Flüge, also die Entführung von “Terrorverdächtigen” und Verschleppung in Geheimgefängnisse, weiter zu betreiben? Wieso verurteilen sie nicht die Folter von Gefangegen und warum verheimlichen und unterdrücken sie die Veröffentlichung der Fotos vom Abu-Ghuraib-Folterskandal?

    19. Waren sie letztes Jahr beim Bilderberg-Meeting in Chantilly Virginia dabei, und wenn ja, was haben sie dort gemacht?

    20. Sie sind von der Ausbildung her Jurist und waren Abgeordneter. Wieso sind sie überhaupt der Meinung das Amt des Präsidenten ausüben zu können, der grössten Herausforderung überhaupt, wenn sie in ihrem Leben noch nie irgendeine Führungsaufgabe inne hatten, weder eine Firma, ein Dorf, eine Stadt, noch einen Bundesstaat geleitet haben? Woher kommt ihre Qualifikation das „mächtigste Land der Welt“ führen und alle überwältigenden Probleme Amerikas lösen zu können?

    21. Und meine letzte Frage, wieso sind nach mehr als 60 Jahren immer noch 73′000 US-Besatzungssoldaten in Deutschland stationiert? Für was sind die noch da? Wann gedenken sie diese endlich abzuziehen?

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