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Klein-Bloggersdorf stirbt aus und die Blogs leben weiter

12. November 2008
von

Der Tod der Blogs ist eine gerne gebrauchte Hypothese der hypochondrischen Blog-Szene. Gerade angesichts der sinkenden Verlinkung der Blogs untereinander, die Robert Basic gerade noch einmal in ein Chart packt. Doch es sind nicht die Blogs, die an Alterschwäche leiden. Sie sind so lebendig wie eh und je. Eher noch lebendiger wie Coups mit Bankhofer und Google Chrome beweisen.

Auf der Intensivstation liegt vielmehr die Blogsosphäre selbst. Klein-Bloggersdorf ist Geschichte.

Die Gemeinsamkeit der Blogs war wahrscheinlich schon immer nur ein Konstrukt auf Basis der Technologie (WordPress und Co). Die Inhalte und Ziele allein bei den Top 50 der Deutschen Blogcharts sind so unterschiedlich wie die Medien am Bahnhofskiosk. Bäckerblume und FAZ haben ja auch nicht wirklich viel gemeinsam.

Auch die Bauweise der Blog-Häuser in Bloggersdorf entwickelt sich zunehmend auseinander. Da gibt es die kleinen Privatvillen eines Nerdcore und die muntere Wohngemeinschaft von Spreeblick. Solche Blogger-Kommunen dürfte auch hierzulande eher noch mehr werden. In den USA sind die Schreibermannschaften unter einem Dach längst der Standard der Top-Blogs und werden auch hierzulande — siehe Carta — zunehmend als Blaupause begriffen.

Gemeinsam ist den Villeneignern und den Mehrfamilienhausbewohnern nur noch das Bekenntnis zum subjektiven Stil, zur meinungsfreudigen Auseinandersetzung. Gleichzeitig entwickeln sie sich über Kongresse und als in den klassischen Medien gern vorgeführte Speerspitze zum architektonischen Mainstream mit ökonomischen Hinterhöfen.

Je intensiver sich die einzelnen Blogs dabei ihren Inhalten widmen, desto weniger wird nach rechts und links geschaut. Trotz morgendlicher Link-Darbietungen in einzelnen Blogs.
Die Vernetzung selbst hat sich ohnehin längst verlagert auf Social Networks wie Facebook und Microblogging-Dienste wie Twitter. Dort findet nun der schnelle Austausch statt. Doch auch davon können Blogs profitieren. Bessere Nachbarschaften. Kleine Straßenfeste statt Dorfdisko.

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Kommentare zu “ Klein-Bloggersdorf stirbt aus und die Blogs leben weiter ”

  1. KMTO am 12. November 2008 um 13:11 Uhr

    Link hin oder her – es sind doch ebensolche kleinen Gemeinschaften allerorten (Twitter, Blogs, Facebook u.v.a.m.), die sich gegenseitig lesen und irgendwann auch drüber sprechen. Oder?
    (Dieses “oder” hat einen hoffnungsvollen, aber auch leicht ängstlichen Blick nach rechts oben eingebaut.)

  2. Markus Pirchner am 14. November 2008 um 14:43 Uhr

    Die Blgosphäre hat sich halt “ent-nischt” und muss jetzt sehen, wie sie im realen Leben zurecht kommt :-)

ivw