HORIZONT.net HORIZONTjobs HORIZONTstats

Spießer Alfons: Werbung und Zielgruppe

11. November 2008
von

singstar.jpgFolgende Mail erreichte den Spießer: “Lieber Spießer, zum einen hier ein kleiner Link zu einem netten Spot, den ich weitergeben wollte. Ich finde, er greift die üblichen Videospielklischees interessant auf und schafft es, mit einem netten ‘Twist’ seine Message rüberzubringen. Hier der Link: Singstar.

Und zum anderen wollte ich diese Gelegenheit mal nutzen ein dickes DANKE loszuwerden. Seit den w&v-Zeiten (als ich 14 war und Du mein Interesse für Werbung mal nicht aus reiner Sicht eines Konsumenten geweckt hat) hast Du es geschafft, immer wieder interessante Einsichten aus der Werbung rüberzubringen — inzwischen in der optimalen Form eines Blogs. In diesem Sinne: vielen Dank und weiter so :) Viele Grüße! Chris”

Antwort von Spießer Alfons: Lieber Chris, danke schön für Mail, Spot und Lob! Der Spot ist aus meiner Sicht nur eingeschränkt gut. Würde er sich allein an Erwachsene — sprich Eltern — richten, dann wäre er sehr gut. Aber er verkauft mit Gewaltszenen ein Produkt für und (möglicherweise) an Kinder. Und wenn so ein kleines Mädchen diese Horror-Typen sieht, die sich totschießen, dann träumt das Kind in der Nacht davon. Was ja auch schon am Gesichtsausdruck des Mädchens deutlich ablesbar ist.

Spießiges Fazit: Auch die beste Werbung kann schlecht sein, wenn sie sich an die falsche Zielgruppe richtet.

Facebook und Co: Teilen und aufbewahren Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Facebook
  • TwitThis
  • LinkedIn
  • del.icio.us
  • email
  • MisterWong
  • Y!GG

Ähnliche Artikel

Tags: , , , ,

Kommentare zu “ Spießer Alfons: Werbung und Zielgruppe ”

  1. Frank am 11. November 2008 um 10:29 Uhr

    Wo er recht hat, da hat er recht, der Spießer Alfons.

    gruß

  2. Chris am 11. November 2008 um 10:43 Uhr

    Prinzipiell stimme ich dir zu, aber ich glaube dieser Spot (ich habe keine Ahnung wie er plaziert wird) richtet sich vor allem an die Zielgruppe (junger?) Erwachsener und benutzt das kleine Mädchen nur als “plot device”. Die Message ist meiner Meinung nach vor allem “Wenn du Spiele kaufst, suche auch ja das Richtige aus – wir haben die nötige Auswahl dafür.” und richtet sich damit eher an die Eltern, als an das kleine Mädchen.

    Würde jedenfalls zur Änderung in der Ausrichtung der Branche passen, schon seit einiger Zeit richtet man sich gezielt an Erwachsene, die wohl der vielversprechendere Markt sind als taschengeldfinanzierende Kiddies (siehe Dr. Kawashima’s Gehirn Jogging, Wii Fit und lauter solche Lifestyle-Sachen).

  3. Ex M am 11. November 2008 um 11:29 Uhr

    @ Chris

    Wo du recht hast, hast du recht. Ich zähle mich zur Zielgruppe, habe Singstar zu Hause und finde den Spot saulustig.
    Ich vermute auch mal, dass der nicht groß im TV läuft, wo ihn dann aus Versehen die kleinen Mädchen sehen könnten, sondern eher auf virale Verbreitung ausgerichtet ist.

  4. Jander am 11. November 2008 um 12:15 Uhr

    Das junge Mädchen kauft sich Singstar nicht bei bol. Zielgruppe sind aus meiner Sicht erwachsene Zocker, die entweder ein Kind oder eine Freundin haben, die deren Konsole ab und zu mitbenutzen. Wie Chris geschrieben hat (und stand da nicht was in der Erklärung bei den Spots) geht es doch hier darum, zu zeigen, dass bol sowohl die neusten Ballerspiele als auch kindertaugliches Singstar und Konsorten im Angebot hat. Und diese Message bringt er doch auch amüsant rüber….

  5. Taline am 11. November 2008 um 12:25 Uhr

    Ich kann mir nicht helfen, aber dieser Spot kommt mir von der Grundidee und im Zusammenhang mit Singstar dermaßen bekannt vor… Gab es sowas schonmal (mit einem anderen Ballerspiel) bei der Einführung von Singstar oder so?

    Was die Zielgruppe angeht kann ich mich Jander nur anschließen, der Spot wird wohl kaum im Fernsehen gezeigt und deswegen auch wenig kleine Kinder erreichen. Außerdem ist Singstar nicht mal ein Spiel, dass sich ausschließlich an Kinder richtet, Jugendliche wie auch Erwachsene gehören allein für dieses Spiel auch zur Zielgruppe.

  6. Surrounder am 11. November 2008 um 14:42 Uhr

    Bin ich Zielgruppe? Aber spiele zwar nicht oft, aber ich zähle mich mal dazu. Mir gefällt es. Den Gamern wird’s auch gefallen.

  7. Vroni am 11. November 2008 um 15:09 Uhr

    Hab mich scheckich gelacht. Und ich bin KEIN Gamer, aber sofort kapiert.

    Zu den Zielgruppenbedenken:
    Wir vergessen immer wieder, dass gerade Märchen sehr grausam sind und voller Archetypen. Das soll brutale Games nicht beschönigen, die beängstigend realistisch dargestellt sind (und Märchen meist eher vorgelesen werden oder als romantisches Filmbonbon verpackt sind…) aber sollte in Erinnerung gerufen werden. In Märchen werden Bäuche aufgeschlitzt (Rotkäppchen), Giftcocktails gemixt (Schneewittchen) und Menschenfleisch gegessen (Hänsel und Gretel). So ist das :-)

  8. Spießer Alfons am 11. November 2008 um 15:29 Uhr

    @ Vroni

    Obwohl Du meine Lieblings-Kommentatorin bist, muss ich Dir sagen, dass Du offensichtlich meilenweit von Deiner märchenhaften Kindheit entfernt bist ;)

    Also: Bei Rotkäppchen hat (Grimmsche Version) ein Baucheingriff beim Wolf stattgefunden, bei dem die liebe Großmutter gerettet worden ist. Bei Schneewittchen, war es ein von der Chemie behandelter Apfel, der die Königstochter lediglich in einen Tiefschlaf versetzt hat. Bei Hänsel und Gretel wurde nach meiner Erinnerung gar kein Menschenfleisch gegessen.

    Im Video von singstar wird dagegen ein gruseliges Monster vor den Augen eines kleinen Kindes erschossen, was ja im Grunde auch gut ist, denn Monster sind böse. Das eigentlich Dramatische an der ganzen Geschichte ist: Wie willst Du denn jetzt “scheckich” durchs Leben gehen…? :)

  9. Vroni am 11. November 2008 um 16:41 Uhr

    @ Spießer

    Dochdoch. Die Hexe will den Hänsel fressen und mästet ihn. So gruselich wie ein Kannibalenfilm allemal.

    Next:
    Ok, dann lach ich mich das nächste Mal einfach nur schlapp.

  10. Spießer Alfons am 11. November 2008 um 19:36 Uhr

    @ Vroni

    Das eine, was man will, das andere, was man tut. Und die Hexe wollte, tat es aber nicht! Genauso wie ich auch vieles will und nicht tue. ;( Und dafür kann man auch nicht belangt werden.

  11. Chris am 11. November 2008 um 20:35 Uhr

    @Spießer

    Noch nicht, kann aber nicht mehr lange dauern, bei dem Tempo, dass die Briten z.B. vorlegen. *g*

  12. Vroni am 11. November 2008 um 21:14 Uhr

    Spießer, die Hexe war gerichtsnotorisch bekannte Kannibaleuse:
    “Sie war eine böse und garstige Hexe, welche die Kinder fraß, die sie durch ihr Brot- und Kuchenhäuslein anlockte, nachdem sie sie erst recht fett gefüttert.” (Bechstein)

    Das Märchen endete trotz des Happy Ends recht brutal: Die Hexe wurde gebraten und schrie lange.

    Immer noch der Meinung, dass das der Geschmackspopelei, ähm -polizei nicht bluttriefend genug ist?
    :-)

  13. Spießer Alfons am 11. November 2008 um 21:18 Uhr

    @ Vroni

    Ich bitte zu entschuldigen, dass ich das Märchen nur von den Gebrüdern Grimm kenne und nicht von Bechstein. Und Bechstein wird, wie Du ja zugeben musst, nur von Euch Erwachsenen gelesen ;) ;) ;)

  14. Klecks am 11. November 2008 um 23:33 Uhr

    Vroni, ich finde es immer wieder “lustig”, wenn jemand einen Missstand kritisiert und ein anderer Jemand (im vorliegenden Fall eine Jemandine) dagegenhält mit dem Argumentt: Es gab und gibt doch schon immer Missstände auf der Welt, da muss man sich doch über einen neuen nicht mehr aufregen!

    Frage: Willst Du wirklich Horrorvideos damit rechtfertigen, dass es Horror in Kindermärchen schon immer gegeben hat? Ich sage Dir: auch Kriege hat es immer schon gegeben!

  15. Dierk am 12. November 2008 um 08:07 Uhr

    Irgendjemandem aufgefallen, dass der Spot genau dieses Thema – ‘Keine Horrorspiele für kleine Kinder’ – aufspießt? Die Diskussion darüber, ob möglicherweise die falschen, hier also kleine Kinder, diesen Spot sehen und erschrecken, ist albern. Es ist niemals auszuschließen, dass die falsche Zielgruppe etwas sieht/hört/liest. Es ist ja nicht einmal auszuschließen, dass von den flaschen Leuten Applaus kommt.

    Dieser Spot bewribt keine Horrorvideos, keine Ego Shooter, ja nicht einmal alberne Karaoke-Spiele. Er bewirbt die Vorweg-Information: ‘Kaufen Sie nicht irgendwas Unpassendes, sehen Sie vorher mal nach, was Sie erwartet.’

    Das ist gut gemeint und gut gemacht.

    PS: Die gleiche Idee mit ähnlicher Ausführung wirbt in D schon seit Monaten dafür, dass Eltern den Medienkonsum ihrer Kinder vernünftig lenken. Im zweiten Schwung sehen wir jetzt lächerliche Erwachsene sich auf Spielplätzen unterhalten [Aktion SCHaU hin].

  16. Vroni am 12. November 2008 um 20:47 Uhr

    Klecks,
    ich will nicht Horrorvideos damit rechtfertigen, sondern die leicht hysterische Sichtweise geraderücken und zu etwas mehr Gelassenheit aufrufen. Nicht relativieren, da fühle ich mich mistverstanden.

    Der Vergleich Märchen mit den Kriegen so ne Sache. Bissi unfair.

    Tatsächlich bin ich der Meinung, das man Kinder ruhig raufenlassen soll und nicht hypereilig auseinanderreißen. Aggression und Kräfte messen gehört zur Entwicklung dazu. Es kann sein, das man mit absoluter Vermeidung erst recht ein unfriedliches Wesen großzieht. Das nicht einmal weiß, dass es dem Tier wehtut, wenn man sich auf die Katze setzt.

ivw